Europäische Patente erreichten 2025 Rekordwert von 200.000
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Das Europäische Patentamt (EPO) hat im Jahr 2025 laut neuen Zahlen erstmals die Schwelle von 200.000 Patentanmeldungen durchbrochen. Mit 201.974 eingereichten Anträgen verzeichnet die Behörde ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders bemerkenswert: China hat sich mit einem Wachstum von 9,7 Prozent erstmals auf Platz drei der wichtigsten Herkunftsländer vorgeschoben und Japan verdrängt. Die USA bleiben trotz eines Rückgangs von 1,6 Prozent zweitgrößte Quelle für Patentanmeldungen, Deutschland führt weiterhin. Das Einheitspatent-System verzeichnet eine stark steigende Akzeptanz, besonders bei europäischen KMU und Universitäten.
AI-Anwendungen treiben Zahl der Patente
EPO-Präsident António Campinos ordnet die Zahlen ein: „Die Rekordzahl an Patentanmeldungen unterstreicht Europas Innovationskraft und seine Attraktivität als globaler Technologiemarkt. Während das Einheitspatent bereits Barrieren abbaut und den Übergang zu einem stärker integrierten europäischen Innovationsmarkt beschleunigt, ist weiterhin Fokus erforderlich, insbesondere auf strategische Sektoren wie KI, Halbleiter, Gesundheit und Quantentechnologien.“
Computer-Technologie bleibt mit 17.844 Anmeldungen das führende Feld und wächst um 6,1 Prozent. Treiber sind AI-Anwendungen mit neuronalen Netzen und Bilderkennung, die um 9,5 Prozent zulegten. Noch dynamischer entwickeln sich Quantentechnologien mit einem Sprung von 37,9 Prozent – wenn auch von kleiner Basis. Europäische Innovatoren halten in beiden Teilbereichen den größten Anteil und steigerten ihre Einreichungen um 2,6 Prozent bei AI und 22,1 Prozent bei Quantum.
Batterie- und Halbleitertechnologien wachsen weiter
Die digitale Kommunikation rangiert auf Platz zwei und verzeichnet mit 11,4 Prozent das stärkste Wachstum unter den Spitzenfeldern, getrieben durch 6G-Technologien. Europäische Anmelder legten hier um 23,5 Prozent zu, koreanische um 22,1 Prozent. Im Bereich Elektrotechnik und Energie gingen 16.997 Anmeldungen ein, ein Plus von 5,3 Prozent. Batterietechnologien wuchsen um 14,6 Prozent und machen mittlerweile 45,1 Prozent dieses Segments aus. Asiatische Anmelder stechen hervor: Japan verzeichnet 23,8 Prozent Wachstum, China 25,7 Prozent, Korea sogar 34,9 Prozent. Halbleitertechnologie setzt ihren Aufwärtstrend mit 7,6 Prozent fort, angeführt von europäischen Antragstellern.
Während Anmeldungen aus allen 39 EPO-Mitgliedstaaten nur um 0,4 Prozent stiegen, zeigt sich ein gemischtes Bild: Korea wächst um 9,5 Prozent, China um 9,7 Prozent und katapultiert sich damit erstmals auf Rang drei. Die USA fallen um 1,6 Prozent zurück, bleiben aber zweitgrößter Anmelder. Innerhalb Europas schwächeln die traditionellen Schwergewichte: Deutschland verliert 2,2 Prozent, Frankreich 0,4 Prozent, die Schweiz 0,5 Prozent, die Niederlande 0,7 Prozent, Großbritannien 3,3 Prozent, Italien 1,8 Prozent und Schweden 4,3 Prozent. Wachstum kommt von kleineren Volkswirtschaften wie Dänemark mit 5,2 Prozent, Österreich mit 5,0 Prozent, Spanien mit 2,9 Prozent und besonders Finnland mit einem spektakulären Sprung von 44,0 Prozent, getrieben durch Nokias massiv gestiegene Anmeldungen.
Bei den Top-Anmeldern festigen Samsung, Huawei und LG ihre Spitzenpositionen. Qualcomm hält Platz vier. Nokia schießt um sieben Plätze auf Rang fünf vor und reichte über 1.000 Anmeldungen mehr ein als 2024. Vier der Top Ten stammen aus Europa: neben Nokia auch Siemens und BASF aus Deutschland sowie Ericsson aus Schweden. Microsoft klettert um sechs Plätze auf Rang neun, der chinesische Batteriehersteller CATL steigt um vier Positionen auf Platz zehn. Bemerkenswert: 26 Prozent aller europäischen Anmeldungen nennen mindestens eine Frau als Erfinderin, Spanien führt mit 42 Prozent. Weitere 26 Prozent der europäischen Anträge kommen von Einzelerfindern oder KMU, sieben Prozent von Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen.
Schweiz bleibt Patente-König in Europa, Österreich auf Platz 7
Einheitspatent gewinnt an Popularität
Das 2023 gestartete Einheitspatent-System verzeichnet eine Erfolgsgeschichte: 34.357 erteilte europäische Patente erhielten 2025 einheitlichen Schutz. Das entspricht 28,7 Prozent aller Erteilungen – nach 25,6 Prozent im Vorjahr. Die Aufnahmerate unter europäischen Anmeldern erreicht 40,0 Prozent und übertrifft damit Prognosen. Bei europäischen Universitäten, öffentlichen Forschungsorganisationen, KMU und Mikrounternehmen liegt der Anteil sogar bei 48,3 Prozent, ein deutlicher Anstieg von 38,4 Prozent in 2024. Auch außerhalb Europas steigt das Interesse: Chinesische Patentinhaber wählten zu 22,6 Prozent das Einheitspatent, nach 17,8 Prozent im Vorjahr. Anmelder aus Kanada, Australien, Indien, Israel, Hongkong und Taiwan erreichen Aufnahmeraten, die mit europäischen Werten vergleichbar sind oder diese übertreffen.

