Galvany: Berliner Wärmepumpen-Startup erhält zehn Mio. Euro
Das Berliner Wärmepumpen-Startup Galvany hat eine Seed-Finanzierungsrunde über zehn Millionen Euro abgeschlossen. Die Ende 2022 von Raik Belka gegründete Jungfirma hat es sich zum Ziel gemacht, Wärmepumpen in Deutschland zu installieren, zu betreiben und zu optimieren.
Galvany baut Infrastruktur für Wärmewende
„Wir bauen die Infrastruktur, mit der die Wärmewende im Bestand endlich funktioniert. Wärmepumpen scheitern in Deutschland nicht an der Technologie, sondern an der Lücke zwischen Förderbürokratie, Installationskapazität und Finanzierbarkeit für den Endkunden. Genau diese Lücke schließen wir mit einer Plattform, die jedes Glied der Kette messbar besser macht“, so Belka.
Lead-Investor bei der Runde ist der niederländische Energy-Tech-Investor SET Ventures. Co-Lead ist der Berliner Climate-Tech-Fonds AENU. Mit dem frischen Kapital baut Galvany seine End-to-End-Plattform für Wärmepumpen weiter aus und legt dabei besonderen Wert auf den Bestandsmarkt für Mehrfamilienhäuser.
Siebenfacher Umsatz im Jahr 2025
In den letzten Jahren hat Galvany ein starkes Wachstum verzeichnet. Heute beschäftigt das Jungunternehmen über 90 Mitarbeitende und hat bislang mehr als 2.500 Wärmepumpen-Systeme installiert. Diese haben laut dem Startup gemeinsam über 3.850 Tonnen CO₂ vermieden. 2025 erzielte GALVANY einen Umsatz von 20,1 Millionen Euro, was eine Versiebenfachung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Das Jahr 2025 konnte man mit einem positiven EBIT abschließen.
Die Hardware der Jungfirma ist der gemeinsam mit Panasonic in Pilsen produzierte Galvany Cube. Dieser wird durch eine modulare Systemarchitektur ergänzt, in der Wärmepumpe, Batteriespeicher und das Energy-Management-System Galvany Fusion zusammenspielen.
„Erste Heizung, die sich selbst bezahlt“
Mit der Finanzierung will Galvany den Fokus stärker auf den Mehrfamilienhaus-Bestand legen, denn hier sei das CO₂-Einsparpotenzial pro Anlage am höchsten. Auch will das Startup sein Energie-Managementsystem weiterentwickeln. Schließlich steht noch der Ausbau der Partnerstrukturen mit Installationsbetrieben sowie der eigenen Seller-Organisation auf der Agenda.
Galvany will mit einem vernetzten Plattform-Ökosystem hervorstechen. Anstelle eines kostspieligen Direktvertriebs will das Startup Akquise, Einkauf, Montage und Management in einer zentralen Lösung vereinen.
Im Zentrum der Kundenansprache steht ein klares Versprechen: „Die erste Heizung, die sich selbst bezahlt.“ Auf Basis dynamischer Stromtarife, Lastverschiebung und Spotmarkt-Arbitrage sollen sich Heiz- und Stromkosten messbar reduzieren. Im Sommer soll V1 der Galvany-App erscheinen, die die digitale Steuerung eines gesamten Energiesystems erlaubt.
„Die nächste Phase der Energiewende wird nicht durch Hardware entschieden, sondern durch die Software, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch intelligent verbindet. Galvany ist eines der wenigen europäischen Unternehmen, das diese Logik konsequent vom Endgerät bis ins Stromnetz denkt. Mit der Plattform und dem Energy-Management-System wird die Wärmepumpe vom Heizgerät zum aktiven Element eines digital gesteuerten Energiesystems“, meint Till Stenzel, Partner bei SET Ventures.
