Helion sichert sich 465 Millionen Dollar und will 2028 Fusionsenergie liefern
Das US-Fusionsenergie-Startup Helion hat laut TechCrunch in einer Series G-Runde 465 Millionen Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von 15,5 Milliarden Dollar. Hinter dem Decacorn steht unter anderem OpenAI-Chef Sam Altman. Bis 2028 will das Jungunternehmen Microsoft mit Fusionsenergie versorgen.
Letzte Mega-Runde erst 2025
Die Finanzierungsrunde hat Thrive Capital angeführt. Zu den neuen Investoren zählen Alta Park Capital, Anti Fund, BoxGroup, Lux Capital, Peak XV Partners und Bill Ford. Bestandsinvestoren wie Capricorn Technology Impact Funds, Lightspeed Venture Partners, Mithril Capital, Dustin Moskovitz über die Good Ventures Foundation und SoftBank Vision Fund 2 haben ebenfalls mitgezogen.
Helion hat erst im Jänner 2025 eine Runde über 425 Millionen Dollar abgeschlossen (wir berichteten). Insgesamt hat das Startup nun 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Das Geld braucht Helion dringend: Das Unternehmen baut derzeit sein erstes Kraftwerk namens Orion und hat sich einen aggressiven Zeitplan gesetzt. Bereits 2028 soll Fusionsenergie ins Netz fließen.
Helion gewinnt Elektrizität aus Magnetfeldern
Der Ansatz von Helion soll sich stark von dem vieler Konkurrenten unterscheiden. Während die meisten Fusionsstartups entweder Magnete oder Laser nutzen, um das superheiße Plasma zu kontrollieren, und die entstehende Hitze über Dampfturbinen in Strom umwandeln wollen, geht Helion einen anderen Weg.
Das Jungunternehmen komprimiert den Fusionsbrennstoff mit Magneten, will aber die Elektrizität direkt aus den Magnetfeldern selbst gewinnen. Wenn die Fusion im Plasma stattfindet, expandiert dieses und drückt gegen die Magnetfelder. Diese Kraft lässt sich als Strom abgreifen. Der Vorgang ist ähnlich wie bei einem Elektroauto, das seine Motoren zum Bremsen umkehrt und dabei die Batterie auflädt.
Helion wird Microsoft mit Fusionsreaktor unterstützen: 425 Mio. Dollar in Series-F
Fusionsenergie ist Investor-Darling
Eine solche Konfiguration würde die Effizienz eines Fusionskraftwerks dramatisch verbessern. Doch einige Fusionsexpert:innen bleiben skeptisch. Ein Grund: Helion veröffentlicht im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern nur selten in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, sodass Physiker:innen die theoretischen Grundlagen nicht überprüfen können. CEO David Kirtley kontert: „Wir wollen nicht über Fusion theoretisieren. Wir wollen sie einfach bauen.“ Die Ergebnisse aus den Fusionsreaktoren sollen für sich sprechen.
Mit seinem Funding-Erfolg steht Helion derzeit nicht allein da. Der Fusionssektor hat sich in den vergangenen Monaten zu einem Investor-Darling entwickelt. Focused Energy hat vergangene Woche 240 Millionen Dollar eingesammelt, Thea Energy 100 Millionen Dollar. Im Februar ist Inertia Energy mit einer 450-Millionen-Dollar-Runde aus dem Stealth-Modus gekommen. Im Jänner hat Type One Energy angekündigt, 250 Millionen Dollar für eine Series B einzusammeln.
Die Investitionen fließen trotz langer Timelines. Die meisten Unternehmen rechnen frühestens Mitte der 2030er-Jahre mit dem Betrieb ihrer ersten kommerziellen Kraftwerke. Doch die Aussicht auf nahezu unbegrenzte, durchgehend verfügbare Energie aus wenig mehr als Meerwasser lockt Investoren, besonders im AI-Sektor.

