Hyrox: Hamburger Fitness-Rennen ist jetzt 600 Millionen Euro wert
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Laufen, Schlitten schieben, Wall Balls werfen: Was als Nischen-Wettkampf aus Hamburg begann, ist inzwischen ein Geschäft mit 600 Millionen Euro Bewertung. Die Gründer des Fitness-Wettkampfs Hyrox holen sich gemeinsam mit einem Konsortium rund um den Finanzinvestor L Catterton die Mehrheit von Sportvermarkter Infront zurück. Wie Infront in einer Aussendung mitteilt, steigt neben L Catterton auch WndrCo ein, die Investmentfirma von Hollywood-Produzent Jeffrey Katzenberg. Einen Kaufpreis nennen die Beteiligten nicht, die Bewertung liegt laut Athletech News bei rund 600 Millionen Euro.
Vom Hamburger Experiment zum Massensport
Hyrox wurde 2017 von Eventveranstalter Christian Toetzke und dem zweifachen Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste in Hamburg gegründet. Das Format ist einfach: Acht Mal einen Kilometer laufen, dazwischen jeweils eine Fitness-Station wie Rudern, Burpees oder Schlittenziehen. Weil die Strecke überall gleich ist, lassen sich die Zeiten weltweit vergleichen, und genau das macht den Reiz für Hobbysportler:innen aus.
Die Zahlen zeigen, wie schnell das Format gewachsen ist:
- Events: mehr als 100 Rennen in über 30 Ländern in der Saison 2025/26
- Teilnehmer:innen: rund 1,4 Millionen, für die kommende Saison werden mehr als 2 Millionen erwartet
- Publikum: mehr als 1,5 Millionen Zuschauer:innen vor Ort
- Partner: unter anderem Puma, Red Bull und Amazon
„Diese Übernahme ist ein entscheidender nächster Schritt in der rasanten Entwicklung der Hyrox-Erfolgsgeschichte“, sagt Fürste. Langfristig peilt Hyrox sogar einen Platz bei den Olympischen Spielen an, im Gespräch sind die Spiele 2032 und 2036.
Infront steigt nach sieben Jahren aus
Für Infront endet damit ein siebenjähriges Engagement. Der Schweizer Sportvermarkter war 2019 bei Hyrox eingestiegen und hatte 2022 die Mehrheit übernommen. Unter Infront wurde aus einer Handvoll Rennen in Deutschland eine globale Eventserie. Man wolle sich nun auf andere Chancen im Bereich „Active Lifestyle“ konzentrieren, sagt Infront-Chef Philippe Blatter.
Mit L Catterton holt sich Hyrox einen Investor mit viel Erfahrung bei Konsummarken. Der Finanzinvestor, an dem der Luxuskonzern LVMH beteiligt ist, hat sich auf Marken im Bereich Lifestyle, Fitness und Wellness spezialisiert.
Die Konkurrenz holt auf
Hyrox ist allerdings nicht mehr allein. Mit Xenom und den Athx Games drängen neue Formate in den Markt für sogenannte Hybrid-Fitness-Rennen. Bemerkenswert: Ausgerechnet WndrCo, jetzt Miteigentümer von Hyrox, hatte früher im Jahr 15 Millionen Dollar (rund 12,8 Millionen Euro) in Konkurrent Xenom investiert. Auch CrossFit und Hindernisläufe wie das Spartan Race buhlen um dieselbe Zielgruppe. Ob der Hype um Hyrox anhält oder wie bei anderen Fitness-Trends wieder abflacht, wird sich zeigen.

