iPhone Duo: Diese Kompromisse geht man bei dem Foldable ab 2.300 Euro ein
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Das Konzept ist eigentlich ziemlich simpel: ein großes Display, das man für die Hosentasche zusammenklappen kann, für unterwegs, ein Duo aus Smartphone und Mini-Tablet. Apple hat sein erstes faltbares iPhone vorgestellt, und das iPhone Duo ist das teuerste Smartphone, das der Konzern je verkauft hat. In Österreich startet es wie berichtet bei 2.319 Euro für 256 GB und reicht bis 3.819 Euro für die 2-TB-Variante, in Deutschland liegen die Preise jeweils rund 20 Euro darunter. Vorbestellungen sind ab 16. Oktober möglich, der Verkaufsstart in Österreich folgt am 30. Oktober.
| Speicher | Österreich | Deutschland |
|---|---|---|
| 256 GB | 2.319 Euro | 2.299 Euro |
| 512 GB | 2.569 Euro | 2.549 Euro |
| 1 TB | 3.069 Euro | 3.049 Euro |
| 2 TB | 3.819 Euro | 3.799 Euro |
Für diesen Preis bekommen Käufer:innen ein 7,6 Zoll großes Innendisplay, ein Scharnier aus mehr als 100 Einzelkomponenten und ein Gehäuse aus Titan der Güteklasse 5. Gleichzeitig hat Apple beim Duo an mehreren Stellen weniger Technik verbaut als im parallel vorgestellten iPhone 18 Pro, das deutlich günstiger ist. Ein Überblick über die Kompromisse.
Kamera ohne Teleobjektiv
Das Duo hat zwar eine 48-MP-Hauptkamera und eine 48-MP-Ultraweitwinkelkamera, verzichtet aber auf ein dediziertes Teleobjektiv. Der 2x-Zoom wird aus dem Sensor der Hauptkamera gerechnet, der nach ersten Hands-on-Eindrücken zudem kleiner ausfallen dürfte als jener in den Pro-Modellen. Die äußere Frontkamera löst mit 12 Megapixel auf, während die Pro-Modelle eine 18-MP-Center-Stage-Kamera mit Autofokus bekommen.
Schwache Selfie-Kamera unter dem Innendisplay
Die Selfie-Kamera des großen Innendisplays sitzt unter dem Glas und bleibt dadurch von außen unsichtbar, das Display wirkt bis in die Ecken ungestört. Diese Technik hat allerdings einen bekannten Haken: Die Pixelschicht über der Linse lässt weniger Licht durch, was Schärfe, Kontrast und Farbtreue kostet. Erste Aufnahmen, die Tester:innen mit dem Duo gemacht haben, zeigen selbst bei guten Lichtverhältnissen sichtbar matschige Videoqualität. Samsung hatte Under-Display-Kameras über mehrere Fold-Generationen verbaut und ist wieder davon abgerückt, weil Nutzer:innen eine kleine Aussparung im Display gegenüber einer schwächeren Kamera bevorzugten. Wer viel per Videocall arbeitet, nutzt beim Duo also besser die Kamera am Außendisplay.
Face ID entfällt
Das Duo ist das erste Premium-iPhone seit Jahren ohne Gesichtserkennung. Entsperrt wird über einen Fingerabdrucksensor im Seitenknopf oder über die Apple Watch. Das iPhone 18 Pro behält Face ID.
Kein Action Button
Die frei belegbare Taste, die seit dem iPhone 15 zum Standard gehört, fehlt beim Duo. Geblieben sind Lautstärkeregler (die ungewöhnlicherweise an der Oberseite sitzen) und die Kamerasteuerung.
Kürzere Laufzeit am großen Display
Apple gibt bis zu 31 Stunden Videowiedergabe am Innendisplay an, am kleineren Außendisplay sind es bis zu 44 Stunden. Wer das Gerät also überwiegend aufgeklappt nutzt, also genau dafür zahlt, verliert rund ein Drittel der Laufzeit. Auch das Laden dauert länger: Für 50 Prozent Akkustand braucht das Duo 20 Minuten an einem 60-Watt-Netzteil, das iPhone 18 Pro Max schafft das in 15 Minuten. Silizium-Karbon-Akkus, wie sie in chinesischen Falt-Smartphones üblich sind, verbaut Apple nicht, entsprechend fehlt auch das besonders schnelle Laden der asiatischen Konkurrenz.
Bedienung auf Rechtshänder:innen zugeschnitten
Das Außendisplay ist asymmetrisch geformt, rechts abgerundet und links kantig. Die Oberfläche ist zudem stark auf Rechtshänder:innen ausgelegt: Dock und Bedienelemente wandern an den rechten Rand, eine Option zum Spiegeln auf die linke Seite fand sich in ersten Hands-on-Sessions nicht. Das Dock selbst fasst nur vier Einträge, ein fünftes Icon ließ sich bisher nicht hinzufügen. Mit 5,4 Zoll fällt das Außendisplay außerdem vergleichsweise klein aus, und das Gehäuse ist im zugeklappten Zustand dicker als ein herkömmliches iPhone.
Bestehendes MagSafe-Zubehör könnte nicht passen
MagSafe ist beim Duo zwar an Bord, der Formfaktor verändert aber die Geometrie des Geräts grundlegend. Zugeklappt ist das Duo kürzer, breiter und dicker als ein klassisches iPhone, der Magnetring sitzt entsprechend an anderer Stelle. Zubehör, das auf die Maße bisheriger iPhones ausgelegt ist, also Hüllen, Kartenetuis, Stative, Autohalterungen oder Ständer mit fixer Auflagefläche, dürfte in vielen Fällen nicht mehr passen oder wackelig sitzen. Powerbanks und Ladepucks mit reiner Magnetverbindung sollten nach ersten Angaben von Zubehörherstellern weiterhin funktionieren. Wer eine größere MagSafe-Sammlung hat, sollte den Ersatzbedarf in die Kaufentscheidung einrechnen.
Siri AI fehlt in der EU
Die KI-Funktionen von Apple stehen europäischen Käufer:innen vorerst nicht zur Verfügung, unabhängig vom gezahlten Preis.
Was für das Gerät spricht
Auf der Habenseite fällt in ersten Eindrücken vor allem die Verarbeitung auf. Das Scharnier mit Stützplatten aus Karbonfaser, das sehr steife ultradünne Deckglas und die matte Nanotextur-Beschichtung sorgen zusammen dafür, dass die Falte im Innendisplay im Alltag kaum auffällt, spürbar bleibt sie beim Darüberstreichen. Die Beschichtung schluckt Reflexionen auch in hellen Umgebungen sehr effektiv. Der Wechsel zwischen Innen- und Außendisplay läuft in ersten Tests ohne die bei Falt-Smartphones übliche Verzögerung, das Gerät lässt sich halb aufgeklappt als Standfuß nutzen, und die IP68-Zertifizierung gegen Wasser und Staub ist bei Foldables bislang die Ausnahme. Die Lautsprecher sitzen so, dass im aufgeklappten Zustand echter Stereoton möglich ist. Unterstützung für den Apple Pencil auf beiden Displays soll noch heuer nachgereicht werden, an Bord sind außerdem der A20-Pro-Chip und ein neues C2-Modem mit mmWave-5G. Aufgeklappt verhalten sich viele Apps wie ihre iPad-Versionen, inklusive Splitscreen für zwei Apps nebeneinander.
Der Preisabstand zur Konkurrenz
Funktional liegt das Duo auf ähnlichem Niveau wie das Samsung Galaxy Z Fold 8: zwei Kameras, Flaggschiff-Chip, Fingerabdrucksensor im Einschaltknopf, vergleichbar dünnes Gehäuse. Beim Preis gibt es allerdings einen deutlichen Unterschied. Samsung rief für das Fold 8 mit 256 GB zum Marktstart 1.999 Euro auf, im Handel ist das Gerät inzwischen ab rund 1.400 Euro zu haben. Selbst das größere Z Fold 8 Ultra mit 1 TB Speicher liegt mit 2.799 Euro UVP unter dem, was Apple für ein Duo mit derselben Speichergröße verlangt (3.069 Euro in Österreich). Der Großteil des globalen Foldable-Marktes liegt ohnehin in China, wo zuletzt mehr faltbare Geräte verkauft wurden als im gesamten Rest der Welt zusammen.
Unterm Strich zahlen Käufer:innen in Österreich für das Einstiegsmodell empfindlich mehr als selbst für ein Pro-iPhone und bekommen dafür ein größeres Display, ein neues Formfaktor-Erlebnis und eine in Teilen schwächere Ausstattung. Ob sich dieser Tausch lohnt, dürften erst ausführliche Tests nach dem Verkaufsstart zeigen.

