Kodesage: AI-Startup holt sich 6,6 Mio. Dollar – Mario Götze beteiligt
Das Londoner Startup Kodesage hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 6,6 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Zu den Investoren gehört die deutsche Fußball-Legende Mario Götze. Die Plattform adressiert ein Problem, das Unternehmen weltweit Billionen Dollar kostet: veraltete Software-Systeme, die niemand mehr versteht, aber die weiterhin kritische Geschäftsprozesse steuern.
Kodesage will USA und Europa erschließen
Gegründet haben Kodesage 2024 die Enterprise-Software-Unternehmer Gergely Dombi, Miklos Szurdi und Gyorgy Szilagyi. Die Idee entstand aus direkter Erfahrung: Dombi und Szurdi bauten ein Software-Beratungsunternehmen mit über 300 Mitarbeitenden auf, das sich auf Legacy-Modernisierung spezialisierte. Die Projekte zogen sich oft über Jahre, abhängig von fragmentiertem Wissen und einer schrumpfenden Zahl von Spezialist:innen. Szilagyi, Mitgründer von Tresorit, brachte die technische Vision ein, diese Modernisierungsprojekte von Jahren auf Monate zu verkürzen.
VentureFriends führt die aktuelle Runde an. Neben Mario Götze sind auch Pre-Seed-Bestandsinvestoren und Christian Szegedy, Mitgründer von Elon Musks xAI, beteiligt. Die frische Finanzierung fließt in die Markterschließung in den USA und Europa sowie in die Entwicklungs- und Produktteams, um die Vision selbstheilender Systeme zu realisieren.
Plattform erstellt dynamische Wissensschicht
Kodesage arbeitet vollständig innerhalb der Kundenumgebung, also on-premises, in virtuellen privaten Clouds oder komplett vom Netz isoliert. Die Plattform extrahiert Informationen aus Code und Dokumentation, erstellt daraus eine dynamische Wissensschicht und ermöglicht automatisierte Analyse komplexer Codebasen.
Das Startup generiert Dokumentation, unterstützt Migrationen durch kontextbezogene Konvertierung, automatisiert Testgenerierung und bietet KI-gestützten Support im laufenden Betrieb. Anders als cloudbasierte KI-Tools greift Kodesage auf kritische Geschäftslogik zu, die in Stored Procedures, Datenbankschemas und Konfigurationen steckt. Die Plattform unterstützt Oracle Forms, PL/SQL, COBOL, PowerBuilder und RPG, also genau jene Technologien, auf denen Banken, Versicherungen, Energieversorger und Behörden noch heute basieren.
„Selbstheilende Unternehmensanwendungen“
Die Architektur löst das Datenresidenz-Problem: Quellcode, Schemas und Datenbankinhalte verlassen niemals die Kontrolle des Unternehmens. Firmen erhalten Datenhoheit, End-to-End-Sicherheit und vorhersehbare Infrastrukturkosten, die nicht an Token-Verbrauch gekoppelt sind. Für Organisationen mit strengen Compliance-Anforderungen bedeutet das: Das wertvollste institutionelle Wissen lässt sich endlich nutzen, ohne regulatorische Grenzen zu überschreiten.
CEO Gergely Dombi erklärt das Kernproblem: „Die Modernisierung von Software ist selten geradlinig. In regulierten Umgebungen existieren alte und neue Systeme oft jahrelang nebeneinander, während der Supportaufwand wächst, da das institutionelle Wissen schwindet. Dies belastet die Unternehmens-IT mit Kosten in Höhe von mehreren Billionen Dollar. Unsere Vision sind selbstheilende Unternehmensanwendungen.“
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Weniger Druck für Support-Teams
Dombi zufolge bietet Kodesage Systeme, die kontinuierlich lernen, Lösungen vorschlagen, testen und validieren. Dabei lenken Entwickler:innen die Ergebnisse, anstatt Probleme zu diagnostizieren und Code von Grund auf neu zu schreiben. Für regulierte Unternehmen, deren Support-Teams seit Jahren unter wachsendem operativem Druck stehen, soll hier der größte Mehrwert liegen.
Apostolos Apostolakis, Gründungspartner von VentureFriends, begründet das Investment: „Weltweit gibt es zahlreiche Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, ihre vor Ort installierten Legacy-Softwaresysteme zu warten und zu aktualisieren. Beginnend mit Oracle-Anwendungen kann Kodesage Unternehmen dabei helfen, komplexe, undokumentierte Legacy-Codebasen zu verstehen, zu warten und zu modernisieren. Dadurch sparen sie Zeit und Kosten und verringern gleichzeitig ihre Abhängigkeit von Expert:innen, die in den Ruhestand gehen.“

