anny übernimmt Kölner KI‑Startup HiDesk
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Die Kölner All-in-one Buchungsplattform anny übernimmt das ebenfalls in Köln beheimatete KI-Startup HiDesk. Diese Akquisition passiert nicht einmal ein Jahr nach der Gründung der Jungfirma. Das gesamte HiDesk-Team einschließlich der Gründer Florestan Peters und Jeremy Meidinger wechselt nun zu anny und bleibt operativ im Unternehmen.
KI soll Prozess hinter Kundenanfragen übernehmen
Bei anny handelt es sich um eine 2020 gegründete Jungfirma, die eine Software für internes und externes Buchungsmanagement anbietet. Unternehmen machen damit geteilte Ressourcen buchbar. Die Lösung nutzen über 1.500 Kunden, darunter Coworking Spaces, Event- und Bildungsanbieter, Universitäten, Bibliotheken und öffentliche Einrichtungen. HiDesk dagegen ist ein KI-Assistent für KMU. Er beantwortet jeden Anruf und jede Nachricht und löst auf Basis des Unternehmenswissens selbstständig die passenden nächsten Schritte aus, von der Weiterleitung bis zur Terminbuchung.
Hinter der Übernahme steht die gemeinsame Vision, wie Unternehmen operativ zukünftig arbeiten. KI soll Kundenanfragen nicht nur beantworten, sondern den gesamten Prozess übernehmen. Dafür führen die beiden Firmen zwei Technologien zusammen, die bislang getrennt voneinander zum Einsatz kamen. HiDesk bringt die agentische Omni-Channel-Kommunikation mit dem Kunden ein, anny das Buchungssystem mit der Geschäftslogik dahinter. Diesen Ansatz bezeichnen die Unternehmen als „Agentic Booking Management“.
anny und HiDesk schaffen „Agentic Booking Management“
„Wir haben anny von Beginn an ohne externes Kapital aufgebaut. Dasselbe gilt für HiDesk. Wir bringen deshalb zwei Unternehmen zusammen, die wirtschaftlich eigenständig funktionieren und technologisch autonom sind“, sagt Lucian Holtwiesche, CEO und Mitgründer von anny. „Wir holen KI aus der reinen Kundenkommunikation in die operativen Abläufe der Unternehmen. Gemeinsam schaffen wir einen KI-Mitarbeiter, der Kommunikation und Backoffice nahtlos verbindet, von Angeboten über Buchungen bis zur Buchhaltung. Dabei ersetzt die KI keine Mitarbeitenden, sondern ergänzt sie und macht komplexe Prozesse einfacher zugänglich.“
Beim Agentic Booking Management soll die KI sowohl Anfragen bearbeiten als auch die damit verbundenen Prozesse ausführen. Fragt ein Kunde beispielsweise nach einem freien Termin, kann sie direkt auf das Buchungssystem zugreifen, Verfügbarkeiten, Preise und hinterlegte Regeln prüfen und die Buchung durchführen. Auch Änderungen oder Stornierungen lassen sich so abwickeln. Die KI greift direkt auf die Geschäftslogik im Buchungssystem zu.
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Abhängigkeit von externen Anbietern reduzieren
HiDesk betreut bereits mehr als 250 Kunden und Partner und wächst aktuell um rund 20 Prozent pro Monat. Das Startup erreichte nach eigenen Angaben innerhalb des ersten Jahres die Profitabilität. anny arbeitet ebenfalls profitabel und ist seit der Gründung 2020 ohne Wagniskapital gewachsen.
Mit dem Zusammenschluss wollen anny und HiDesk zentrale Teile ihrer KI selbst betreiben und die Abhängigkeit von einzelnen externen Anbietern reduzieren. Dafür trainiert das Team bereits eigene kleine Modelle für Sprachdialoge und betreibt diese auf eigener Infrastruktur in Europa. Weitere spezialisierte Modelle sollen schrittweise folgen.
„Die erste Welle der KI hat gelernt zu reden. Die zweite lernt zu arbeiten“, sagt Florestan Peters, Mitgründer von HiDesk. „Software musste man bisher einrichten und bedienen lernen. Künftig arbeitet man sie ein wie ein neues Teammitglied: Man erklärt ihr, wie der Betrieb funktioniert, und sie legt los. Damit bekommen auch kleine Betriebe eine Automatisierung, für die bisher eine eigene IT-Abteilung nötig war.“
