Bericht

Meta soll an KI-Agenten im OpenClaw-Stil für die breite Masse arbeiten

Meta AI on smartphone. Meta Platforms
Meta AI on smartphone. Meta Platforms

Offiziell ist nichts bestätigt, aber es passt natürlich perfekt ins Bild: Der Technologiekonzern Meta arbeitet einem Bericht der Financial Times zufolge an einem hochpersonalisierten KI-Assistenten, der alltägliche Aufgaben für seine mehr als drei Milliarden Nutzer übernehmen soll. Grundlage ist das neue hauseigene KI-Modell Muse Spark. Das Vorhaben steht unter besonderer Beobachtung, da Metas bisheriger KI-Assistent trotz breiter Integration in WhatsApp, Instagram und Facebook noch keinen durchschlagenden Erfolg erzielt hat und nicht die Relevanz von ChatGPT oder Claude von Anthropic erlangt hat.

In China sind Unternehmen wie Tencent oder Alibaba sowie KI-Modell-Macher wie Xiaomi oder Moonshot AI längst auf den OpenClaw-Zug aufgesprungen – kein Wunder, dass nun auch Meta stark in die Richtung geht.

Der Plan: Ein KI-Agent für die breite Masse

Intern wurde das Projekt bereits auf einem unternehmensweiten „All-Hands“-Meeting vorgestellt. Ziel ist es, einen Assistenten zu entwickeln, der ähnlich wie das Open-Source-Projekt OpenClaw funktioniert: Nutzer sollen KI-Agenten erstellen können, die autonom Aufgaben erledigen, etwa das Verwalten von E-Mails, Kalendern oder das Surfen im Web. Der Assistent wird laut internen Quellen derzeit von einer Gruppe von Mitarbeitern getestet.

Meta-Chef Mark Zuckerberg betonte, dass OpenClaw für die meisten Nutzer noch zu kompliziert sei. Zuckerberg ergänzte, dass es zwar viele „agentische“ Tools auf dem Markt gebe, aber kaum eines, das er seiner Mutter geben würde. Meta will genau diese Lücke schließen und einen massentauglichen Agenten entwickeln, der potenziell eine Milliarde Nutzer erreicht.

Die Bausteine des Masterplans

Meta hat in den vergangenen Monaten mehrere Schritte unternommen, um im Bereich KI-Agenten Fuß zu fassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Der Versuch, Peter Steinberger, den Erfinder von OpenClaw, abzuwerben. Er entschied sich jedoch für einen Wechsel zu OpenAI.
  • Die Übernahme von Manus, einem in China gegründeten Unternehmen für agentische KI, für zwei Milliarden US-Dollar. Die chinesische Regierung ordnete jedoch kürzlich an, die Akquisition rückabzuwickeln.
  • Die Übernahme von Moltbook, dem ersten sogenannten „Social Network“ für KI-Agenten.
  • Massive Deals mit Chip-Herstellern
  • Die Planung gigantischer Rechenzentren („Hyperion“)  für KI-Inferenz.

Zuletzt übernahm Meta zudem das Startup Assured Robot Intelligence, das KI-Systeme für Roboter entwickelt. Mitgründer Xiaolong Wang erklärte, man wolle bei Meta daran arbeiten, „persönliche Superintelligenz in die physische Welt zu bringen“.

Meta AI: Viel Reichweite, wenig Durchschlagskraft

Trotz der enormen Nutzerbasis ist Meta AI bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Assistent ist über den sogenannten „blauen Ring“ in WhatsApp, Instagram und Facebook zugänglich und damit theoretisch für Milliarden von Menschen erreichbar. Dennoch konnte er sich bisher nicht als bevorzugtes KI-Tool im Alltag der Nutzer etablieren.

Analysten sehen die Herausforderung vor allem im Vertrauen. Meta plant, Nutzern künftig zu ermöglichen, dem Assistenten auch hochsensible Daten wie Gesundheits- oder Finanzinformationen anzuvertrauen. Ob Verbraucher dazu bereit sein werden, bleibt jedoch fraglich, insbesondere angesichts der Datenschutzbedenken, die dem Konzern seit Jahren anhaften.

OpenClaw, das Vorbild für Metas geplanten Agenten, steht selbst in der Kritik. Fälle, in denen Nutzer dem Bot Zugriff auf persönliche Daten gewährten und die KI unkontrolliert agierte, haben Sicherheits- und Datenschutzfragen aufgeworfen. Ein vielbeachtetes Beispiel: Summer Yue, Direktorin für Sicherheit und Ausrichtung bei Meta, berichtete im Februar öffentlich, dass OpenClaw begonnen hatte, ihren Posteingang eigenständig zu leeren.

Milliarden-Investitionen trotz Stellenabbau

Die ambitionierten KI-Pläne kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Meta erhöhte seine Investitionsausgaben um zehn Milliarden US-Dollar auf bis zu 145 Milliarden Dollar für dieses Jahr, während das Unternehmen gleichzeitig plant, zehn Prozent seiner Belegschaft zu entlassen. Die Ankündigung löste an der Börse einen deutlichen Kursrückgang aus: Innerhalb einer Woche wurde Metas Marktkapitalisierung um rund 170 Milliarden Dollar reduziert.

Zuckerberg hält dennoch an seiner Vision fest. Neben persönlichen Agenten für Endnutzer plant er auch den Aufbau spezialisierter Agenten für Unternehmen, etwa um Unternehmern dabei zu helfen, neue Kunden zu gewinnen. Langfristig investiert Meta zudem in physische, humanoide Roboter, die von KI gesteuert werden sollen.

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