Kahlschlag

Microsoft streicht fast 5.000 Stellen – Xbox-Sparte stark betroffen

Xbox: Microsoft baut Tausende Stellen ab © Billy Freeman on Unsplash
Xbox: Microsoft baut Tausende Stellen ab © Billy Freeman on Unsplash

Der US-Konzern Microsoft hat am Montag rund 4.800 Stellen gestrichen, was 2,1 Prozent seiner weltweiten Belegschaft entspricht. Am stärksten betroffen sind laut TechCrunch die Bereiche Xbox und der kommerzielle Vertrieb. Laut Memos, die an die Microsoft-Belegschaft gingen, müssen 1.600 Mitarbeiter:innen bei Xbox gehen.

„Arbeit muss sich umwandeln“

Laut der Memo von Amy Coleman, EVP und Chief People Officer bei Microsoft, müsse man sich der Tech-Riese an ein sich veränderndes Geschäft anpassen. „Die Art und Weise, wie Technologie entwickelt, eingesetzt und genutzt wird, wandelt sich schneller als jemals zuvor. Die Bedürfnisse unserer Kund:innen verschieben sich, die Geschäftsmodelle, mit denen wir sie bedienen, verschieben sich, und das bedeutet, dass sich auch die Arbeit selbst umwandeln muss.“

Coleman zufolge wolle man die nun wegfallenden Stellen nicht durch KI ersetzen. Tatsache sei jedoch, dass KI die Art und Weise verändert, wie Arbeit erledigt wird. „Einige der Aufgaben, die wir täglich erledigen, können nun automatisiert werden, und das bedeutet, dass wir alle weiter lernen, neue Fähigkeiten erwerben und uns an die Entwicklung der Arbeit anpassen müssen“, schrieb Coleman.

Microsoft strukturiert Xbox massiv um

Die Entlassungen stehen im Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Gründung des Geschäftsbereichs „Frontier Company“ durch Microsoft. Dieser konzentriert sich darauf, AI-Lösungen für Unternehmen mithilfe bestehender Tools bereitzustellen. Diesen Schritt unterstützt der Konzern durch eine Investition in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar. Auch wenn Microsoft behauptet, dass man keine Jobs durch AI ersetzen will, gehen jüngste Kahlschläge bei Tech-Konzernen oft mit erhöhten Ausgaben für KI einher.

Von den 4.800 Entlassungen bei Microsoft entfallen 1.600 auf die Spielkonsole Xbox. Laut Asha Sharma, die in diesem Jahr die Rolle der CEO von Xbox übernommen hat, will man bis zum Geschäftsjahr 2027 insgesamt etwa 3.200 Stellen abbauen. Sie bezeichnete dies als „die bedeutendste Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox“.

„Geschäft ist nicht in guter Verfassung“

„Unser Geschäft ist derzeit nicht in guter Verfassung“, schrieb Sharma in einer E-Mail. „Wir arbeiten mit Margen, die drei- bis zehnmal niedriger sind als bei vergleichbaren Plattform- und Verlagsunternehmen. Und nun steht die Branche vor der schwersten Hardware-Krise ihrer Geschichte. Wir müssen Xbox neu aufstellen.“

Im Rahmen dieser Neuausrichtung wird Microsoft vier seiner Spielestudios unter eine neue Leitung stellen. Dabei sei die Wahrung des geistigen Eigentums und die Fortführung laufender Projekte gewährleistet. Konkret werden laut Sharma Compulsion Games und Double Fine Productions wieder zu unabhängigen Studios werden. Ninja Theory und Undead Labs gehen in neue Hände über und erhalten finanzielle Mittel, um einige ihrer beliebtesten Spiele fertigzustellen und weiterzuentwickeln.

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„Weltmodelle“ mischen Gaming-Branche auf

Die Entlassungen bei Xbox erfolgen vor dem Hintergrund eines Schrumpfens der Gaming-Branche angesichts neuer Möglichkeiten im Bereich der generativen KI. Unternehmen, die sogenannte „Weltmodelle“ entwickeln, darunter Google DeepMind, World Labs, General Intuition, Luma AI und Runway, haben im vergangenen Jahr gewaltige Finanzmittel erhalten. Ein Weltmodell ist ein AI-System, das eine interne Darstellung der Dynamik der physischen oder virtuellen Welt erlernt. Diese Modelle können unter anderem im Gaming-Bereich zum Einsatz kommen.

Im April bot Microsoft einer nicht genannten Anzahl von Mitarbeiter:innen – einige Schätzungen gehen von rund 5.500 aus – Abfindungsangebote in Form von freiwilligen Ausscheidungen an. Im vergangenen Jahr entließ Microsoft in zwei Runden etwa 15.000 Mitarbeiter:innen.

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