Mirage: Captions-Macher sichert sich 75 Millionen Dollar für AI-Videos
Mirage hat 75 Millionen Dollar Growth-Finanzierung vom Customer Value Fund (CVF) von General Catalyst eingesammelt. Das Startup, das hinter der Videobearbeitungs-App Captions steht, kommt damit auf eine Gesamtfinanzierung von über 175 Millionen Dollar. Die frische Kapitalspritze soll vor allem die globale Expansion beschleunigen – mit besonderem Fokus auf asiatische Märkte, wo die Nachfrage nach Angaben des Unternehmens außerordentlich stark ist.
Die Plattform hat mittlerweile über 20 Millionen User weltweit erreicht, darunter Firmen wie HubSpot und CoreWeave. Insgesamt wurden über 200 Millionen Videos mit der Plattform erstellt. Nach Daten von Appfigures verzeichnete Captions in den vergangenen 365 Tagen über 3,2 Millionen Downloads und generierte 28,4 Millionen Dollar In-App-Revenue. Bemerkenswert: Nur 25 Prozent der Einnahmen stammen aus den USA – das Geschäft ist stark international aufgestellt.
Von Captions zu Mirage: Neue Modelle für Videokreation
Im vergangenen Jahr hat das Startup nicht nur sein Produkt weiterentwickelt, sondern sich auch neu positioniert. Aus Captions wurde Mirage – ein Rebrand, der die Transformation vom reinen App-Anbieter zum AI-Lab signalisiert. Das Unternehmen hat ein eigenes Modell speziell für Pacing, Framing und Attention Dynamics in Kurzvideos trainiert und im Januar 2025 auf ein Freemium-Modell umgestellt, um besser gegen ByteDance‘ CapCut und Metas Edits zu konkurrieren. Zwar wurde das Unternehmen in Mirage umbenannt, die Captions-App läuft jedoch unter dem gewohnten Namen weiter.
Asien-Expansion geplant
Der Markt für AI-gestützte Videokreation ist hart umkämpft. Canva hat mehrere Marketing-Tools eingeführt, Plattformen wie D-ID, HeyGen, Webflow und Avataar bringen laufend neue Modelle und Features. Pranav Singhvi, Managing Director des CVF-Fonds bei General Catalyst, sieht Mirage dennoch vorne: „Unabhängig davon, welche anderen Tools es da draußen gibt, liegt Mirage aus Sicht der Unit Economics eindeutig vorne. Letztendlich ist das alles ein Spiegelbild ihres Produkts.“ Der Investor hebt das Marktpotenzial hervor: „Der Markt, auf den sie abzielen, ist in gewisser Weise ein unendlich großer adressierbarer Markt. Man kann in der Creator-Welt, der Influencer-Welt beginnen und das dann als Mechanismus nutzen, um auch an Unternehmen zu verkaufen.“
Das frische Kapital fließt zu gleichen Teilen in Produkt und Wachstum. Auf der Produktseite baut Mirage die agentische Videobearbeitung weiter aus und arbeitet an zusätzlichen Modellen im Bereich „Assembly Intelligence“ – also dem Zusammenfügen von Videos aus verschiedenen Quellen und Komponenten. Auf der Wachstumsseite steht die aggressive Expansion in neue Märkte im Fokus, insbesondere in Asien. Aktuell läuft die Marketing-Suite webbasiert, während Captions primär mobile-first ausgerichtet ist. Die Plattformen sollen zusammengeführt werden, um kleine Unternehmen gezielter anzusprechen, die Marketing-Videos erstellen wollen.
