Mistral soll Emmi AI beim Kauf mit 330 Mio. Euro bewertet haben – Bericht
Das französische KI-Unternehmen Mistral AI hat das österreichische Startup Emmi AI im Rahmen einer Übernahme mit bis zu 330 Millionen Euro bewertet. Das berichtet das europäische Technologiemagazin Sifted unter Berufung auf interne Dokumente, die der Redaktion vorliegen.
Laut dem Bericht von Sifted handelt es sich um einen kombinierten Cash-und-Aktien-Deal. Ein unabhängiges Audit der Transaktion habe ergeben, dass Mistral das Linzer Unternehmen mit einem Wert von bis zu 330 Millionen Euro angesetzt hat. Über die genaue Aufteilung zwischen Barmitteln und Mistral-Anteilen herrscht offiziell Stillschweigen, doch typischerweise läuft bei Deals zwischen Startups ein größerer Teil über Unternehmensanteile.
Gegenüber Trending Topics wird die Information zur Bewertung von Emmi AI durch Mistral weder bestätigt noch dementiert.
Für die bisherigen Emmi-Aktionäre, darunter die Gründer sowie die Investoren Speedinvest, Serena VC, 3VC und PUSH, könnte der Deal besonders lukrativ werden. Mistral wurde zuletzt im September 2025 mit rund 14 Milliarden Dollar bewertet. Sollte das Unternehmen in einer bevorstehenden Finanzierungsrunde seinen Wert deutlich steigern, würden auch die erhaltenen Mistral-Anteile entsprechend an Wert gewinnen.
Was Emmi AI macht
Emmi AI wurde im Dezember 2024 als Spin-off von NXAI und der Johannes Kepler Universität Linz gegründet. Die Gründer Johannes Brandstetter, Dennis Just und Miks Mikelsons bauten innerhalb weniger Monate ein Team von rund 35 Forscherinnen und Forschern auf, das aus Einrichtungen wie Oxford, TU München, Sorbonne, UPenn und Harvard stammt.
Das Unternehmen spezialisiert sich auf sogenannte Large Engineering Models und Physics AI: KI-Modelle, die physikalische Prozesse verstehen und simulieren können. Konkrete Anwendungsfelder umfassen unter anderem:
- Echtzeit-Stabilisierung von Stromnetzen
- Optimierung von Spritzguss-Prozessen in der Fertigung
- Virtuelle Crash-Tests in der Automobilindustrie
Emmi AI hatte im Rahmen seiner Gründung eine Seed-Runde über 15 Millionen Euro abgeschlossen, die als größte Seed-Finanzierung eines österreichischen Startups gilt. Mit der Übernahme durch Mistral wird Linz nun zu einem zentralen Standort für den Bereich Industrial Engineering innerhalb des französischen KI-Unternehmens ausgebaut.
Strategische Bedeutung für Mistral
Mistral-CEO Arthur Mensch beschrieb die Übernahme als strategischen Schritt in Richtung industrieller KI-Anwendungen.
„Diese strategische Übernahme festigt die Führungsposition von Mistral AI im Bereich der industriellen KI und macht uns zum bevorzugten Partner für Hersteller in anspruchsvollen Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie oder der Halbleiterindustrie“, sagte Arthur Mensch, Mitgründer und CEO von Mistral AI.
Für Mistral bedeutet der Deal einen klaren Strategiewechsel: vom generalistischen B2B-Anbieter hin zu einem spezialisierten Anbieter für industrielle KI-Lösungen. Emmi AI bringt dabei technologische Tiefe und Forschungsexpertise ein, während Mistral Vertrieb, Infrastruktur und einen bestehenden Kundenstamm beisteuert.

