Mistral will um bis zu vier Milliarden Euro eigene AI-Rechenzentren in EU aufbauen
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Das französische KI-Unternehmen Mistral investiert massiv in den Aufbau eigener Rechenzentren in Europa. Mit einer erstmaligen Fremdkapitalaufnahme von 830 Millionen Dollar (ca 722 Mio. Euro) und einem langfristigen Gesamtbudget von vier Milliarden Euro will das Pariser Unternehmen bis Ende 2027 eine Rechenkapazität von 200 Megawatt auf dem Kontinent aufbauen.
Das Rechenzentrum bei Paris
Im Mittelpunkt der aktuellen Finanzierungsrunde steht eine Anlage im südlich von Paris gelegenen Bruyères-le-Châtel. Das Rechenzentrum soll noch vor Ende Juni 2025 den Betrieb aufnehmen und wird mit 13.800 Nvidia-Chips der Spitzenklasse (GB300) ausgestattet. Es handelt sich um Mistrals erste eigene Infrastrukturanlage dieser Größenordnung.
Die Finanzierung wurde von einem Konsortium aus überwiegend französischen Banken bereitgestellt, darunter Bpifrance, BNP Paribas, HSBC und MUFG.
Geplante Anlage in Schweden
Bereits im vergangenen Monat kündigte Mistral eine weitere Einrichtung in Schweden an. Das dortige Rechenzentrum soll eine Rechenleistung von 23 Megawatt bereitstellen und im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Laut Unternehmensangaben wird die schwedische Anlage über fünf Jahre hinweg mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz generieren.
Überblick: Mistrals Infrastrukturpläne
| Standort | Kapazität | Inbetriebnahme | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Bruyères-le-Châtel, Frankreich | 13.800 Nvidia GB300-Chips | Vor Ende Juni 2025 | Erste Fremdkapitalfinanzierung |
| Schweden | 23 Megawatt | 2026 | Investitionsvolumen 1,2 Milliarden Euro |
| Europa gesamt (Ziel) | 200 Megawatt | Ende 2027 | Mehrere Standorte geplant |
Strategie und Zielsetzung
Mistral verfolgt mit dem Infrastrukturaufbau eine klare strategische Ausrichtung: Das Unternehmen will Regierungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine europäische Alternative zu den Diensten amerikanischer Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon und Google bieten. Ein wesentlicher Teil des Angebots besteht aus einem sogenannten „Full-Stack“-Paket, das sowohl KI-Software als auch die dafür benötigte Cloud-Infrastruktur umfasst.
„Den Ausbau unserer Infrastruktur in Europa voranzutreiben ist entscheidend, um unsere Kunden zu stärken und sicherzustellen, dass KI-Innovation und Autonomie im Herzen Europas verbleiben.“
Arthur Mensch, CEO von Mistral
Wirtschaftlicher Hintergrund
Mistral wurde zuletzt mit knapp zwölf Milliarden Euro bewertet, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von 1,7 Milliarden Euro abgeschlossen hatte. Laut CEO Arthur Mensch ist das Unternehmen auf dem Weg, bis Ende des Jahres einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar zu überschreiten. Etwas mehr als die Hälfte der Einnahmen stammt derzeit aus Europa.

