Hintergrund

Meta soll Nvidia KI-Chips um 50 Miliarden Dollar abkaufen wollen – Bericht

Rechenzentrum von Meta Platforms. © Meta Platforms
Rechenzentrum von Meta Platforms. © Meta Platforms

Nvidia hat einen langfristigen Liefervertrag mit Meta Platforms abgeschlossen, der den Verkauf von Millionen KI-Chips über mehrere Jahre hinweg vorsieht. Die Vereinbarung umfasst sowohl aktuelle als auch künftige Prozessorgenerationen des Halbleiterherstellers und bringt Nvidia in direkte Konkurrenz zu etablierten CPU-Anbietern wie Intel und AMD. Der Chipkonzern gab die Partnerschaft Mitte Februar 2026 bekannt, ohne jedoch einen konkreten Vertragswert zu nennen.

Das Abkommen beinhaltet die aktuelle Blackwell-Architektur sowie die kommende Rubin-Generation von KI-Beschleunigern. Darüber hinaus liefert Nvidia eigenständige Installationen seiner Grace- und Vera-Zentralprozessoren, die auf ARM-Technologie basieren. Diese CPUs hatte der Konzern ab 2023 zunächst als Begleiter für seine KI-Chips eingeführt, strebt nun aber eine Expansion in weitere Marktsegmente an, darunter den Betrieb von KI-Agenten und alltägliche technische Aufgaben wie Datenbankmanagement.

Meta baut riesige Rechenzentren auf

Meta will etwa in Holly Ridge im US-Bundesstaat Louisiana um etwa 10 Milliarden Dollar ein KI-Rechenzentrum unter dem Namen „Hyperion“ bauen, dass die Größe von einem Viertel von Manhattan haben soll. Diese aggressive Strategie hat auch zum Bruch zwischen Mark Zuckerberg und seinem langjährigen KI-CHef Yann LeCun gesorgt. Dieser ist der Meinung, dass man mit den aktuellen Transformer-Modellen nicht in Richtung Superintelligenz kommen wird und man stattdessen World Models auf Basis einer anderen Architektur entwickeln muss; er schied bereits bei Meta aus und hat mit AMI Labs ein entsprechendes Startup gegründet.

Währenddessen ist man bei Meta zu der Überzeugung gekommen, dass man viel mehr Rechen-Power aufbauen muss, um KI-Modelle besser zu machen. Ein weiterer Faktor ist die Inferenz: Wenn wirklich Milliarden User weltweit täglich mehrmals Meta AI verwenden, braucht es entsprechende Rechenkraft, um das auch zu bearbeiten. Generell ist Meta mit seinen eigenen KI-Modellen weit hinter die Konkurrenz zurückgefallen und dürfte auch den mit Llama eingeschlagenen Pfad der offenen LLMs verlassen wollen.

Geschätztes Volumen von 50 Milliarden Dollar

Branchenanalysten schätzen den Gesamtwert der Vereinbarung auf rund 50 Milliarden US-Dollar. Meta zählt zu den vier größten Kunden, die im jüngsten Geschäftsquartal etwa 61 Prozent der Nvidia-Umsätze ausmachten. Mit dem Deal sichert sich der Grafikkartenhersteller ein bedeutendes Geschäft in einem Umfeld wachsender Konkurrenz durch alternative Prozessorarchitekturen. Die Grace-CPUs versprechen laut Nvidia bei bestimmten gängigen Aufgaben einen um die Hälfte reduzierten Stromverbrauch, während die Nachfolgegeneration Vera diese Effizienzgewinne noch übertreffen soll.

Die Bekanntgabe erfolgt vor dem Hintergrund früherer Berichte über mögliche Verhandlungen zwischen Meta und Google. Im November 2025 hatten Meldungen über milliardenschwere Investitionen des Facebook-Konzerns in Googles Tensor Processing Units kurzzeitig für Kursrückgänge bei Nvidia-Aktien gesorgt. Bislang haben sich diese Pläne jedoch nicht konkretisiert, und Google setzt seine TPU-Chips weiterhin hauptsächlich in eigenen Rechenzentren ein. Meta entwickelt parallel eigene KI-Halbleiter, setzt aber offenbar weiterhin stark auf externe Lieferanten.

Energieeffizienz wird zum kritischen Faktor

Der Stromverbrauch riesiger Rechenzentren entwickelt sich in den USA zunehmend zum limitierenden Faktor für den KI-Infrastrukturausbau. Erste Bundesstaaten erwägen bereits Beschränkungen für neue Datenzentren. Meta betont, die größte KI-Infrastruktur weltweit aufzubauen und dabei auf Nvidias Technologie zu setzen, um die Leistung pro Watt deutlich zu steigern. Neben den KI-Beschleunigern hat der Social-Media-Konzern auch umfangreiche Mengen an Ethernet-Switches bei Nvidia geordert, um die Vernetzung seiner Rechenzentren zu optimieren.

Die Ankündigung erfolgte strategisch eine Woche vor der Veröffentlichung von Nvidias Quartalszahlen und signalisiert die anhaltende Nachfrage nach den Produkten des Chipkonzerns. Meta-Chef Mark Zuckerberg formulierte das ambitionierte Ziel, mit der bestellten Technologie jedem Menschen auf der Welt persönliche Superintelligenz bereitzustellen. Für Nvidia demonstriert der Vertrag, dass das Unternehmen trotz wachsender Konkurrenz und Eigenentwicklungen der Hyperscaler seine dominante Position im KI-Chipmarkt verteidigen kann.

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