N26: CFO Arnd Schwierholz verlässt die Neobank
Die Berliner Neobank N26 hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass Arnd Schwierholz seine Funktionen als Chief Financial Officer (CFO) und Vorstandsmitglied der N26 SE sowie der N26 Bank SE mit Ende August zurücklegt. Eine Nachfolge werde „zu gegebener Zeit“ bekannt gegeben, heißt es in der Aussendung. Übergangsweise soll Chief Operating Officer Aytac Aydin die Verantwortung für das Finanzteam übernehmen – vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden.
Schwierholz (56) war 2023 als CFO zu N26 gestoßen und hatte anschließend zusätzlich Vorstandsmandate in der N26 SE und der N26 Bank SE übernommen. Von Jänner bis April 2026 übte er zudem interimistisch die Rolle des Co-CEO aus – jene Phase, in der die Bank ohne dauerhafte Führungsspitze dastand.
Abgang nach dem ersten Jahresgewinn
Der Abgang fällt zeitlich mit dem bislang wichtigsten finanziellen Meilenstein des Unternehmens zusammen: N26 hat das Geschäftsjahr 2025 mit dem ersten Jahresüberschuss der Firmengeschichte abgeschlossen. Die Bruttoerträge lagen laut Unternehmensangaben bei über 500 Mio. Euro, der Rohertrag (Gross Profit) bei über 350 Mio. Euro. Die Entscheidung von Schwierholz folge auf dieses Ergebnis, formuliert es die Bank in ihrer Aussendung.
CEO Mike Dargan dankte dem scheidenden Finanzchef für „seinen Beitrag und die Disziplin, mit der er N26 zu nachhaltiger Profitabilität geführt hat“. Man blicke „aus einer Position finanzieller Stärke in die Zukunft“. Das zentrale Führungsteam werde alle finanziellen und operativen Fahrpläne weiterhin direkt beaufsichtigen, um Kontinuität zu gewährleisten, während der Übergang auf die Nachfolge finalisiert werde.
Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Dombret dankte Schwierholz für dessen Einsatz als CFO und interimistischer Co-CEO sowie dafür, „die finanziellen Grundlagen für N26 als profitable und widerstandsfähige europäische Bank zu schaffen“.
Fünfte Top-Besetzung unter Dargan
Der Personalwechsel reiht sich in einen breiteren Umbau der Führungsebene ein. Mike Dargan (48), zuvor Manager bei der UBS, hat die N26-Spitze im April 2026 übernommen und seither vier weitere Top-Positionen neu besetzt – überwiegend mit Managerinnen und Managern aus klassischen Banken. Ein Interview hat er in seinen ersten Monaten im Amt noch nicht gegeben; auf LinkedIn formulierte er als Ziel, N26 zur „Nummer eins im Digital-Banking“ in Europa zu machen. Laut Medienberichten hat Dargan zudem für einen zweistelligen Millionenbetrag selbst Anteile an der Bank erworben.
Die Darstellung des Wechsels unterscheidet sich dabei je nach Quelle: Während N26 in der offiziellen Aussendung betont, Schwierholz lege seine Rollen nieder und widme sich seinem „nächsten Kapitel“, berichten Medien von einem vom CEO initiierten Austausch des Finanzchefs.
N26 wurde 2013 von den Österreichern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal in Berlin gegründet und zählt zu den bekanntesten Fintechs Europas. In den vergangenen Jahren machte das Unternehmen vor allem mit regulatorischen Auflagen der deutschen Finanzaufsicht BaFin und internen Machtkämpfen Schlagzeilen. Mit dem ersten Jahresgewinn und einer weitgehend neu zusammengesetzten Führungsmannschaft will die Bank nun den Fokus auf die Umsetzung ihrer europäischen Wachstumsstrategie legen.

