Nature Robots: Deutsches Startup holt 4 Mio. Euro, entwickelt Software für autonome Landwirtschaft
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Das DeepTech-Startup Nature Robots aus Osnabrück hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 4 Millionen Euro abgeschlossen. Das 2022 gegründete Unternehmen entwickelt modulare Autonomiesoftware für landwirtschaftliche Maschinen und ist eine Ausgründung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Mit dem frischen Kapital treibt Nature Robots den Teamausbau voran, eröffnet ein zusätzliches Büro in München und beschleunigt die Markteinführung seiner Plattform. An der Runde beteiligen sich Climentum Capital, Bayern Kapital und Planetary Impact Ventures.
Die Software ermöglicht es Landmaschinen, auf großen Feldern, im Gemüsebau, im Wein- und Obstbau sowie in Agri-Photovoltaik-Anlagen autonom zu operieren. Maschinenhersteller sollen die benötigten Funktionen auf ihren Geräten einsetzen können, ohne eine eigene Autonomie-Technologie entwickeln zu müssen. Ein Beispiel ist Laser-Weeding, das Unkräuter mit Millimeter-Präzision eliminiert und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf ein Minimum reduziert. Das Unternehmen profitiert von über zehnjähriger Spitzenforschung des DFKI sowie der Universität und Hochschule Osnabrück im Bereich Agrar-KI und Robotik.
Spot-Farming gegen Emissionen
Die Technologie von Nature Robots adressiert mehrere kritische Probleme gleichzeitig. Durch Spot-Farming-Lösungen wie Laser-Weeding lässt sich der Einsatz chemischer Betriebsmittel um bis zu 90 Prozent reduzieren. Autonome Agrar-Roboter können laut Unternehmen bis zu 70 Prozent leichter sein als konventionelle Maschinen, was den Bodenschutz verbessert. KI-gestützte Missionsplanung spart zusätzlich bis zu 25 Prozent CO2e-Emissionen ein. Das Unternehmen ermöglicht damit eine Transformation von ressourcenintensiven Monokulturen hin zu profitablen, regenerativen Systemen.
Dreifacher Druck auf die Landwirschaft
CEO Dr. Sebastian Pütz bringt die Herausforderung auf den Punkt: „Die Landwirtschaft steht vor einem ‚Triple Threat‘: Wir müssen bis 2050 fast 10 Milliarden Menschen ernähren, während das Durchschnittsalter der Erzeuger (Anm. Landwirte) bereits bei 58 Jahren liegt. Gleichzeitig verursachen klassische Agrarsysteme über 30 % der globalen Emissionen und 40 % unserer Böden sind bereits degradiert. Unsere Autonomieplattform ermöglicht es Maschinenbauern, ohne milliardenschwere Eigenentwicklung sehr schnell in die notwendige Transformation einzusteigen. Mit der Seed-Runde können wir die Kernmärkte systematisch erschließen.“
Nature Robots kann eine erfolgreiche Förderungshistorie vorweisen. Anfang 2025 sicherte sich das Startup 2,5 Millionen Euro im Rahmen des EIC-Accelerators der Europäischen Union. Beim Deep Tech Momentum gewann Nature Robots den HTGF Acceleration Award im „Robotics and Industrial Track“ und wurde mit dem KfW Award Gründen für Niedersachsen ausgezeichnet.
Die Mittel aus der Seed-Runde fließen primär in den Teamausbau in Osnabrück und den neuen Standort München. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beschleunigung projektspezifischer Design-In-Phasen, um die Autonomiesoftware schneller auf den gesamten Maschinenfuhrpark von Kunden aufsetzen zu können. Eingebettet im Agrotech-Cluster rund um Osnabrück – einer der führenden Regionen für Landtechnik in Europa mit Unternehmen wie Amazone, Claas, Grimme und Krone – ist Nature Robots strategisch gut positioniert für die globale Skalierung.
