Chip-Industrie

Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar in Marvell

Das Marvell-Haupentwicklungszentrum in Santa Clara, Kalifornien. © Marvell
Das Marvell-Haupentwicklungszentrum in Santa Clara, Kalifornien. © Marvell

Nvidia hat zwei Milliarden US-Dollar in den Dateninfrastrukturanbieter Marvell Technology investiert. Die beiden US-Chip-Konzerne haben laut heise eine strategische Partnerschaft angekündigt, die Kunden ermöglichen soll, kundenspezifische KI-Chips von Marvell in Kombination mit Nvidias Netzwerkkomponenten und Prozessoren zu nutzen. Durch die Partnerschaft erhalten Kunden „mehr Auswahl und Flexibilität bei der Entwicklung von Infrastrukturen der nächsten Generation“, erklärten beide Unternehmen. Marvell steuert kundenspezifische Chips und mit Nvidias NVLink Fusion kompatible Netzwerklösungen bei, während Nvidia CPUs, Netzwerkkarten und Verbindungen bereitstellt.

Marvell und Nvidia wollen Netzwerklösungen vorantreiben

„Der Wendepunkt in der KI-Entwicklung ist erreicht. Die Nachfrage nach Token-Generierung steigt rasant, und weltweit wird mit Hochdruck an der Entwicklung von KI-Fabriken gearbeitet“, so Nvidia-CEO Jensen Huang. „Gemeinsam mit Marvell ermöglichen wir unseren Kunden, das KI-Infrastruktur-Ökosystem von Nvidia zu nutzen und spezialisierte KI-Rechenkapazitäten zu skalieren.“

Marvell-CEO Matt Murphy betont die wachsende Bedeutung von Hochgeschwindigkeitsverbindungen und beschleunigter Infrastruktur für die Skalierung von KI. „Durch die Verbindung von Marvells führender Expertise in den Bereichen analoge Hochleistungselektronik, optische digitale Signalverarbeitung (DSP), Siliziumphotonik und kundenspezifische Siliziumtechnologie mit Nvidias wachsendem KI-Ökosystem mittels NVLink Fusion ermöglichen wir unseren Kunden den Aufbau skalierbarer und effizienter KI-Infrastrukturen“, erklärt Murphy. Beide Unternehmen haben zudem angekündigt, gemeinsam fortschrittliche Netzwerklösungen voranzutreiben, darunter optische Verbindungslösungen und Siliziumphotoniktechnologie für schnelle und energieeffiziente Datenübertragung.

Nvidia-Chef Jensen Huang will Entwickler künftig mit KI-Token vergüten

AI-Boom erfordert weiter massive Investments

Angesichts des weltweiten KI-Booms investieren Tech-Konzerne derzeit Milliarden in den Aufbau von KI-Infrastruktur. Im vergangenen Herbst kündigte Nvidia zusammen mit OpenAI das „größte KI-Infrastrukturprojekt der Geschichte“ an – insgesamt 100 Milliarden US-Dollar sollten in den ChatGPT-Entwickler fließen. Geplant wurden mehrere Rechenzentren mit einem Energiebedarf von zehn Gigawatt, was der Leistung von zehn Kernkraftwerken entsprechen würde. Mittlerweile klingen die OpenAI-Pläne weniger forsch. Nvidia-CEO Huang dementierte zwar Medienberichte über eingefrorene Investitionspläne, die ursprünglich genannte Summe von 100 Milliarden US-Dollar erscheint jedoch unrealistisch. Nvidia will weiter in OpenAI investieren – aber wohl keine 100 Milliarden.

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