Österreicher brauen mit AI-Agent Bier und landen auf NVIDIA-Hauptbühne
Die NVIDIA GTC in San Jose gilt als „Superbowl der AI“. In diesem Jahr haben sich 20.000 AI-Expert:innen in der SAP Arena versammelt. Es waren über 30.000 Besucher:innen vor Ort und Millionen im Stream. Mittendrin: zwei Österreicher mit einem Bier und einer Weltpremiere. Stefan Erschwendner (Frontira International, Salzburg) und Alex Meyer (Valhalla Venture Studio, San Francisco) haben „Lobster Lager“ präsentiert. Hierbei handelt es sich laut den beiden um das erste Bier, das ein AI-Agent vollständig geplant, gebraut und vermarktet hat.
„Lobster Lager“ auf Basis von OpenClaw programmiert
Das Projekt schaffte es, viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. NVIDIA-CEO Jensen Huang zeigte das Lobster Lager prominent in seiner Keynote. Die technologische Basis: Das vom Österreicher Peter Steinberger entwickelte Agenten-Betriebssystem OpenClaw.
Huang sparte bei OpenClaw nicht mit Superlativen: „Windows hat PCs ermöglicht, HTML hat das Internet ermöglicht. OpenClaw ist das Betriebssystem der Agentic-Computer-Ära und macht persönliche intelligente Agenten für jeden erst möglich. OpenClaw hat in wenigen Wochen geschafft, wofür Linux 30 Jahre gebraucht hat. Es ist das am schnellsten wachsende und populärste Open-Source-Projekt in der Geschichte der Menschheit.“
Projekt als End-to-End-Beweis für agentische Ausführung in Realität
Steinberger selbst empfahl Lobster Lager auf Nachfrage des NVIDIA-CEOs für die Keynote. Alex Meyer erzählt: „Jensen Huang bat Peter Steinberger unter den tausenden Anwendungen um das aus seiner Sicht beste praktische Projekt für seine Keynote und Steinberger nannte Lobster Lager.“ Daraufhin kam NVIDIA in Person von Huangs Tochter Madison auf das Team zu.
Das Projekt entstand bewusst außerhalb der üblichen Tech-Umgebung – in der Familien-Mikrobrauerei eichbachbraui im Schweizer Dorf Gelterkinden. Dort leitete Gerhard Erschwendner, zertifizierter Biersommelier und mehrfach ausgezeichneter Braumeister, das Brauen von Batch #001, einem Amber Lager. Der Vater von Stefan Erschwendner wusste alles über Bier, aber nichts über AI.
Der OpenClaw-gestützte Workflow unterstützte Gerhard Erschwendner Schritt für Schritt vom Malz bis in den Fermenter, wobei der Braumeister jede Aktion per einfachen Text-Prompts freigab. An allen kritischen Punkten waren menschliche Freigaben vorgesehen. Das Projekt soll als End-to-End-Beweis für agentische Ausführung in der echten Welt dienen.
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AI-Agenten spielen immer größere Rolle in Unternehmen
Huang betonte bei der NVIDIA GTC, dass fast alle Unternehmen künftig eine klare OpenClaw-Strategie brauchen werden. Stefan Erschwendner versteht Lobster Lager als Weckruf, insbesondere für Europa: „AI-Agenten werden über alle Branchen und Organisationen hinweg in kürzester Zeit die gesamte Wertschöpfung in unserer Gesellschaft auf den Kopf stellen.“
Das Produkt sei bewusst spielerisch gewählt, die Aussage dahinter jedoch ernst. Für Organisationen verschiebe sich der Engpass von „Wer kann das bauen?“ hin zu „Wer versteht den Prozess und kann das gewünschte Ergebnis klar definieren?“ Wer jetzt agentische Fähigkeiten aufbaue, verschaffe sich massive Vorteile in Sachen Geschwindigkeit, Konsistenz und operativer Umsetzung.
„Unser Ziel mit Lobster Lager war es daher vor allem aufzurütteln. Technologie ist dank angewandter AI nicht mehr der Flaschenhals“, sagt Erschwendner, der nach 24 Stunden vor Ort aus den USA zurückkehrte.

