Office.eu launcht als europäische Alternative zu Microsoft Office und Google Workspace
Mit dem offiziellen Launch in Den Haag tritt Office.eu als vollständig europäische Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace an. Die Plattform setzt auf Open-Source-Technologie, europäische Rechenzentren und einen klaren Fokus auf Datensouveränität. Noch in diesem Jahr sollen zudem KI-Funktionen folgen, die direkt in die Arbeitsumgebung integriert werden.
Europäische Antwort auf digitale Abhängigkeit
Die Gründung von Office.eu fällt in eine Zeit wachsender Bedenken rund um die Abhängigkeit europäischer Organisationen von amerikanischen Softwareanbietern. Geopolitische Entwicklungen und Gesetze wie der US CLOUD Act haben die Debatte über digitale Souveränität zuletzt deutlich verschärft. Office.eu positioniert sich als direkte Reaktion auf diese Lage: sämtliche Daten und Anwendungen verbleiben auf europäischer Infrastruktur und unterliegen ausschließlich europäischem Recht.
„Wir haben immer deutlicher gesehen, wie wichtig es ist, Cloud-unabhängig zu werden und auf Software zu setzen, die auf europäischen Werten aufgebaut ist. Office.eu beweist, dass wir jetzt eine starke europäische Alternative haben, mit Souveränität, Datenschutz und Transparenz als Kern.“- Maarten Roelfs, CEO von Office.eu
Das Unternehmen wurde 2024 gegründet und nahm nun Anfang März 2026 den Betrieb auf. Der Rollout erfolgt derzeit phasenweise auf Einladung für ausgewählte Kunden in ganz Europa. Eine breite Verfügbarkeit ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Kunden aus allen europäischen Ländern können sich bereits auf der Warteliste eintragen, mit besonderem Fokus auf Privatpersonen sowie kleine und mittlere Unternehmen.
Funktionsübersicht: Was Office EU bietet
Office EU ist als vollständige All-in-one-Arbeitsumgebung konzipiert, die auf Nextcloud Hub basiert. Die Suite bündelt alle wesentlichen Werkzeuge für die tägliche Zusammenarbeit in einer einzigen Plattform, ohne dass externe Dienste notwendig sind.
| Bereich | Funktion |
|---|---|
| Dateiverwaltung | Speichern, Teilen und Synchronisieren von Dateien über alle Geräte |
| Dokumentenbearbeitung | Online-Bearbeitung von DOCX, XLSX, PPTX sowie ODF-Formaten |
| Webmail-Client mit Unterstützung für IMAP und POP3 | |
| Kalender und Kontakte | Vollständige Groupware mit CalDAV und CardDAV |
| Kommunikation | Chat, Videoanrufe, Webinare und Bildschirmfreigabe |
| Desktop und Mobil | Sync-Clients für Windows, macOS und Linux sowie mobile Apps |
Die Kompatibilität mit gängigen Microsoft-Formaten soll den Wechsel erleichtern. Migrationen aus Microsoft 365 und Google Workspace werden aktiv unterstützt, unter anderem durch standardisierte Protokolle wie IMAP für E-Mail und CalDAV für Kalender.
KI-Funktionen geplant: Europäisch und kontrollierbar
Office EU plant die Integration von KI-Funktionen, die direkt in die bestehende Arbeitsumgebung eingebettet werden sollen. Ziel ist es, alltägliche Aufgaben zu beschleunigen, ohne dabei die Kontrolle über sensible Daten aufzugeben.
Zu den geplanten KI-Funktionen gehören:
- Automatische Zusammenfassung von Dokumenten
- Textentwürfe und Schreibhilfen
- Transkription von Meetings
- Intelligente Suche über Dateien und Team-Wissen hinweg
Nutzer können zwischen verschiedenen KI-Anbietern wählen, darunter OpenAI und Mistral, die per API angebunden werden. Wer maximale Kontrolle bevorzugt, kann ein dediziertes Open-Source-Modell nutzen, das auf eigener Infrastruktur läuft und von Office EU verwaltet wird. In diesem Fall verlassen die Daten die eigene Umgebung nicht und werden nicht für das Training externer Modelle verwendet.
Office EU will auf eine transparente, wettbewerbsfähige Preisstruktur ohne versteckte Kosten setzen. Die vollständigen Pläne werden zum offiziellen Launch veröffentlicht. Die Preise sollen laut Unternehmen mit bestehenden Marktlösungen wie Microsoft 365 und Google Workspace vergleichbar sein.
Datenschutz und digitale Souveränität
Ein zentrales Verkaufsargument von Office EU ist der konsequente Fokus auf europäischen Datenschutz. Alle Daten werden ausschließlich in europäischen Rechenzentren gespeichert und unterliegen damit nicht dem Zugriff durch außereuropäische Gesetze wie den US CLOUD Act.
Wichtige Datenschutzmerkmale im Überblick:
- Europäische Rechenzentren: Keine Datenspeicherung außerhalb der EU
- DSGVO-konformes Design: Privacy by Design als Grundprinzip der Plattform
- Open Source: Quellcode einsehbar, keine versteckten Prozesse
- Kein Zugriff durch Drittstaaten: Schutz vor außereuropäischen Gesetzen wie dem US CLOUD Act
- KI ohne Datenweitergabe: Option für lokale Modelle ohne Übermittlung an externe Anbieter
Office EU weist darauf hin, dass DSGVO-Konformität nicht allein vom Werkzeug abhängt, sondern auch von der internen Nutzung durch die jeweilige Organisation. Unternehmen sollten daher eine eigene Compliance-Prüfung für ihren spezifischen Anwendungsfall durchführen.
Interessierte Unternehmen und Privatpersonen können sich bereits für den Zugang bewerben. Der breite europäische Rollout ist für das zweite Quartal 2026 geplant.

