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Sign in with ChatGPT: KI-Token jetzt in andere Apps mitnehmen

ChatGPT dialog asking the user to connect ChatGPT and Devin and use their ChatGPT plan
Connecting ChatGPT and Devin with Sign in with ChatGPT. © OpenAI

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Nach Google, Apple und Facebook will jetzt auch OpenAI an der Eingangstür fremder Apps stehen. Mit „Sign in with ChatGPT“ können sich Nutzer:innen mit ihrem ChatGPT-Konto bei anderen Diensten anmelden und dort, wenn sie wollen, gleich ihr ChatGPT-Abo mitnehmen. Sam Altman hat die Funktion am Dienstag bei OpenAIs Entwicklerkonferenz DevDay in San Francisco groß präsentiert, nachdem OpenAI im Umfeld der Konferenz bereits die neuen KI-Agenten dots vorgestellt hatte. „Das wollte ich schon seit Jahren“, sagte Altman, wie der Entwickler Simon Willison in seinem Liveblog festhielt.

Wer dabei ist

Ganz neu ist die Funktion nicht. OpenAI hat das Login, wie die Release Notes zeigen, im Juli als Beta mit Airtable, GitLab, HubSpot, Notion, Supabase und Vercel gestartet und vor zwei Wochen für alle Nutzer:innen geöffnet. Neu ist bei DevDay vor allem der zweite Teil: Apps können jetzt auch das Nutzungskontingent des ChatGPT-Abos anzapfen. Dafür nennt OpenAI 16 Launch-Partner, darunter vor allem KI-Coding-Tools. The New Stack listet unter anderem Devin von Cognition, Warp, Amp, Kilo Code, OpenCode, OpenClaw, T3, Notion und Vercel auf, Lovable soll bald folgen. „Wir starten heute mit diesen 16 Launch-Partnern und werden schnell ausbauen“, kündigt OpenAI an.

Wer nicht dabei ist

Auffällig ist, wer auf der Partnerliste fehlt: die großen Rivalen. Grok von Elon Musks SpaceXAI, Claude von Anthropic und die Dienste von Google von Gmail bis Gemini bieten kein Login mit ChatGPT an. Das ist wenig überraschend, schließlich konkurrieren sie direkt mit OpenAI um dieselben Abos. Musk liegt mit OpenAI zudem seit Jahren im Streit und hat erst kürzlich die Domain dot.com auf seinen eigenen Agenten Grok Bot umgeleitet.

Anthropic geht beim eigenen Abo sogar den umgekehrten Weg. Das Unternehmen hat Drittanbietern wie OpenClaw heuer ausdrücklich untersagt, Claude-Abos in ihre Tools einzubinden. „Diese Tools belasten unsere Systeme übermäßig“, begründete Anthropic den Schritt gegenüber TechRadar. Ausgerechnet OpenClaw ist jetzt Launch-Partner von OpenAI, dessen Erfinder Peter Steinberger zu OpenAI gewechselt ist. Auch Google bietet für Gemini-Abos bislang keinen offiziellen Weg an, sie in fremden Apps zu nutzen, wie Entwickler:innen im Google-Forum beklagen.

Welche Daten wer bekommt

Beim reinen Login erhalten die Apps nach OpenAIs Angaben nur Name, E-Mail-Adresse und Profilbild. Chatverläufe, Erinnerungen (Memory), Dateien sowie Abrechnungs- und Kontodaten werden nicht weitergegeben. Technisch setzt OpenAI auf die gängigen Standards OAuth 2.0 und OpenID Connect, wie sie auch Google und Apple verwenden.

Umgekehrt erfährt OpenAI einiges. Beim Login verarbeitet das Unternehmen unter anderem Konto-IDs, E-Mail-Adresse, Details zur App, IP-Adresse, Gerätekennungen und Sicherheitssignale, nach eigenen Angaben zur Authentifizierung und Betrugsabwehr. Damit weiß OpenAI, welche Dienste seine Nutzer:innen außerhalb von ChatGPT verwenden. Genau dieses Wissen macht auch die Logins von Google und Facebook für ihre Betreiber wertvoll.

So nimmt man sein Abo in andere Apps mit

Der eigentlich neue Teil heißt „Use your ChatGPT plan“. Wer ChatGPT Plus oder Pro hat, kann einer App per Schalter erlauben, KI-Anfragen über das eigene Abo abzurechnen, statt dort ein zweites Abo abzuschließen oder einen eigenen API-Schlüssel zu hinterlegen. Die Nutzung wird vom bestehenden Kontingent für ChatGPT Work und Codex abgezogen, zusätzliches Volumen gibt es dadurch nicht. Pro App lässt sich ein eigenes Limit festlegen.

Ist das Kontingent aufgebraucht, stoppt die Nutzung, statt automatisch auf die Abrechnung der App umzuspringen. Wer mehr will, muss extra Credits kaufen und dem gesondert zustimmen. Die Apps selbst dürfen für ihre eigenen Leistungen weiterhin Geld verlangen. In Business- und Enterprise-Workspaces muss zuerst ein Admin zustimmen. Die Abo-Weitergabe steht derzeit Open-Source-Projekten, lokal laufenden Apps und ausgewählten Partnern offen, kommerzielle Anbieter kommen über eine Warteliste dazu.

Wer profitiert und wer verliert

Für Entwickler:innen und Startups ist das Angebot verlockend: Sie müssen die teuren Rechenkosten für KI-Modelle nicht mehr selbst tragen, weil die Nutzer:innen sie über ihr ChatGPT-Abo mitbringen. Nutzer:innen wiederum sparen sich im besten Fall mehrere parallele KI-Abos.

Am meisten profitiert aber OpenAI selbst. Das ChatGPT-Konto wird zum Generalschlüssel und das ChatGPT-Abo zum zentralen KI-Budget, aus dem andere Apps schöpfen. Der Newsletter Latent Space sieht darin den Versuch, das KI-Budget von Unternehmen zu besitzen. Wie wirksam solche Logins sind, zeigen Apple und Google: „Sign in with Google“ und „Sign in with Apple“ sind auf unzähligen Websites und in Apps im Einsatz und verankern die beiden Konzerne tief im Alltag ihrer Nutzer:innen, weil ein Wechsel des Kontos dann auch den Zugang zu vielen anderen Diensten betrifft. Diesen Effekt will jetzt auch OpenAI nutzen. TechCrunch sieht in der Funktion außerdem einen weiteren Weg, Kund:innen an den App Stores von Apple und Google vorbei zu erreichen.

Für Entwickler:innen gibt es auch einen Haken: Wer auf das ChatGPT-Login setzt, macht sich von OpenAIs Kontosystem, Regeln und Limits abhängig. Für die Konkurrenz wiederum ist die Funktion ein direkter Angriff auf die eigenen Abos.

Die Idee gibt es schon länger

OpenAI arbeitet schon lange an dem Plan. Bereits im Mai 2025 berichtete TechCrunch über eine Webseite, auf der OpenAI das Interesse von Entwickler:innen an einem Login mit dem ChatGPT-Konto abfragte. Im selben Monat konnten sich Plus- und Pro-Kund:innen erstmals mit ihrem ChatGPT-Konto im Programmier-Tool Codex CLI anmelden und dort ihr Abo nutzen. Das war im Kern schon das Modell, das OpenAI jetzt für fremde Apps öffnet. Seit Herbst 2025 laufen umgekehrt auch Apps von Drittanbietern direkt in ChatGPT. Die Vorbilder sind noch älter: Facebook, Google und Apple haben ihre Logins über viele Jahre zu einem Standard im Netz gemacht, zuletzt Apple mit „Sign in with Apple“ im Jahr 2019.

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