Musk vs. OpenAI

dot.com leitet zu Grok Bot: Musk trollt OpenAI beim Agenten-Start

Sam Altman (OpenAI) & Elon Musk (xAI, SpaceX). © World Economic Forum / Benedikt von Loebell
Sam Altman (OpenAI) & Elon Musk (xAI, SpaceX). © World Economic Forum / Benedikt von Loebell

Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.

OpenAI nennt seine neuen KI-Agenten dots, und wer dot.com in den Browser tippt, landet bei Elon Musk. Die Domain leitet aktuell direkt auf die Seite von Grok Bot weiter, das Agenten-Produkt von Musks KI-Firma SpaceXAI. Das hat Trending Topics selbst überprüft. OpenAI hatte seine dots erst am Dienstag beim DevDay in San Francisco vorgestellt. Ein Posting auf X, das die Umleitung zuerst entdeckt hatte, kam laut AOL auf mehr als drei Millionen Aufrufe.

Gekauft schon im Juli

Ganz spontan war die Aktion allerdings nicht. Laut Whois-Daten ging die Domain dot.com bereits im Juli an xAI über, also Monate vor der Ankündigung von OpenAI, berichtet TechCrunch. Ob SpaceXAI vom Namen der OpenAI-Agenten wusste oder die Domain aus anderen Gründen kaufte, ist offen. Denkbar ist laut TechCrunch auch, dass das Unternehmen schlicht Vertipper bei der Suche nach seinem Grok Bot abfangen will. Die Domains bot.com und vot.com besitzt xAI allerdings nicht. Eine Anfrage von TechCrunch ließ das Unternehmen unbeantwortet, auch OpenAI äußerte sich nicht.

Die naheliegende Adresse dots.com gehört ohnehin keinem der beiden, sondern einem früheren Modeunternehmen. Der Name dots sorgte für OpenAI auch anderswo für Verwirrung: Laut AOL nutzen bereits zwei chinesische Firmen den Namen, eine davon hat in den USA eine Marke „DOTS“ für KI-Chatbot-Software angemeldet.

Zwei Agenten für dieselbe Aufgabe

Inhaltlich sind sich die beiden Produkte ähnlich. Grok Bot, den SpaceXAI im August vorgestellt hat, wird als „KI-Teammitglied“ vermarktet: Jeder Bot bekommt einen eigenen Rechner in der Cloud, meldet sich in den Tools eines Teams an und arbeitet Aufgaben selbstständig ab. Genutzt werden kann er nur mit teuren Abos wie SuperGrok Heavy oder Cursor Ultra. Die dots von OpenAI laufen ebenfalls auf einem eigenen Cloud-Computer, greifen auf mehr als 4.000 Apps zu und sind zum Start nur in den Plänen Pro und Business Premium enthalten.

Eine Feindschaft seit acht Jahren

Die Spitze ist nur die jüngste Episode in einem langen Konflikt. Musk gehörte 2015 gemeinsam mit Sam Altman und Greg Brockman zu den Gründern von OpenAI, damals als gemeinnützige Organisation, und steuerte in den Anfangsjahren einen zweistelligen Millionenbetrag bei. 2018 verließ er den Vorstand. Offiziell nannte er einen Interessenkonflikt mit der KI-Arbeit bei Tesla, laut späteren Gerichtsunterlagen ging es aber um die Kontrolle: Musk wollte eine Mehrheit an einer gewinnorientierten OpenAI-Tochter oder OpenAI bei Tesla eingliedern, die anderen Gründer lehnten ab.

Seither eskaliert der Streit:

  • Die Konkurrenz: 2023 gründete Musk mit xAI ein eigenes KI-Unternehmen. Es ging im Februar in SpaceX auf und heißt seit Juli SpaceXAI. Mit der Übernahme des Coding-Startups Cursor um 60 Milliarden Dollar (rund 51 Milliarden Euro) greift der Konzern OpenAI nun auch bei Entwickler-Werkzeugen an.
  • Das Übernahmeangebot: Im Februar 2025 bot ein Konsortium um Musk 97,4 Milliarden Dollar für die Kontrolle über OpenAI. Altman konterte auf X mit einem Gegenangebot, Twitter für 9,74 Milliarden Dollar zu kaufen, wie Techmeme festhielt. OpenAI lehnte ab.
  • Der Prozess: Musk verklagte OpenAI, Altman und Brockman 2024, weil sie die Organisation in Richtung Gewinn umgebaut hätten. Im Mai wies eine Jury in Oakland die Klage ab, weil Musk zu spät geklagt habe. Musk sprach von einer „calendar technicality“ und kündigte Berufung an.
  • Die Kartellklage: X und SpaceXAI werfen OpenAI und Apple vor, Konkurrenten wie Grok im App Store zu benachteiligen. Gegen Apple haben die Musk-Firmen die Klage kürzlich fallen gelassen, gegen OpenAI läuft sie laut 9to5Mac weiter.
  • Der Modell-Streit: Im Prozess räumte Musk ein, dass xAI OpenAI-Modelle „teilweise“ destilliert habe, also zum Training der eigenen Modelle genutzt. OpenAI kündigte daraufhin im August an, Cursor nach der Übernahme durch SpaceX ab November keine Modelle mehr zu liefern. Musks Reaktion: „I couldn’t care less.“

Wettrennen um die Agenten

Dass sich der Streit jetzt an den KI-Agenten entzündet, ist kein Zufall. Agenten, die selbstständig im Hintergrund arbeiten, gelten als das nächste große Geschäft der Branche. Neben OpenAI und SpaceXAI ist auch Meta mit Muse am Markt, Anthropic bietet mit Claude Cowork ein ähnliches Produkt für Büroarbeit an. Für OpenAI sind die dots einer der wichtigsten Launches des Jahres. Ein Teil der Schlagzeilen danach gehört nun Musk.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
#glaubandich CHALLENGE: SVAN triumphiert in Klagenfurt

#glaubandich CHALLENGE 2027

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen

Newsletter

Founders Dispatch

Zwei Mal pro Woche kostenlos in die Inbox: die wichtigsten Startups, Deals und Tech-Entwicklungen aus Europa, handgeschrieben von der Redaktion.

Jederzeit abbestellbar. Mehr über den Newsletter