Software-Zentrum Hagenberg steigt mit 10 Prozent bei KI-Weiterbildner dbrains academy ein
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Vom Forschungslabor in den Seminarraum: Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) hat sich mit zehn Prozent an der dbrains academy GmbH beteiligt, einem Anbieter von KI-Beratung und Weiterbildung für Unternehmen. Die Anteile hält die SCCH Innovations GmbH, die Beteiligungsgesellschaft des oberösterreichischen Forschungszentrums. Zum Kaufpreis machen die Partner keine Angaben, die Geschäftsführung der dbrains academy bleibt unverändert.
Forschung trifft Weiterbildung
Mit dem Einstieg erweitert das SCCH seinen Technologietransfer um Beratung und Schulungen. Die dbrains academy bekommt im Gegenzug direkten Zugang zur KI-Forschung des Zentrums. Das SCCH forscht zu Künstlicher Intelligenz, Data Science und Software Science und beschäftigt rund 130 Mitarbeiter:innen. Es gehört zur Upper Austrian Research, der Forschungsgesellschaft des Landes Oberösterreich, und wird als COMET-Zentrum von Bund und Land gefördert.
Die dbrains academy begleitet Unternehmen in Österreich und Deutschland, vom KMU bis zum Konzern. Das Angebot reicht von der Entwicklung einer KI-Strategie über Schulungen für unterschiedliche Fachbereiche bis zur Umsetzung konkreter KI-Anwendungen, in Workshops von einem Tag bis hin zu mehrmonatigen Begleitungen. Dazu kommt ein E-Learning, mit dem Unternehmen KI-Kompetenz in der gesamten Belegschaft aufbauen und die Schulungspflicht nach dem EU AI Act nachweisen können.
„Technologietransfer endet für uns nicht mit der Entwicklung einer Lösung. Er ist dann erfolgreich, wenn neues Wissen in den Unternehmen ankommt und dort tatsächlich genutzt wird“, sagt Markus Manz, CEO des SCCH.
Gemeinsamer Lehrgang als Vorlauf
Die beiden Partner arbeiten bereits seit 2025 zusammen. Mit dem „AI Excellence Program for Pioneers“ haben sie einen gemeinsamen Lehrgang aufgelegt, in dem Teilnehmer:innen eigene KI-Ideen bis zur Umsetzung bringen sollen. Der nächste Durchgang startet Ende November. Künftig will die dbrains academy neue Forschungsergebnisse früher in ihre Strategieprojekte und Trainings einbringen und KI-Lösungen gemeinsam mit dem SCCH entwickeln. Umgekehrt sollen Fragen aus der Praxis als Impulse in die Forschung zurückfließen.
Ausgebaut wird auch der AI Education Hub im Softwarepark Hagenberg, den es seit 2025 gibt. Dort bilden sich Mitarbeiter:innen verschiedener Unternehmen in offenen Seminaren und Lehrgängen weiter, von KI-Grundlagen über Angebote für Führung, HR und Marketing bis zu technischen Themen wie Agentic AI. Innerhalb von zwei Jahren soll sich die Zahl der Teilnehmer:innen verdoppeln.
Großer Bedarf, viele Anbieter
Der Bedarf an KI-Weiterbildung ist groß. Laut dem KI Readiness Check 2026 von EY nutzen zwar 69 Prozent der österreichischen Unternehmen KI, aber nur acht Prozent haben die Technologie unternehmensweit skaliert (Trending Topics berichtete). Zusätzlichen Druck macht der EU AI Act, der Unternehmen verpflichtet, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter:innen zu sorgen.
Entsprechend groß ist die Konkurrenz. Neben klassischen Weiterbildungsanbietern und Beratungen setzen auch Startups auf das Thema, etwa das österreichische EdTech mytalents.ai, das KI-Lernkurse für Unternehmen anbietet.

