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SpaceX-IPO: Börsenprojekt zeigt Starlink als Cashcow, xAI als Milliardengrab

© SpaceX

Am 12. Juni soll es passieren: Dann wird SpaceX mit den Tochterfirmen X und xAI zu einer angepeilten Bewertung von 1,75 Billionen Dollar an die Börse gehen. Geplant ist, dabei 75 bis 80 Milliarden Dollar einzuheben, um die künftigen Ausbaupläne und aktuellen Verluste zu decken. Dazu hat das Unternehmen von Elon Msuk nun den Börsenprospekt veröffentlicht, der tiefe Einblicke in die Geschäfte von SpaceX gewährt. Hier sind die High- und Lowlights:

Umsätze, Gewinne und Verluste

1. Konsolidierter Umsatz 2025: 18,7 Milliarden Dollar – aber operativer Verlust von 2,6 Milliarden SpaceX erzielte 2025 einen konsolidierten Umsatz von 18.674 Millionen Dollar, schrieb aber einen operativen Verlust von 2.589 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei 6.584 Millionen Dollar. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Quartalsumsatz auf 4.694 Millionen Dollar, der operative Verlust betrug 1.943 Millionen Dollar.

2. Starlink ist die Cash-Cow – mit 49,8 Prozent Wachstum Das Connectivity-Segment (vorwiegend Starlink) erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 11.387 Millionen Dollar mit einem operativen Gewinn von 4.423 Millionen Dollar – ein Plus von 49,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA wuchs um 86,2 Prozent auf 7.168 Millionen Dollar. Mit rund 10,3 Millionen Starlink-Abonnenten in 164 Ländern ist Starlink der profitable Wachstumstreiber.

3. Das Space-Segment verbrennt Geld für Starship Das eigentliche Raketengeschäft (Falcon, Dragon, Starship) erzielte 2025 nur 4.086 Millionen Dollar Umsatz und einen operativen Verlust von 657 Millionen Dollar. Grund: Allein 3.004 Millionen Dollar flossen 2025 in die Forschung und Entwicklung von Starship. Im Q1 2026 weitere 930 Millionen Dollar.

Tochterfirma xAI

4. xAI-Übernahme rückwirkend in die Bilanz integriert SpaceX hat xAI (X.AI Holdings Corp.) am 2. Februar 2026 übernommen – inklusive der vorherigen X-Übernahme (vormals Twitter) durch xAI vom 28. März 2025. Da es sich um Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen handelt, wurden alle Vorperioden rückwirkend konsolidiert ausgewiesen.

5. AI-Segment: 6,4 Milliarden Verlust 2025 Das AI-Segment generierte 2025 einen Umsatz von 3.201 Millionen Dollar, wies aber einen operativen Verlust von 6.355 Millionen Dollar aus. Im Q1 2026 stiegen die Verluste auf 2.469 Millionen Dollar bei 818 Millionen Dollar Umsatz. Allein im ersten Quartal 2026 flossen 7.723 Millionen Dollar an Capex ins AI-Segment – mehr als in Space und Connectivity zusammen.

6. 1,3 Milliarden unterstützte Accounts auf X und Grok Die integrierten AI-Plattformen X und Grok zählen über 1,3 Milliarden unterstützte Accounts in den letzten zwölf Monaten bis 31. März 2026, davon rund 550 Millionen MAU. Etwa 117 Millionen MAU nutzten Groks AI-Features. Täglich werden 350 Millionen Posts erzeugt.

7. Anthropic zahlt 1,25 Milliarden Dollar pro Monat für SpaceX-Compute Eine bemerkenswerte Wendung: Im Mai 2026 schloss SpaceX einen Cloud Services Agreement mit Anthropic ab. Anthropic zahlt 1,25 Milliarden Dollar monatlich bis Mai 2029 für Compute-Kapazität in COLOSSUS und COLOSSUS II. Über die Laufzeit sind das rund 45 Milliarden Dollar – ironisch, dass ein direkter Konkurrent zu Grok Musks Rechenzentren mietet.

Ausbaupläne im All

8. Orbital AI Compute: Millionen Satelliten ab 2028 Das ambitionierteste Vorhaben: Ab 2028 sollen Millionen von AI-Compute-Satelliten in Sun-synchroner Umlaufbahn entstehen, die solar betrieben werden und Kühlung passiv durch Wärmeabstrahlung ins All ermöglichen. Ziel: 100 Gigawatt jährliche Compute-Leistung in den Orbit zu bringen – das entspricht etwa einer Million Tonnen Nutzlast pro Jahr.

9. V3-Satelliten ab Hälfte 2026: 1 Terabit pro Sekunde Die nächste Starlink-Generation V3 soll ab dem zweiten Halbjahr 2026 mit Starship ausgerollt werden – mit einer Downlink-Kapazität von einem Tbps pro Satellit. Ein einziger Starship-Start kann bis zu 60 V3-Satelliten transportieren, was einer zwanzigfachen Kapazitätssteigerung gegenüber einem Falcon-9-Start entspricht.

10. Lunar Mass Driver und Mondwirtschaft SpaceX plant einen „Lunar Mass Driver“ – ein elektromagnetisches Beschleunigungssystem auf der Mondoberfläche, das Nutzlasten ohne Raketen ins All schießt. Die Mondwirtschaft soll Frachttransport, Fertigung und Energieproduktion auf dem Mond umfassen – ein Sprungbrett für Mars-Kolonien.

11. Terafab: Eine Terawatt Chip-Produktion jährlich Gemeinsam mit Tesla (März 2026) und Intel (April 2026) startete SpaceX das Terafab-Projekt. Langfristziel: ein Terawatt Compute-Hardware pro Jahr. Ein wichtiger Punkt: Die konkreten Projekte, Timelines und Investitionen sind laut Prospekt aber noch nicht festgelegt.

Cursor-Deal

12. Cursor-Option für 60 Milliarden Dollar Im April 2026 unterzeichnete SpaceX ein Compute- und Optionsabkommen mit Anysphere (Cursor). SpaceX hält die Option, Cursor zu einem impliziten Equity Value von 60 Milliarden Dollar in Class-A-Aktien zu übernehmen. Bei Ausstieg drohen 1,5 Milliarden Dollar Termination Fee plus 8,5 Milliarden Dollar Deferred Services Fee – insgesamt 10 Milliarden Dollar an Strafzahlungen.

Konkurrenz und Markt

13. Adressierbarer Markt: 28,5 Billionen Dollar SpaceX taxiert seinen Total Addressable Market auf 28,5 Billionen Dollar: 370 Milliarden Dollar Space, 1,6 Billionen Dollar Connectivity und 26,5 Billionen Dollar AI – davon allein 22,7 Billionen Dollar in Enterprise-Anwendungen. China und Russland sind ausdrücklich ausgenommen. Zum Vergleich: 75 Prozent aller aktiven manövrierfähigen Satelliten gehören bereits SpaceX. Seit 2023 transportiert SpaceX über 80 Prozent der weltweiten Nutzlast in die Umlaufbahn.

Größte Gefahren

14. Starship-Abhängigkeit als kritischer Engpass Der wichtigste Risikofaktor: Die gesamte Wachstumsstrategie hängt am Erfolg von Starship. Verzögerungen würden den Rollout der V3-Satelliten, die Mobile-Erweiterung und vor allem das Orbital-AI-Compute-Programm verzögern. Bisher gab es elf Starship-Testflüge, der erste produktive Nutzlast-Start wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

15. Dual-Class-Struktur und Musks Kontrolle Die wohl politisch heikelste Information für Investoren: Elon Musk hält über Class-B-Aktien (10 Stimmen pro Aktie gegenüber einer Stimme bei Class-A) die Stimmenmehrheit und kann eine Mehrheit des Boards bestimmen. SpaceX wird als „Controlled Company“ unter Nasdaq-Regeln eingestuft und nimmt Ausnahmen von Corporate-Governance-Standards in Anspruch. Hinzu kommen die Risikofaktoren bezüglich Spektrum-Lizenzen (EchoStar-Deal: AWS-3, AWS-4, H-Block, am 12. Mai 2026 von der FCC genehmigt), FAA-Genehmigungen für Starship-Starts und die hohe Verschuldung über SpaceX Credit Facility und SpaceX Bridge Loan.

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