sproof startet EUDI-Konsortium für digitale Identitäten
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Der Salzburger Spezialist für Signatur- und Identifikationsprüfungen sproof hat ein überregionales Konsortium zur praktischen Umsetzung von eIDAS 2.0 initiiert. Die Allianz vernetzt führende Institutionen wie A-Trust, PwC, die FH Salzburg, die Modul University Vienna, die Paracelsus Medizinische Privatuniversität, LearnChamp, die Salzburg AG und das Hilfswerk.
Neue EU-Verordnung für digitale Identitäten
Ziel ist es, konkrete Anwendungsfälle für die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) vor dem EU-weiten Pflichttermin 2027 marktreif zu entwickeln. Mit der novellierten eIDAS-2.0-Verordnung schafft die EU ein einheitliches Rechts- und Technologiefundament für digitale Identitäten. Die EUDI-Wallet dient dabei als sichere, staatlich anerkannte digitale Brieftasche auf dem Smartphone. Bis 2027 müssen betroffene Unternehmen von Finanzinstituten über Telekommunikationsanbieter bis zu Hochschulen die Wallet als Nachweis- und Signaturinstrument akzeptieren.
Die Ausgangslage in den 27 EU-Mitgliedstaaten zeigt unterschiedliche Geschwindigkeiten: Während Österreich sich auf Bundesebene bislang abwartend verhält, erhöht Deutschland das Tempo massiv. Für den 6. Oktober ist die parlamentarische Anhörung für das neue Digitale-Identitäten-Gesetz angesetzt, der Start der deutschen EUDI-Wallet d-you folgt am 2. Jänner 2027.
sproof ist Partner bei deutscher EUDI-Wallet-Initiative
sproof wurde vom deutschen Digitalminister Karsten Wildberger ins Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung nach Berlin eingeladen und dort als Technologie- und Launch-Partner der deutschen EUDI-Wallet-Initiative bestätigt. Dieses Know-how fließt nun direkt in das Konsortium ein, um auch Österreich in eine First-Mover-Rolle zu bringen. sproof-CEO Clemens Brunner erklärt: „Die EUDI-Wallet ist die Grundlage für echte digitale Souveränität in Europa. Wer jetzt abwartet, bis die Wallet 2027 zur gesetzlichen Pflicht wird, verschenkt entscheidende Wettbewerbsvorteile.“
Das Konsortium setzt bewusst über die reine Basis-Identifikation hinaus an und erschließt konkrete Attribut-Use-Cases für den täglichen Betrieb. Im Mittelpunkt steht das Erproben standardisierter Workflows zur Ausgabe und Überprüfung digitaler Nachweise. Das Spektrum reicht von fälschungssicheren Mitarbeiterausweisen und Fachbereichs-Legitimationen über branchenspezifische Qualifikations- und Berechtigungsnachweise bis zu Zeichnungsvollmachten und Ausbildungszertifikaten.
Plattform Credible als einheitliche Schnittstelle
Unternehmen und Institutionen lernen, wie sie selbst verlässliche Attribute ausstellen, diese in internen sowie übergreifenden Prozessen sekundenschnell und datensparsam abfragen und manuelle Nachweiserbringungen vollständig ablösen.
Als technologische Basis bringt sproof seine neue Plattform Credible ein. Dabei handelt es sich um eine EUDI-Middleware, die als einheitliche Schnittstelle zu den Wallets aller 27 EU-Staaten dient. Die Plattform deckt das gesamte Spektrum ab. Institutionen können fälschungssichere digitale Nachweise direkt in die Wallets ihrer Stakeholder ausgeben (Issuing). Unternehmen können Berechtigungen, Altersnachweise oder Stammdaten automatisiert und eIDAS-konform abfragen (Verifikation). sproof wickelt die technischen Schnittstellen zu Aufsichtsbehörden wie RTR, A-SIT und BKA sowie zu Vertrauensdiensteanbietern standardisiert ab. Partner können so auf ihre bestehenden Systeme aufbauen, ohne sich mit den technischen Protokollen im Detail befassen zu müssen.
Hochschulen testen digitale Ausweise
Die beteiligten Hochschulen und Bildungsinstitutionen testen gemeinsam fälschungssichere digitale Campus- und Studierendenausweise. Außerdem testen sie internationale Bildungsnachweise sowie Qualifikations- und Weiterbildungszertifikate direkt in der Wallet. FH-Rektor Dominik Engel kommentiert: „Gemeinsam mit sproof bringen wir als eine der ersten Hochschulen Europas fälschungssichere Campus-Ausweise direkt in die EUDI-Wallet.“
A-Trust unterstützt als staatlich akkreditierter Vertrauensdiensteanbieter bei der Bereitstellung und Absicherung qualifizierter elektronischer Attributsnachweise sowie der Verankerung mit der ID Austria. A-Trust-CEO Markus Vesely erklärt: „Die EUDI-Wallet wird nur dann Vertrauen schaffen, wenn sie auf einer belastbaren Vertrauensinfrastruktur aufsetzt.“ PwC begleitet das Konsortium bei strategischen Fragestellungen, Governance-Themen und regulatorischer eIDAS-2.0-Compliance.
Fünf Konsortialtreffen bis Ende des Jahres
In den kommenden Monaten durchlaufen die Konsortialpartner strukturierte Deep-Dives und die Spezifikation ihrer Branchen-Use-Cases. Bis Ende 2026 sind insgesamt fünf Konsortialtreffen angesetzt. Hier sollen die Partner ihre branchenspezifischen Use Cases definieren und regulatorische Rahmenbedingungen im direkten Dialog klären.
Ab Herbst 2026 erhalten die Teilnehmenden Zugang zur sproof Credible Sandbox. Dadurch sollen sie Issuing- und Verifikations-Workflows live testen können, bevor die Pilotprojekte vor dem gesetzlichen Pflichttermin der Öffentlichkeit und Politik präsentiert werden. Das Konsortium steht weiteren Organisationen und Unternehmen aus Österreich offen, die ihre Perspektive einbringen und frühzeitig Praxiserfahrung sammeln möchten.

