Interview

Stripe will Kreditvergabe an Startups auch nach Europa bringen

Marcos Raiser do Ó, DACH-Chef bei Stripe. © Stripe
Marcos Raiser do Ó, DACH-Chef bei Stripe. © Stripe

95 Milliarden Dollar oder mehr, Partnerschaften mit anderen Fintechs und eine breite Kundschicht, die von startups über Tech-Unicorns bis hin zu den ganz großen wie Booking.com oder Shopify reicht: Stripe ist von San Francisco aus zu einer Fixadresse bei Online-Zahlungen und anderen Geldangelegenheiten gewachsen. Und will mehr: Mit immer neuen Diensten wird Stripe zu einem unverzichtbaren Bestandteil vieler kleiner und großer Firmen, die Geschäft im Netz machen. Das geht sogar so weit, dass das Unternehmen Kredite an Startups (über Programme wie Stripe Atlas oder Stripe Capital) vergibt, um das eigene Ökosystem zu befeuern.

Marcos Raiser do Ó, zuvor bei IBM, Salesforce und Microsoft, kam im Februar 2020 zu Stripe und leitet heute die Geschäfte von Stripe in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in der Region Zentral- und Osteuropa. Im Interview spricht er über die Creator Economy, das Geschäft mit Startups, die Partnerschaft mit Klarna, den europäischen Markt und warum Stripe keine Bank werden muss.

Trending Topics: Lass uns zu Anfang mal Grundsätzliches klären. Wenn ich Stripe jetzt einfach mal so als Payment Provider bezeichne, wie verkürzt ist diese Darstellung mittlerweile eigentlich?

Marcos Raiser do Ó: Ziemlich verkürzt. Jakob, du hast völlig recht. Also Stripe, und das ist unsere Herkunft, das ist das, wo wir herkommen und wo wir uns natürlich auch wohlfühlen ist ein Payments-Dienstleister, aber es reflektiert nicht die ganze Breite unserer Dienstleistung. Also neben den klassischen Bezahlmethoden und der Abwicklung der Bezahlungen weltweit, sind wir mittlerweile denke ich ein sehr sehr signifikanter Anbieter von Banking-as-a-Service-Lösungen in der unterschiedlichsten Ausprägung, aber auch auch von Software as a Service. Dazu kommen natürlich noch die Services, die für unsere weltweiten Kunden erbringen, die auch eine Bedeutung haben. Also durchaus der Anbieter einer Infrastruktur, die deutlich über die Payment-Basis hinausgeht und die eben mit den Finanzlösungen weitere Lösungen zu unserem existierenden und für unsere neuen Kunden anbietet. Dazu gehören solche Sachen, wie beispielsweise Issuing, also die Herausgabe von virtuellen oder realen Kreditkarten, was unsere Kunden dann an ihren Kunden wiederum tun können oder aber auch so etwas wie die Kreditvergabe.

Eine Lösung, die es mittlerweile in den USA schon gibt, also Kreditvergabe an Startups und auch eine Lösung, die demnächst nach Europa kommt und darüber hinaus noch die Software-as-a-Service-Lösungen, die ihre Rolle spielen, wie beispielsweise Rechnungsstellung, wie beispielsweise die Bewertung von Tax, also von Umsatzsteuer-Gesetzgebung in den unterschiedlichen Ländern. Wir haben ja festgestellt, in einer der Studien, die wir zuletzt gemacht haben, dass die Erbringung von Dienstleistungen über Ländergrenzen hinweg und der Verkauf tatsächlich sehr kompliziert ist und deswegen entwickeln wir immer weitere Lösungen, die hier eine Relevanz haben.

Stripe: DACH-Chef Marcos Raiser do Ó über die Pläne des Fintech-Riesen

Das klingt immer mehr danach, dass Stripe sich wie eine Bank verhält. Wird Stripe auch eine Bank sein?

Nein, also Stripe ist natürlich keine Bank und wir wollen auch keine Bank sein und werden. Was wir sind, ist ein Technologieunternehmen, das Lösungen anbietet, um besondere Herausforderungen für Kunden zu lösen. Und eine dieser Herausforderung oder bzw. auch eine Möglichkeit, unsere Kunden mit neuen Leistungen auszustatten, sind eben solche sogenannten Finanz-Tools, wie eben beispielsweise die Herausgabe von Kreditkarten. Aber wir haben nicht vor, selbst Bank zu werden.

Jetzt gab es 2021 im Fintech-Bereich ein ganz großes Schlagwort: Embedded Finance. Das hat irgendwie so dieses Banking-as-a-Service-Schlagwort abgelöst – zumindest in meiner Wahrnehmung. Setzt Stripe auch auf diesen Trend bzw. welche anderen Trends siehst du in eurem Bereich, die ganz besonders wichtig sind und die 2021 dazu beigetragen haben, dass Stripe dieses enorme Wachstum hingelegt hat?

Was wir sehr stark gesehen haben in 2021, ist vor allem der Aufbau von globalen Marktplätzen und von Plattformen. Das war definitiv einer der Trends, die mir sehr, sehr deutlich gesehen haben. Hierbei, was mich selbst auch ein bisschen überrascht hat, nicht etwa nur Startups oder Unternehmungen aus dem Handel, sondern auch durchaus traditionelle Unternehmen, die auf der einen oder anderen Art oder in der einen oder anderen Art und Weise angefangen haben, über globale Marktplätze oder Plattformen nachzudenken. Das war definitiv einer der Trends, die wir gesehen haben.

Ein zweiter Trend, den ich durchaus für wichtig halte, ist eben genau die Erbringung von diesen Finanzdienstleistungen an unsere Kunden, die beispielsweise diese Marktplätze aufbauen. Also was können diese? Unsere Kunden, die jetzt diesen Marktplatz global aufsetzten? Was können die ihren Kunden zusätzlich anbieten, um im Markt effektiv arbeiten zu können? Beispielsweise stell es dir so vor: Du baust den globalen Marktplatz auf. Gerade Unternehmen aus Europa, gerade aus Deutschland und Österreich, suchen oft unsere Hilfe, um über den Teich zu gehen oder insgesamt sich international aufzustellen. Welche Leistungen können Sie dann zusätzlich in anderen Märkten erbringen, um dort eine Kundenbindung zu schaffen? Zum Beispiel, ich habe vorhin erwähnt, die Herausgabe von Kreditkarten, also Embedded Finance spielt durchaus eine Rolle. Das ist ein Teil unserer DNA. Es ist ein API-basiertes System und wir spielen hier definitiv mit.

Stripe: Mit 95 Mrd. Dollar Bewertung auf Eroberungskurs in Europa

Was ich in Bezug zu Stripe auch immer öfter höre, ist ein anderes neues Schlagwort: die Creator Economy, in der Stripe auch eine wichtige Rolle spielen will. Vielleicht mal grundsätzlich gefragt: Was ist denn diese Creator Economy und wie kommt ihr da ins Spiel?

Es ist zu erkennen, dass es natürlich Menschen gibt, die Inhalte kreieren. Und diese Inhalte, die müssen unserer Meinung auch monetarisiert werden dürfen. Und insofern denke ich, dass diese Mehrwerte, die dort geschaffen werden, auch entsprechend mit Zahlungsmethoden unterlegt werden müssen. Das heißt, wir bieten auch Lösungen an, um den Entwicklern von Inhalten die Möglichkeit geben, Geld zu finden.

Wir sehen ja durchaus, dass es eine Entwicklung gegeben hat im Internet, weg von der reinen Werbefinanzierung, die ganz am Anfang in den Kinderschuhen des Internets gab. Es war sehr stark basierend auf in der werbefinanzierten Form von Anbieten. Aber heute gibt es ja ganz andere Inhalte, ganz andere Plattformen. Ich sag jetzt mal Clubhouse, Substack oder was auch immer, die eben den Kreatoren oder den Schöpfern von Inhalten Möglichkeiten bieten, selbst Geld zu verdienen. Und wir als Infrastrukturanbieter bieten genau solche Möglichkeiten an.

Substack, Clubhouse, du hast schon zwei Beispiele genannt. Mit welchen Firmen arbeitet ihr in dem Bereich zum Beispiel zusammen? Sind es diese beiden oder gibt es noch andere Beispiele?

Also wir arbeiten durchaus mit einigen hier zusammen, beispielsweise auch mit TikTok oder mit Spotify, Substack auch, hatten wir gerade schon erwähnt. Aber was mich bei der ganzen Thematik noch interessiert ist. Jakob, ich habe vorhin gesagt, wir haben über Marktplätze gesprochen, über Plattformen gesprochen, das, was mich im Moment sehr, sehr motiviert und was ich sehe auch, ist, dass neue Unternehmen hochkommen, neue Plattformen entstehen, über die wir heute wahrscheinlich noch überhaupt nichts wissen oder die wir heute noch überhaupt nicht beobachten.

Insofern glaube ich, dass wir mit unserer technischen Infrastruktur und das ist etwas, was mich wirklich hochgradig motiviert, die technische Infrastruktur anbieten, um Unternehmen neue Möglichkeiten zu schaffen, Content zu vermarkten. Es steht durch diese technische Infrastruktur, die es durch uns unter anderen gibt, Unternehmungen oder einzel Kreativen frei eigene Marktplätze und Plattformen zu erstellen, das finde ich sehr motivierend.

Und damit sind wir schon beim nächsten Thema: bei Startups. Das sind ja möglicherweise die, die diese künftigen neuen Content-Plattformen auch betreiben werden und Stripe ist da sehr engagiert, was Startups und Founder angeht. Mal ganz konkret gefragt: Welche Produkte und Services richten sich denn so gezielt an Startups und Founders?

Also ich hatte auch schon kurz erwähnt, wir sind natürlich ein Infrastruktur-Anbieter und unsere Lösungen können vom Startup in der ganz frühen Phase bis hin zum Großunternehmen genutzt werden, in gleicher Art und Weise. Also das heißt, alle Lösungen, die wir heute anbieten, können genauso für Start-ups genutzt werden. Wir sehen den Ansatz aber durchaus, dass die Startups mit uns ins Gespräch gehen und mit uns die Partnerschaft suchen. Aus einer sehr interessanten Motivation heraus. Ich glaube, Stripe wird auch sehr stark anerkannt als ein internationales Unternehmen mit irischen Wurzeln. Natürlich gegründet in den USA, aber ein Unternehmen, das auch Unternehmen dabei unterstützen kann, von dem ersten Moment an international und global zu agieren.

Und ich glaube, das macht den wesentlichen Reiz aus für viele dieser Unternehmen, gerade für Startups. Und was mich besonders motiviert ist, dass wir Startups sehen, die mit uns vor einigen Jahren die Reise begonnen haben. Die würdest du heute bei der Bewertung längst nicht mehr als Startups, mittlerweile vielleicht als Digital Natives, aber auf jeden Fall im Enterprise-Segment ansiedeln. Also Unternehmen, die mit uns diese Reise gegangen sind und die erkannt haben, was Stripe für sie tun kann. Wir sehen da einige interessante Tendenzen. Viele Startups, gleichgültig aus welcher Region, haben begonnen mit uns zu arbeiten. Am Anfang mit einem reinen Payment-Ansatz. Man musste irgendwie das, was man verkaufen wollte, egal ob eine Dienstleistung oder ein Produkt, auch irgendwie monetarisieren können, irgendwie das Geld aufs Konto bekommen und da hat Stripe sehr gut helfen können.

Was wir dann im nächsten Schritt gesehen haben ist, dass die Unternehmen angefangen haben, ihre Bedürfnisse tatsächlich auch zu artikulieren und auf uns zuzukommen. Zum Beispiel, was ich vorhin erwähnt hatte: Wir wollen jetzt einen Marktplatz aufbauen. Schönes Beispiel übrigens aus Wien: refurbed, bei euch um die Ecke. Super spannendes Geschäftsmodell. Kunde von uns. Wir sind mit dem Unternehmen gemeinsam gewachsen. Wir haben die begleitet von dem ganz einfachen Ansatz am Anfang mit einer Payment-Lösung. Heute nutzen wir unsere Marktplatz Technologie, nutzen die Betrugs-Präventions-Software, erweitern ihren Outreach global in andere Länder. Also das genau so eine Geschichte, wie wir sie mittlerweile sehr häufig sehen. Dass in einer sehr frühen Phase eine Partnerschaft beginnt, gemeinsam Technologie zu nutzen oder die Technologie von uns zu nutzen, aber auch diese Technologie gemeinsam weiterzuentwickeln, Bedürfnisse zu artikulieren, die wir dann aufnehmen und die neue Produkte quasi einfließen lassen. Tax Ich habe es vorhin ganz kurz erwähnt, ist genauso ein Beispiel. Wir wissen alle, wie komplex es ist, über Ländergrenzen hinweg zu verkaufen und dann auch entsprechend die Umsatzsteuer zu berechnen. Und Tax ist genauso eine Lösung, die dafür ausreicht. Also to make a long story short. Ich glaube, die Technologie, die wir heute anbieten, ist für Start ups sehr geeignet, aber auch natürlich für Enterprises und für Digital Natives.

Stripe steigt ins Geschäft mit Online-Identitätsnachweisen ein

Es gibt auch Kreditvergaben an Startups. Tritt Stripe mehr oder weniger auch schon weniger Startup-Investor selbst auf, um dieses eigene Ökosystem, in dem man selbst in der Mitte sitzt, noch zusätzlich zu befeuern?

Genau. Also was wir damit machen wollen ist, die Limitierungen in der Wachstumsphase zu reduzieren und eben den Unternehmen eine Möglichkeit zu geben, Kredit aufzunehmen. Also nicht wir investieren in die Unternehmungen hinein, sondern wir ermöglichen eine einfache Kreditvergabe. Wir sehen das häufig, dass diese Teilnehmer an solchen Plattformen – nehmen wir beispielsweise einen Creator -, dass dort die Kreditvergabe über traditionelle Wege durchaus komplex ist, schwierig ist, wenn nicht gar unmöglich. Und da wir es uns als mit Mission gesetzt haben, die Wertschöpfung des Internets zu steigern, ist es für uns genau ein Punkt, dass wir sagen, wir helfen hier, Kredite zu vergeben, sodass das Wachstum dort auch stattfinden kann.

Funktioniert das auch für Startups in Deutschland und Österreich? Können die sich euch an euch wenden?

Ich will es mal so sagen: Momentan ist es eine Lösung, die noch ein bisschen regional limitiert ist. Wir wollen aber natürlich alle unsere Lösungen global ausrollen, auch nach Deutschland und Österreich. Ich kann es allerdings noch nicht bestätigen, wann genau, aber das ist genau unser Ansatz, Bestandteil unserer Vision und unserer Mission, wird also kommen.

Zur Unternehmenskultur: Die Collison-Brüder haben natürlich irische Wurzeln. Der große Erfolg hat sich dann natürlich im Silicon Valley eingestellt, natürlich auch in dem Ökosystem dort. Aber wie prägt Stripe diese Gründungsgeschichte? Dadurch, dass man ja auch sehr stark in Europa engagiert ist, wie merkst du die irischen Wurzeln in der Firma?

Ich merke es durch unterschiedliche Sachen. Erstens mal, kulturell gesehen gibt es natürlich ein sehr starkes Verständnis für Europa. Ich habe für einige US-amerikanische Technologiekonzerne in der Vergangenheit gearbeitet und ich muss sagen, es war nicht immer so klar wie hier. Die Unternehmensgründer und auch die Führung des Unternehmens haben ein sehr, sehr klares Verständnis, wie Europa funktioniert. Es bedeutet, dass wir global denken, auch global agieren wollen. Es bedeutet auch, dass momentan das Investment in In diesem Jahr in Europa eins unserer Fokusgebiete gewesen ist, dass hier besonders stark investiert wird und dass wir hier besonders stark wachsen. Und es hat auch was mit der Mentalität zu tun. Es ist so, wie soll ich sagen, so ein bisschen dieses Fingerspitzengefühl. Es ist so ein bisschen dieses man denkt europäisch, man ist neugierig, man will die Dinge hinterfragen, man will sie verstehen und Lösungen dafür schaffen. Das merkt man in der Unternehmenskultur sehr deutlich.

Europa ist, was eure Kundschaft angeht, wahrscheinlich auch ein dankbarer Markt. Gerade 2021 haben wir riesige Finanzierungsrunden gesehen, da entstanden ganz viele Scale-ups und Unicorns. Das sind ja alles digitale Unternehmen und potenzielle Kunden für euch, oder?

Ja, und ich bin auch sehr froh, sagen zu können, dass wir ein Großteil dieser Kunden auch tatsächlich gewinnen konnten. Ich möchte aber noch mal betonen: Scale-ups und Start ups sind wirklich super, super wichtig für uns. Und wir sind auch wirklich froh über die vielen Partnerschaften, die wir hier gewinnen konnten. Wir sehen ja auch sehr häufig, dass große, eher tradierte Unternehmen und würde sie jetzt als wirklich als traditionelle Unternehmen bezeichnen. Aber ich bin sehr erfreut und teilweise auch überrascht, welchen Innovationsgeist wir hier sehen. Ich hätte nicht erwartet, wie viel Innovationskraft man hier sieht, wie viele Unternehmen hier anfangen, komplett neu zu denken. Also neu wäre jetzt vielleicht ein bisschen verfehlt. Wie können wir unser Geschäftsmodell global erweitern? Wie können wir stärker online gehen? Wie können wir die Abhängigkeit vom „Brick and Mortar“-Geschäft und von tradierten Geschäftsmodellen reduzieren? Das hören wir immer wieder. Und es macht auch unglaublichen Spaß, mit solchen Menschen, mit solchen Unternehmungen dann neue Wege zu diskutieren, wie man zusammenarbeiten kann im globalen Kontext. Also sehr motivierend, sehr spannend und wir sehen da noch einiges auf uns zukommen.

Stichwort Zusammenarbeit. Ich fand es extrem spannend, dass es 2021 eine neue Partnerschaft zwischen Stripe aus den USA und Klarna aus Europa gegeben hat. Kannst du mal ganz kurz erklären, wie funktioniert denn diese Partnerschaft?

Also ich würde sagen, es ist eine zweigeteilte Partnerschaft. Es gibt zwei Aspekte. Der eine ist, dass wir eben Klarna als eine Bezahlmethode in unserer Infrastruktur anbieten. Das heißt, der Kunde, der heute Stripe integriert hat, um beispielsweise lokale Bezahlmethoden anzunehmen, hat auch die Möglichkeit, Klarna darüber zu abzuwickeln. Und auf der anderen Seite haben wir mit Klarna zusammengearbeitet, um sie dabei zu unterstützen, ihr Geschäft in den USA zu erweitern, also durchaus eine etablierte Partnerschaft. Wir arbeiten auch mit den Teams, die durchaus zusammen.

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Ich bin auch gespannt, wie es weitergeht. Werden diese zwei Firmen vielleicht noch enger zusammenwachsen?

Ich glaube, wir sind heute schon in der sehr soliden Partnerschaft. Ich kann dir noch nicht sagen, wie es in der Zukunft sein wird. Aber wir sind offen. Wir prüfen immer wieder sinnvolle Partnerschaften, die für unsere Kunden eben Sinn machen, die von unseren Kunden gewünscht werden. Das ist auch, Du hast mich vorhin nach der Kultur gefragt. Ich glaube, das ist einer der ganz entscheidenden Punkte bei Stripe. Viele Unternehmen geben vor und sagen, für uns ist User Centricity bedeutsam, User First mag das Prinzip sein. Ich kann sagen, bei uns wird es tatsächlich sehr deutlich gelebt. Das heißt, wir hören unseren Kunden zu. Wir möchten verstehen, welche zusätzlichen Tools, welche Bezahlmethoden, welche neuen Märkte erschlossen werden sollten. Wir validieren das und setzen das sehr sehr häufig um. Klara ist genauso ein Beispiel und ich denke, dass da noch weiter Zusammenarbeitsformen kommenkönnen.

Noch eine Frage zu dir und deinem eigenen Werdegang. Du hast es ja schon beschrieben, du warst früher bei großen IT-Unternehmen, ich glaube IBM, Salesforce, Microsoft. Jetzt bist bei einem doch sehr jungen Unternehmen gelandet. Was hat dich zum Wechsel gebracht? Was fasziniert dich da besonders?

Als ich bei Salesforce angefangen habe, musste man noch die Frage diskutieren: Ist die Cloud tatsächlich eine Option? Das ist zehn Jahre her. Heute ist das nicht mehr ganz so und es hat unglaublich Spaß gemacht, an der disruptiven Ecke der Technologie zu arbeiten. Und als ich die Entscheidung getroffen habe, zu Stripe zu kommen, war es genau eine der Sachen, die mich sehr, sehr stark motiviert hat. Erstens ist das Unternehmen ein Technologieunternehmen, das führend ist in seinem Segment, das mit einer einzigartigen Lösungsdichte und mit dem Lösungsportfolio an den Markt geht und auch mit einer sehr beeindruckenden Strategie ausgestattet ist. Und was mich persönlich unglaublich motiviert, ist es einerseits mitzuhelfen, so eine Strategie aufzubauen, umzusetzen und auf der anderen Seite zu dem Zeitpunkt, als ich dazu kam, auch die Ärmel hochzukrempeln und noch mitzuarbeiten, mit den Kunden gemeinsam Erfolg zu schaffen in einer Region. Das motiviert mich.

Gib uns zum Abschluss noch einen kurzen Ausblick auf 2022. Du bist als DACH-Chef für unsere Region hier zuständig. Was wird sich da so tun? Welche Trends siehst du? Was wird es von Seiten von Stripe geben?

Es wird weitere Lösungen geben. Viele der Lösungen, die wir heute schon in anderen Teilen der Welt sehen, werden auch nach Europa kommen. Was glaube ich für unsere existierenden Kunden, aber auch für diejenigen, die darüber nachdenken, mit Stripe zu arbeiten, einen deutlichen Unterschied machen wird. Ich glaube, dass das bei uns grundsätzlich passieren wird, ist, dass wir sehen werden, dass neben den Startups immer mehr Enterprises auf Stripe zurückgreifen werden, um ihre Internationalisierungsstrategie zu unterstützen mit einem Technologie-Anbieter. Auch interessant für mich ist, dass immer mehr Partnerschaften geschlossen werden, nicht nur mit Beratungs-Häusern, sondern auch mit Technologie-Anbietern, die immer stärker darüber nachdenken, Stripe auch unmittelbar zu integrieren und für Kunden gemeinsam Nutzen zu schaffen.

Marcos, vielen Dank fürs Gespräch.

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