Studie: KI wird zum Wachstumstreiber für heimische Unternehmen
Österreichs Unternehmen digitalisieren sich Schritt für Schritt – und das zahlt sich aus. Eine fünfjährige Langzeitstudie von Accenture, der Industriellenvereinigung und Economica zeigt konkrete Effekte: Digitale Vorreiter verzeichnen ein um 6,2 Prozent höheres Umsatzwachstum und eine um 6,1 Prozent höhere Produktivität als Digitalisierungsnachzügler.
„Die digitale Dividende wirkt nachhaltig auf Umsatz, Beschäftigung und Produktivität“, so Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich. Der Anteil der digialen Champions – also Unternehmen auf der höchsten Digitalisierungsstufe – hat sich von 2 bis 3 Prozent im Jahr 2021 auf über 5 Prozent erhöht. Gleichzeitig schrumpfte die Gruppe der Nachzügler von 73 auf 65 Prozent.
Die Studie „Digitale Dividende“ dokumentiert einen klaren Technologievorsprung der Spitzenreiter. „Digitale Champions setzen innovative Technologien schneller ein. Sie bauen ihren Technologievorsprung stets weiter aus. Der Nutzungsunterschied bei GenAI liegt bei rund 12 Prozent“, betont Christian Helmenstein, Chefökonom der IV und Leiter des Instituts Economica. Bei KI liegt der Nutzungsunterschied bei 26 Prozent, bei Cloud-Technologien bei 24 Prozent und bei Digital Twins sogar bei 33 Prozent.
Interessant: Unternehmen digitalisieren primär interne Prozesse – 66 Prozent nutzen Automatisierung in Planung und Produktion, 63 Prozent in der Administration. Die Schnittstellen zum Markt bleiben vergleichsweise analog: Nur 49,5 Prozent automatisieren Kunden- und Marktkommunikation.
Österreich bei AI-Nutzung im oberen EU-Mittelfeld
Im europäischen Vergleich positioniert sich Österreich solide: 30 Prozent der heimischen Unternehmen nutzen KI – deutlich über dem EU-Schnitt von 20 Prozent. Spitzenreiter bleiben Dänemark mit 42 Prozent und Finnland mit 38 Prozent. Die Voraussetzungen für weitere Automatisierung sind vorhanden – Datenzugang und technische Schnittstellen stehen bereit. „Große Unternehmen nutzen stärker digitale Technologien als KMU. Doch: Jeder kann digitaler Champion werden – egal ob groß, klein, Industrie, Handwerk oder Dienstleistung. Die Chancen gilt es zu ergreifen. Hier stecken die größten ungenutzten Potenziale“, so Helmenstein.
39 Prozent melden positiven ROI bei KI-Investments
Advanced AI findet Einzug in alle Unternehmensbereiche. 57 Prozent haben KI bereits im Einsatz oder planen die Implementierung kurzfristig. Verwaltung, Vertrieb, Logistik sowie Kunden- und Marktkommunikation bilden die stärksten Einsatzgebiete. „39 Prozent geben heute schon einen positiven Return on Investment an. Das ist für eine vergleichsweise junge Technologie bemerkenswert“, sagt Philipp Krabb, Leiter Research bei Accenture Österreich. Die Technologie amortisiert sich demnach schneller als erwartet.
Die konkreten Vorteile zeigen sich in Qualität und Effizienz: 58 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen verzeichnen höhere Arbeitsqualität bei gleichzeitig sinkender Fehlerquote. Die Zeitersparnis liegt durchschnittlich bei 1,25 Stunden pro Arbeitstag. „Ein AI-Einsatz ermöglicht ein zusätzliches Drittel der eigenen Arbeitskraft“, erklärt Krabb. Diese Produktivitätsgewinne schlagen sich direkt in den Wachstumszahlen nieder – und erklären, warum Champions ihre Führungsposition kontinuierlich ausbauen.
Die Fünf-Jahres-Bilanz zeichnet ein klares Bild: Digitalisierung zahlt sich messbar aus, der Abstand zwischen Vorreitern und Nachzüglern wächst. Während das digitale Mittelfeld aufholt, vergrößern Champions ihren Vorsprung durch schnellere Adoption neuer Technologien. Der nächste Schritt soll in der Digitalisierung der Marktschnittstellen liegen – hier schlummert laut Studie das größte ungenutzte Potenzial für österreichische Unternehmen.
