Waymo holt sich 5 Milliarden Dollar Kredit für Robotaxis
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Robotaxis sind kein Experiment mehr, sie sind ein Kreditnehmer: Die Google-Schwester Waymo hat soeben ihren ersten großen Kredit über 5 Milliarden Dollar (rund 4,5 Milliarden Euro) abgeschlossen. Angeführt wird das Konsortium von PIMCO, Blackstone und Sixth Street, Goldman Sachs hat den Deal organisiert. Dabei sind außerdem Capital Group, Loomis Sayles, T. Rowe Price, Apollo, Blue Owl, Franklin Templeton, Fidelity, HPS und Oaktree.
Mehr Nachfrage als geplant
Ursprünglich wollte Waymo laut Bloomberg nur 3 Milliarden Dollar aufnehmen, wegen der hohen Nachfrage wurde der Kredit aufgestockt. Die Zinsen liegen demnach 5,25 Prozentpunkte über dem Referenzzinssatz. „Unser starkes Momentum erlaubt es uns, unsere Eigenkapitalfinanzierung mit Fremdkapital zu ergänzen“, schreibt Finanzchef Steve Fieler. Waymo sieht sich damit auf dem Weg zum „skalierenden kommerziellen Unternehmen“.
Fremdkapital ist für Waymo neu, Eigenkapital gab es reichlich. Erst im Februar hatte das Unternehmen 16 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) bei einer Bewertung von 126 Milliarden Dollar eingesammelt, angeführt von Dragoneer, DST Global und Sequoia. Mehrheitseigentümer bleibt der Google-Mutterkonzern Alphabet. Zuvor flossen 5,6 Milliarden Dollar im Jahr 2024, 2,5 Milliarden 2021 und 3,2 Milliarden 2020.
London und Tokio als nächste Ziele
Das Geld soll in die Expansion fließen. Waymo fährt inzwischen in 15 US-Märkten fahrerlos, darunter Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin, Dallas, Houston und Miami. In London und Tokio testet Waymo bereits und will dort den Betrieb aufnehmen. Damit würde Waymo erstmals in Europa mit Robotaxis Geld verdienen. Hierzulande sind autonome Fahrzeuge bisher vor allem im öffentlichen Verkehr unterwegs: Der deutsche Verkehrstechnikkonzern init hat erst kürzlich das norwegische Startup Applied Autonomy für fahrerlose Busse übernommen.
Konkurrenz und Ermittlungen
Waymo ist zwar Marktführer, aber nicht allein. Tesla baut seinen eigenen Robotaxi-Dienst auf, Amazon schickt mit Zoox eigene Fahrzeuge ohne Lenkrad auf die Straße, und in China betreibt Baidu mit Apollo Go eine der größten Robotaxi-Flotten der Welt. In Europa setzt das britische Startup Wayve auf Partnerschaften mit Autoherstellern und Uber.
Gleichzeitig wächst der Druck der Behörden. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ermittelt, weil Waymo-Fahrzeuge verbotenerweise an haltenden Schulbussen vorbeigefahren sind. Auch die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat sich eingeschaltet. Zudem untersuchte die NHTSA einen Vorfall, bei dem ein Robotaxi in der Nähe einer Schule mit rund zehn Kilometern pro Stunde ein Kind erfasste und leicht verletzte.

