Smarte Kaffeemaschine funkt 1 Terabyte in 10 Tagen
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Eigentlich sollte sie nur Kaffee kochen, stattdessen legte sie das WLAN lahm: Eine vernetzte Kaffeemaschine von Keurig hat innerhalb von zehn Tagen rund ein Terabyte an Daten durchs Heimnetz geschickt. Entdeckt hat das der IT-Experte Nomad, der beim tschechischen 3D-Drucker-Hersteller Prusa arbeitet und das Netzwerk seiner Eltern aus der Ferne betreut. Seinen Fund postete er auf X, samt Screenshot aus seiner Netzwerk-Software und dem Kommentar, er stecke das Gerät sofort aus und kaufe seinen Eltern eine neue Kaffeemaschine.
97 Gigabyte am Tag
Aufgefallen war das Problem, weil sich die Eltern über langsames Internet beschwerten. Die Analyse ergab laut Tom’s Hardware: Die Keurig K-Supreme SMART hatte in zehn Tagen und neun Stunden etwa 1.008 Gigabyte hochgeladen und knapp 10 Gigabyte heruntergeladen. Das sind rund 97 Gigabyte pro Tag oder durchgehend etwa 9 Megabit pro Sekunde, genug, um einen WLAN-Access-Point im Alleingang auszulasten. Zum Vergleich: Eine LG-Waschmaschine, die 2024 wegen ihres Datenhungers Schlagzeilen machte, kam auf 3,6 Gigabyte pro Tag.
Was die Maschine eigentlich sendete, ist unklar. Normalerweise überträgt sie nur Kleinigkeiten wie den Betriebsstatus, den Brühvorgang und welche Kapsel eingelegt wurde. Nomad geht von einem Softwarefehler aus, ein Großteil des Datenverkehrs dürfte das Heimnetz gar nicht verlassen haben. Einen genauen Mitschnitt der Daten machte er nicht. Ein Neustart und die Verbannung in ein abgeschottetes Teilnetz stoppten den Spuk zumindest vorerst, ersetzt wird die Maschine trotzdem. Keurig hat sich bislang nicht geäußert.
Neugierige Haushaltsgeräte
Der Fall reiht sich in eine lange Liste ein. Laut einem Bericht des Boston Globe aus 2022 teilte Keurig Brühdaten mit Marken, die Kapseln herstellen. Die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports fand einen Wäschetrockner, der pro Woche Daten im Umfang von 135.000 SMS an den Hersteller schickte. Und bei einem Test von TechRadar verlangte die App einer Lavazza-Kaffeemaschine Zugriff auf Kontakte und Anrufliste.
Dabei wird das vernetzte Zuhause immer größer: Apple etwa lässt sich von LG Türklingel, Schloss und Kameras bauen. Expert:innen raten deshalb, smarte Geräte in ein eigenes Netz zu sperren, damit ein fehlerhaftes oder gehacktes Gerät weder Laptop noch Handy erreicht. Und vor dem Kauf lohnt die Frage, ob die Kaffeemaschine überhaupt ins Internet muss. Nomad selbst hat inzwischen ein anderes Problem: Er sei jetzt vor allem für eine durchgedrehte Kaffeemaschine bekannt, schrieb er.

