Finanzierung

Ramp: Spesen-Fintech ist jetzt 60 Milliarden Dollar wert

Die Ramp-Founder © Ramp
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Spesenabrechnungen sind langweilig, das Geschäft damit offenbar ganz und gar nicht: Das New Yorker Fintech Ramp sammelt rund 1,85 Milliarden Dollar (etwa 1,65 Milliarden Euro) ein und wird dabei mit 60 Milliarden Dollar (etwa 53 Milliarden Euro) vor dem Investment bewertet. Das berichtet Bloomberg. Angeführt wird die Runde von Dragoneer und Thrive Capital, auch Founders Fund schreibt einen großen Scheck.

Von 44 auf 60 Milliarden in vier Monaten

Das Tempo ist atemberaubend. Erst im Juni hatte Ramp in einer Series F 750 Millionen Dollar (rund 670 Millionen Euro) bei einer Bewertung von 44 Milliarden Dollar aufgenommen, angeführt von ICONIQ, dem Staatsfonds GIC aus Singapur und dem Ontario Teachers‘ Pension Plan. Im April 2024 lag die Bewertung noch bei 7,65 Milliarden Dollar. Vor der neuen Runde hatte Ramp insgesamt rund 3 Milliarden Dollar (etwa 2,7 Milliarden Euro) eingesammelt.

Getragen wird der Höhenflug vom Wachstum. Laut Bloomberg hat Ramp bereits Anfang Juni einen annualisierten Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) überschritten. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Kund:innen, die jährlich über 100 Milliarden Dollar über die Plattform abwickeln. Das Zahlungsvolumen wuchs zuletzt um rund 170 Prozent im Jahresvergleich.

Von der Firmenkarte zur KI-Finanzabteilung

Gegründet wurde Ramp 2019 von Eric Glyman (CEO) und Karim Atiyeh (CTO). Angefangen hat das Startup mit Firmenkreditkarten und automatisierten Spesenabrechnungen für Startups. Heute bietet Ramp auch Zahlungsabwicklung, KI-gestützte Betrugserkennung und mit Stack ein Produkt für Steuerberatungs- und Buchhaltungskanzleien. Neuester Schwerpunkt sind die KI-Kosten von Unternehmen: Mit Router.com hat Ramp im August einen kostenlosen Router für KI-Modelle gestartet, eine Alternative zum Dienst OpenRouter.

Auch Europa hat Ramp im Visier. Im März kaufte das Fintech den Stockholmer Zahlungsdienstleister Billhop, um an Lizenzen für Großbritannien und die EU zu kommen. Seit dem Sommer können europäische Firmen Ramp direkt nutzen, Teams sitzen in London und Stockholm.

Hoher Multiplikator, harte Konkurrenz

Dort trifft Ramp auf etablierte Rivalen. Das Kopenhagener Fintech Pleo setzt auf eigene KI-Agenten für Finanzteams, das Berliner Spend-Management-Startup Moss ist inzwischen ebenfalls ein Unicorn. Wie umkämpft der Markt ist, zeigte zuletzt auch die Übernahme von Circula: Das Berliner Fintech ging an Personio. In den USA ist American Express der große etablierte Gegenspieler.

Die neue Bewertung entspricht rechnerisch rund dem 40-Fachen des Umsatzes vom Frühsommer, ein Multiplikator, wie er sonst eher bei KI-Firmen üblich ist. Wie schnell sich solche Preise relativieren können, zeigt der engste US-Konkurrent: Brex wurde heuer laut Bloomberg um 5,15 Milliarden Dollar (rund 4,6 Milliarden Euro) an die Bank Capital One verkauft, also für weniger als ein Zehntel der neuen Ramp-Bewertung.

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