Xona: Startup will GPS mit eigenen Satelliten Konkurrenz machen
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GPS ist kostenlos, ungenau und leicht zu stören, und genau darauf baut Xona sein Geschäft: Das kalifornische Startup Xona Space Systems schickt noch im Oktober sechs Satelliten mit einer SpaceX-Rakete ins All. Damit soll die erste kommerzielle Präzisionsalternative zu GPS in den Testbetrieb gehen, berichtet TechCrunch. Der Dienst heißt Pulsar und soll am Ende aus 258 Satelliten bestehen.
Zentimeter statt Meter
Pulsar verspricht eine Ortung auf wenige Zentimeter genau, GPS schafft nur einige Meter. Die Satelliten kreisen in rund 1.000 Kilometern Höhe und damit viel näher an der Erde als GPS-Satelliten in gut 20.000 Kilometern. Das Signal soll deshalb deutlich stärker ankommen, auch in Gebäuden und Häuserschluchten. Xona spricht von verschlüsselten und authentifizierten Signalen, die rund 100-mal stärker seien als bei herkömmlicher Satellitennavigation. Teure Atomuhren an Bord braucht Xona nicht, die Satelliten gleichen ihre Zeit laufend mit Referenzstationen am Boden ab. Bestehende GPS-Empfänger sollen die Signale nach einem Software-Update nutzen können.
Vier der sechs neuen Satelliten basieren auf einem Prototyp, den Xona 2025 gestartet hat. Gebaut werden sie vom belgischen Satellitenhersteller Aerospacelab. Die beiden anderen hat Xona selbst entwickelt, sie bilden die Basis der künftigen Konstellation. Erste Tests mit Kund:innen sollen starten, sobald die Satelliten mehrmals täglich über die mittleren Breiten ziehen. Bis 2028 will Xona die USA, Europa, Japan und Südkorea abdecken. Ein erster Pilotkunde ist der Zeitmessungsspezialist TimeBeat, der seine Geräte weltweit über Pulsar synchronisieren will.
Schutz gegen Störsender
Der Bedarf ist groß. GPS und die staatlichen Systeme aus Europa, China und Russland sind für Anwendungen wie autonome Autos oder Agrarroboter allein oft nicht präzise genug. Vor allem aber lassen sie sich leicht stören oder fälschen. In Kriegsgebieten wie der Ukraine, wo Drohnen und KI-Kampfdaten den Alltag bestimmen, gehört das längst zum Standardrepertoire. Auch im Ostseeraum kämpfen Fluglinien und Schiffe seit Jahren mit gestörten GPS-Signalen. Xona-CEO Brian Manning ist überzeugt, dass Pulsar dank der stärkeren Signale deutlich schwerer zu stören ist.
Gegründet wurde Xona 2019 von fünf Absolvent:innen des Luft- und Raumfahrtstudiums in Stanford. CTO Tyler Reid hatte zuvor bei Ford an selbstfahrenden Autos gearbeitet. Insgesamt hat das Startup gut 300 Millionen Dollar (rund 267 Millionen Euro) von Investor:innen eingesammelt, dazu kommen 20 Millionen Dollar von der US Space Force.
Europa baut eigene Lösungen
Ganz allein ist Xona nicht. Auch die Europäische Weltraumorganisation ESA arbeitet mit dem Programm Celeste an Navigationssatelliten in niedriger Umlaufbahn, die das europäische System Galileo ergänzen sollen. Dass Österreich seinen ESA-Beitrag zuletzt um 30 Prozent aufgestockt hat, zeigt, wie wichtig solche Infrastruktur inzwischen genommen wird. Ob sich Pulsar gegen kostenlose staatliche Systeme durchsetzt, ist offen. Manning selbst gab zu, dass er die Idee eines kommerziellen GPS anfangs für „dumm“ hielt, weil sich mit GPS bisher vor allem über Hardware Geld verdienen lässt und nicht über den Dienst.

