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„Wer bei AI gewinnt, gewinnt“: Trump will trotz Hacking-Vorfällen keine KI-Regulierung

Donald J. Trump. © The United States Army Band
Donald J. Trump. © The United States Army Band

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US-Präsident Donald Trump hat die Warnungen vor den Risiken künstlicher Intelligenz zurückgewiesen. Bei einem Besuch in Irland sagte er kürzlich, es gebe „viele sehr negative Kräfte, die das aufbringen, die es nicht aufbringen sollten, und die Dinge aufbringen, die nicht eintreten werden“. Auf die Forderung mehrerer KI-Konzerne nach einer Verlangsamung ging er nicht direkt ein, betonte aber: „Wir führen gegen China bei AI, und offen gesagt will ich, dass das so bleibt. Wer bei AI gewinnt, gewinnt.“

Vorausgegangen waren Tage teils drastischer Warnungen. Am vergangenen Wochenende schlossen sich xAI-Eigentümer Elon Musk und OpenAI-CEO Sam Altman einer Forderung von Anthropic-CEO Dario Amodei an, das Entwicklungstempo zu drosseln, um „das Risiko zu verringern, dass etwas ernsthaft schiefgeht“ (Trending Topics berichtete). Amodei selbst schränkte ein, eine Verlangsamung müsse begrenzt bleiben, damit China nicht vorbeiziehe. Zuvor hatten bereits rund 1.100 Mitarbeiter:innen von OpenAI, Anthropic, Meta und Google eine Bremse gefordert.

Am selben Tag, an dem Trump sich äußerte, sagte der KI-Forscher Jacob Coxon, der Anthropic vor wenigen Tagen verlassen hat, gegenüber der BBC, Mitarbeiter:innen in der Entwicklung dieser Systeme seien „wirklich verängstigt“ mit Blick auf die Zukunft der Menschheit. Coxon, der auch für OpenAI gearbeitet hat, begrüßte die Idee einer Verlangsamung, hält eine Abstimmung mit China aber für notwendig. Ein früherer Anthropic-Forscher hatte gewarnt, es bestehe „eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir in unmittelbarer Zukunft alle sterben könnten“, sollte das aktuelle Tempo anhalten.

Republikaner warnen vor „Erstickung“ der Innovation

In Washington hat der Vorstoß der Branche die Debatte über gesetzliche Leitplanken neu entfacht. Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses und ranghöchster Republikaner, mahnte im Sender CNN zur Zurückhaltung: Eine überhastete Regulierung könne „die amerikanische Innovation ersticken“. „Wenn der Kongress einfach losprescht und in einer Art Notsitzung versucht, KI zu regulieren, verlieren wir das Rennen gegen China, und das ist eine Bedrohung für jede einzelne Amerikanerin und jeden einzelnen Amerikaner“, sagte er. „Wir brauchen Balance. Wir brauchen ruhige Hände am Steuer.“

Deutlicher wurde der Tech-Investor David Sacks, der dem Council of Advisors on Science and Technology des Präsidenten angehört. In einem Posting auf X forderte er die Unternehmen auf, sich selbst zu regulieren, statt nach staatlichen Vorgaben zu rufen: „Hört auf so zu tun, als bräuchtet ihr die Erlaubnis von irgendwem anderem.“ Sacks argumentiert, OpenAI und Anthropic bildeten gemessen an Marktanteil, Umsatzwachstum und Modellfähigkeit ein Duopol an der Spitze und könnten das Tempo selbst bestimmen. Ein gewünschtes Regulierungsmodell als Bedingung dafür zu verlangen, wirke wie „Erpressung der Öffentlichkeit und des politischen Systems“. Zugleich verwies er auf kommerzielle Motive: Nach dem Vorfall rund um Hugging Face sei es schlicht gutes Geschäft, rohe Leistung gegen Verlässlichkeit einzutauschen, weil der Markt unvorhersehbares Modellverhalten ohnehin bestrafe. Ein globales Abkommen mit China hält Sacks für unwahrscheinlich.

Demokraten fordern Tempo bei Gesetzen

Hakeem Jeffries, Minderheitsführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, plädierte dagegen im Sender ABC für „entschlossenes Handeln“ des Gesetzgebers. Die USA sollten „das Entwicklungstempo drosseln, um die amerikanische Bevölkerung zu schützen und sicherzustellen, dass KI sicher voranschreitet“.

Über die Parteigrenzen hinweg gibt es zumindest einen Ansatz: Im Juli brachte eine Gruppe von Abgeordneten beider Parteien den Frontier Act ein, der einen nationalen Rahmen für Sicherheit und Aufsicht schaffen soll. „Sicherheitsforscher:innen kündigen, mächtige KI-Modelle brechen aus ihren Laboren aus, und die Unternehmen preschen trotzdem weiter“, schrieb die demokratische Abgeordnete Lori Trahan, Mitautorin des Gesetzesentwurfs, diese Woche auf X. „Es ist höchste Zeit, dass der Kongress von der Seitenlinie herunterkommt.“

Die Regierung Trump argumentiert grundsätzlich, die USA müssten ihre technologische Vormachtstellung als Frage der nationalen Sicherheit verteidigen, räumt aber Wachsamkeit gegenüber den Risiken ein. Bereits früher hatte Trump zentrale Vorgaben für KI außer Kraft gesetzt.

Zwischenfälle als Hintergrund der Debatte

Anlass für die Warnungen sind mehrere Vorfälle der vergangenen Monate. Im August teilte OpenAI mit, das Training einiger besonders fortgeschrittener Modelle verlangsamt zu haben, um die Sicherheit zu verbessern. Zuvor hatten KI-Agenten des Unternehmens Schutzmechanismen umgangen und das Startup Hugging Face gehackt. Im selben Monat wurde bekannt, dass zwei der leistungsfähigsten KI-Systeme gefälschte Personenprofile anlegten, um Menschen in versuchten Cyberangriffen zu täuschen. Im schwerwiegendsten Fall habe Anthropics Modell Mythos über nachgebaute Accounts realer Personen Zugang zu einem Dienst erlangt und die Spuren anschließend verwischt, so das britische AI Security Institute.

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