WienIT zählt bereits 500 Mitarbeitende auf seiner zentralen KI-Plattform
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Die Wiener Stadtwerke-Gruppe hat vor rund eineinhalb Jahren bei ihrer IT-Tochter WienIT ein konzernweites Competence Center Künstliche Intelligenz eingerichtet. Grundlage ist eine zentrale KI-Plattform, die allen Mitarbeiter:innen der Gruppe Zugang zu den Technologien gibt. Derzeit nutzen sie 500 Personen aktiv, bis Jahresende soll sich die Zahl verdoppeln.
Eigenes Tool für verstreutes Wissen
Als Schwerpunkt kristallisierte sich früh das Wissensmanagement heraus: Mehr als 20 Projektvorschläge wurden dazu eingemeldet, wie Jonathan Mayer, Product Owner bei WienIT, sagt. In gewachsenen Systemlandschaften liegen Informationen verstreut in Dokumenten und Systemen, die Suche danach ist entsprechend aufwendig. WienIT entwickelte deshalb ein eigenes KI-basiertes Wissensmanagement-Tool, das auf mehrere interne Datenquellen zugreift, ohne Code-Kenntnisse bedienbar ist und die Unternehmensdaten geschützt verarbeitet. Digitale Souveränität sei ein strategisches Leitprinzip, so Mayer.
Pro Fachbereich pflegt eine verantwortliche Person die jeweilige Wissensdatenbank. Damit soll das Wissen aktuell bleiben und bei Pensionierungen nicht verloren gehen. Im Einsatz ist die Anwendung derzeit in 20 Fachabteilungen, ein weiterer Ausbau ist geplant.
Akzeptanz zählt mehr als Modellqualität
Larisa Stanescu, Leiterin des KI Competence Centers, beschreibt die Einführung als vor allem organisatorische und kulturelle Aufgabe. Jede:r Nutzer:in durchläuft ein strukturiertes Onboarding. Erfolgreiche Projekte entstünden dort, wo Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz und Change-Management früh eingebunden sind, wobei diese Abstimmung oft länger dauere als die technische Umsetzung. Entscheidend seien Akzeptanz, Vertrauen und brauchbare Anwendungsfälle, weniger die Leistungsfähigkeit einzelner Modelle: „KI unterstützt Menschen bei ihrer Arbeit, ersetzt aber nicht die menschliche Verantwortung.“