Kryptobörse

Binance AI: Krypto-Riese setzt auf KI, Europa bleibt Baustelle

Bitcoin and Ethereum coins next to the Binance logo
Binance now offers an A.I. interface. © Kanchanara / Unsplash

Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.

Börsenwissen für alle, aber eine Lizenz für Europa fehlt weiterhin: Binance hat seine neue KI-Oberfläche Binance AI soeben weltweit für alle englischsprachigen Nutzer:innen freigeschaltet, berichtet The Block. Gleichzeitig steht die größte Kryptobörse der Welt in der EU unter Druck, weil sie dort noch immer keine Zulassung nach der neuen Krypto-Regulierung MiCA hat.

Was Binance AI kann

Binance AI ist eine sogenannte generative Benutzeroberfläche: Die KI stellt Marktinformationen, Portfolio-Übersicht und Handelswerkzeuge je nach Interessen und Erfahrung der Nutzer:innen individuell zusammen. Die wichtigsten Funktionen:

  • Portfolio-Zusammenfassungen: Die KI fasst die Entwicklung des eigenen Portfolios in kurzen Texten zusammen.
  • Marktanalysen: Die Kryptowährungen mit den stärksten Kursbewegungen werden automatisch analysiert.
  • Briefings und Alarme: Marktberichte gibt es auf Abruf als Text oder Audio, dazu kommen Sprachalarme.

Selbstständig handeln kann Binance AI laut The Block nicht, Orders geben Nutzer:innen weiterhin selbst auf. Das Tool ist kostenlos, in der Testphase seit September haben es rund 150.000 Personen ausprobiert. Weitere Sprachen sollen folgen, außerdem hat Binance bereits eine Profi-Version namens Binance AI Pro gezeigt.

„Die Blockchain gibt allen Zugang zu den Märkten, die KI gibt allen das Wissen, sich darin zurechtzufinden“, sagt Co-CEO Richard Teng. Produktchef Jeff Li ergänzt: „Die Märkte werden komplexer, aber die Werkzeuge, um sie zu verstehen, sollten einfacher werden.“

Konkurrenz setzt auf KI-Agenten

Binance ist mit der Idee nicht allein, andere Plattformen gehen sogar weiter. Robinhood lässt seine Kund:innen inzwischen KI-Agenten rund um die Uhr traden, die Kryptobörse Bybit hat eine Trading-Schnittstelle gestartet, über die sich ChatGPT, Claude und andere KI-Assistenten direkt mit dem Handelskonto verbinden lassen. Binance setzt dagegen vorerst auf Information statt auf automatisches Handeln. Der Wiener Krypto-Broker Bitpanda wiederum setzt in Europa stark auf das Geschäft mit Banken: Mit der Raiffeisen Bank International will Bitpanda Krypto-Zugang für 18 Millionen Bankkund:innen in Zentral- und Osteuropa schaffen.

Ohne MiCA-Lizenz in der EU

In Europa ist die Lage für Binance kompliziert. Seit Juli dürfen Kryptoanbieter in der EU nur noch mit einer MiCA-Lizenz tätig sein. Binance hatte seinen Antrag in Griechenland, der eine Zulassung für alle 27 Mitgliedstaaten gebracht hätte, im Juni zurückgezogen, Berichten zufolge kurz vor einer drohenden Ablehnung durch die griechische Aufsicht. In Frankreich hat Binance daraufhin seine Krypto-Dienste eingestellt, rund zwei Millionen Nutzer:innen verloren den Zugang zum Handel.

In anderen EU-Ländern bedient Binance Kund:innen weiterhin, und zwar über die sogenannte Reverse Solicitation. Diese Ausnahme erlaubt Anbietern ohne EU-Lizenz, Kund:innen zu bedienen, wenn diese völlig aus eigenem Antrieb auf sie zukommen. Genau das sehen die Aufsichtsbehörden kritisch: Die EU-Wertpapieraufsicht ESMA und mehrere nationale Behörden prüfen laut Financial Times, ob Binance die Ausnahme zu weit auslegt. Sie sei „sehr eng gefasst“ und solle „nicht genutzt werden, um MiCA-Anforderungen zu umgehen“, betont die ESMA. Binance erklärt, man halte die Regeln in allen Märkten ein und arbeite „aktiv an einer MiCA-Zulassung“. Ob die neue KI-Oberfläche auch Nutzer:innen in der EU erreicht, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

Andere Börsen sind da schon weiter. Rivalen wie OKX, Bybit oder Bitpanda haben ihre MiCA-Lizenzen bereits und bauen ihr Europageschäft aus, während Binance trotz eines Anteils von mehr als 45 Prozent am weltweiten Spot-Handelsvolumen in der EU auf eine Zulassung wartet.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
#glaubandich CHALLENGE: SVAN triumphiert in Klagenfurt

#glaubandich CHALLENGE 2027

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen

Newsletter

Founders Dispatch

Zwei Mal pro Woche kostenlos in die Inbox: die wichtigsten Startups, Deals und Tech-Entwicklungen aus Europa, handgeschrieben von der Redaktion.

Jederzeit abbestellbar. Mehr über den Newsletter