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Ölschock: Bitcoin rutscht Richtung 81.000 Dollar

Crypto Assets. © Collage Trending Topics
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So schnell kann „Uptober“ kippen: Am Mittwoch näherte sich Bitcoin noch den 85.000 Dollar, am Donnerstag ist die größte Kryptowährung zurück bei rund 81.300 Dollar (etwa 72.500 Euro). Auf 24-Stunden-Sicht steht ein Minus von knapp 4 Prozent, die Gewinne der Woche sind damit weg. Auslöser ist laut Bitcoin Magazine ein Ölpreis, der nach neuen Angriffen der jemenitischen Huthi auf Saudi-Arabien über 110 Dollar je Barrel gesprungen ist. Erst am Mittwoch hatte Bitcoin die Marke von 83.000 Dollar zurückerobert.

Die Kurse im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die größten Krypto-Assets nach Marktkapitalisierung (ohne Stablecoins) laut CoinMarketCap, Stand Donnerstagabend.

Krypto-Asset Preis 24 Stunden 7 Tage
Bitcoin (BTC) 81.304,25 Dollar −3,66 % −1,45 %
Ethereum (ETH) 2.384,62 Dollar −4,90 % −2,66 %
BNB (BNB) 727,84 Dollar −2,87 % −0,71 %
XRP (XRP) 1,31 Dollar −4,69 % −2,05 %
Solana (SOL) 103,55 Dollar −4,17 % −2,38 %
Tron (TRX) 0,3278 Dollar −1,55 % −1,04 %
Zcash (ZEC) 1.201,55 Dollar −10,38 % −1,58 %
Hyperliquid (HYPE) 77,24 Dollar −4,58 % −5,51 %
Dogecoin (DOGE) 0,07830 Dollar −5,73 % −3,34 %
Monero (XMR) 615,06 Dollar +1,58 % +12,73 %
Chainlink (LINK) 11,88 Dollar −6,08 % −4,94 %
UNUS SED LEO (LEO) 9,04 Dollar +0,01 % 0,00 %
Cardano (ADA) 0,2117 Dollar −7,00 % −7,99 %

Bitcoin kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,63 Billionen Dollar. Der Rest des Marktes verliert teils deutlich mehr: Zcash gibt nach der Rally der Vortage über 10 Prozent ab, Cardano und Chainlink je 6 bis 7 Prozent. Einziger Gewinner unter den Großen ist erneut Monero, das auf Wochensicht fast 13 Prozent zulegt. Noch härter trifft es Krypto-Aktien: Strategy verlor laut CoinDesk im frühen Handel 5,6 Prozent, Circle 4,6 Prozent, MARA 4,2 Prozent und Coinbase 4 Prozent.

Fear & Greed Index: Die Gier hinkt hinterher

Der Crypto Fear & Greed Index von Alternative.me steht am Donnerstag bei 68 Punkten und damit klar im Bereich „Gier“, nach 63 Punkten am Vortag. Das wirkt paradox, hat aber einen technischen Grund: Der Index wird einmal täglich berechnet und bildet den Kursrutsch vom Donnerstag noch nicht ab. Er fasst unter anderem Volatilität, Handelsvolumen, Social-Media-Stimmung und die Bitcoin-Dominanz in einem Wert zwischen 0 (extreme Angst) und 100 (extreme Gier) zusammen. Spannend wird, wie stark der Wert am Freitag nachgibt.

ETF-Flows: Drei Tage, eine Milliarde

Die institutionellen Käufer:innen haben sich vom Wochenstart bis Mittwoch jedenfalls nicht abschrecken lassen. Die US-Spot-ETFs auf Bitcoin verzeichneten laut Farside Investors am Mittwoch Nettozuflüsse von 524,8 Millionen Dollar. Angeführt wurden sie von BlackRocks IBIT mit 235 Millionen Dollar und Fidelitys FBTC mit 212,7 Millionen Dollar, kein einziger Fonds verzeichnete Abflüsse. Zusammen mit Montag (526,7 Millionen Dollar) und Dienstag (23,2 Millionen Dollar) flossen damit binnen drei Tagen rund 1,07 Milliarden Dollar in die Produkte. Auch die Ether-ETFs beendeten eine fünftägige Abflussserie mit einem kleinen Plus von 14,9 Millionen Dollar. Ob die Nachfrage den Rücksetzer vom Donnerstag übersteht, zeigen erst die nächsten Handelstage.

Was den Gesamtmarkt bewegt

  • Öl und Nahost: Neue Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien schüren Sorgen vor Lieferausfällen und einem größeren Krieg in der Region. US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran vor, den Ölpreis vor den Midterms gezielt in die Höhe zu treiben und sogar Treffer und Minen zu erfinden.
  • Zinsen: Teures Öl heizt die Inflation an und galt bisher als Argument für weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank, die kommende Woche tagt. Am Donnerstag lief es an den Märkten allerdings anders: Die Anleger:innen flüchteten in US-Staatsanleihen, die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel erstmals seit einem Monat unter 5 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung kommende Woche sank laut CME FedWatch auf 8 Prozent, nach 28 Prozent vor einer Woche.
  • Tech-Aktien: Der Nasdaq lag am Donnerstag mehr als 2 Prozent im Minus, der Ausverkauf bei KI-Werten setzt sich fort. Bitcoin bewegt sich seit Monaten oft im Gleichschritt mit den Tech-Aktien.
  • Europa: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen stieg auf 5,08 Prozent, der Abstand zu deutschen Bundesanleihen erreichte mit 174 Basispunkten ein 15-Jahres-Hoch. Das nährt Sorgen vor einer neuen Schuldenkrise in der EU.
  • US-Wahl: In weniger als zwei Wochen wählen die USA, die Teuerung ist eines der Top-Themen. Auf Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten beide Kammern des Kongresses gewinnen, bei 67 Prozent.
  • Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken auf 194.000 und bleiben damit historisch niedrig. Ein robuster Arbeitsmarkt gibt der Fed wenig Grund zur Lockerung.

Trotz des Rücksetzers sehen Analyst:innen Bitcoin weiter im Bullenmarkt, weil der Kurs über dem gleitenden 365-Tage-Durchschnitt liegt. Das dritte Quartal war zudem das beste seit Jahren, und schon im September hatte Bitcoin eine Zinserhöhung der Fed und das Scheitern des Krypto-Gesetzes Clarity Act im Kongress weggesteckt. Historisch reagierte Bitcoin auf Kriegsnachrichten allerdings meist mit Abschlägen: Als die USA und Israel im Februar den Iran angriffen, brach der Kurs ein, und auch im März und April blieb er nervös.

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