Wiener Wachstum: Stadt Wien und Raiffeisen NÖ-Wien investieren bis zu 500.000 Euro in Scale-ups
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Die Stadt Wien und Raiffeisen NÖ-Wien haben die Einreichphase für ihr neues Finanzierungsinstrument „Wiener Wachstum“ eröffnet. Klein- und Mittelunternehmen (KMU) sowie Scale-ups aus der Digital- und Gesundheitswirtschaft können sich ab sofort um Eigenkapital bewerben. Insgesamt stehen sieben Millionen Euro Startkapital bereit. Laut der Wirtschaftsagentur Wien sind die Bewerbungen laufend möglich, es gibt also keine fixe Deadline.
Dominic Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, lädt die Unternehmen zur Bewerbung ein: „Ab sofort können sich Klein- und Mittelbetriebe sowie Startups und Scale-Ups um eine Eigenkapitalfinanzierung bewerben. Bis zu 500.000 Euro sind pro unternehmerischem Vorhaben möglich.“
Wer sich bewerben kann
Angesprochen sind Wiener KMU und Scale-ups, die bereits zwei bis drei Jahre am Markt sind. Der Fokus liegt auf zwei Zukunftsbranchen: Digitalwirtschaft und Gesundheitswirtschaft. Damit richtet sich das Programm an Unternehmen, die ihre Gründungsphase hinter sich haben und für den nächsten Wachstumsschritt Kapital brauchen, etwa für Personal, Technologie oder neue Märkte.
Wie viel Geld es gibt
Pro Finanzierungsrunde beteiligt sich Wiener Wachstum mit 100.000 bis 500.000 Euro. Die Beteiligungsquote liegt bei maximal 25 Prozent, der Beteiligungshorizont bei sieben bis zehn Jahren. Folgende Instrumente sind möglich:
- Aufstockung des Eigenkapitals
- eigenkapitalähnliche Instrumente
- Mezzaninkapital, zum Beispiel in Form eines qualifizierten Nachrangdarlehens
Die Stadt will damit laut Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak die Eigenkapitalbasis der Unternehmen stärken, flexibel und individuell an deren Bedarf angepasst.
Der Kreislauf: Auszahlung und Rückfluss
Wiener Wachstum versteht sich ausdrücklich als Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig ausbezahlt. Erfolgreiche Unternehmen führen später einen vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Das Geld soll damit im Kreis laufen und laufend neue Finanzierungen für andere Unternehmen in der Stadt ermöglichen. Bürgermeister Michael Ludwig begründet das Instrument mit den Arbeitsplätzen: Jedes Unternehmen, das in Wien wächst, schafft Jobs für die Wiener:innen.
Wer dahintersteht
Die Mittel kommen je zur Hälfte von der Wirtschaftsagentur Wien und von Raiffeisen NÖ-Wien. Die 3,5 Millionen Euro der Stadt stammen laut ORF Wien aus dem Portfolio der Wirtschaftsagentur und sind nicht Teil des städtischen Budgets. Die operative Umsetzung übernimmt die Wachstum Wien GmbH im Auftrag der Wirtschaftsagentur und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.
Wirtschaftsagentur-Geschäftsführer Dominic Weiss hatte schon bei der Startup-Woche ViennaUP betont, dass Europas Startups vor allem in der Wachstumsphase Unterstützung brauchen. Wiener Wachstum ist die Finanzierungsseite dieser Ansage. Weiss selbst spricht von einem Meilenstein: „Für mich ist das ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Finanzierungsangebote. Denn Unternehmen, die hier in Wien weiterwachsen, neue Märkte erschließen und Arbeitsplätze schaffen, sichern den Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig stärken wir mit Wiener Wachstum zwei zentrale Zukunftsbranchen der Stadt: die Gesundheits- und Digitalwirtschaft.“
So läuft die Bewerbung
- Interessensbekundung über die Einreich-Plattform von Wiener Wachstum.
- Prüfung der Vorhaben durch Expert:innen der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.
- Einladung geeigneter Unternehmen zur nächsten Bewertungsphase.
- Maßgeschneiderte Investmentlösung, auf die Wirtschaftsagentur-Chef Weiss zufolge von den ersten Sondierungsgesprächen an hingearbeitet wird.
Was andere Wiener Töpfe bieten
Neu ist die Beteiligung der Stadt Wien an Unternehmen nicht. Mit der Beteiligungsgesellschaft Stolz auf Wien hatte die Stadt in der Corona-Krise bis zu 20 Prozent an Firmen gekauft, um sie zu stabilisieren, darunter auch Startups wie myClubs. Dort stand die Rettung im Vordergrund, bei Wiener Wachstum der Ausbau. Der Vienna Planet Fund der Wirtschaftsagentur wiederum vergibt bis zu 250.000 Euro als klassische Förderung für Klimaprojekte und kein Eigenkapital.
Einordnung
Sieben Millionen Euro sind überschaubar. Rechnerisch reichen sie bei Tickets zwischen 100.000 und 500.000 Euro für 14 bis 70 Beteiligungen, wobei die Rückflüsse später weitere Finanzierungen ermöglichen sollen. Entscheidend wird, wie schnell die Wachstum Wien GmbH Deals abschließt und wie viele Unternehmen aus der Digital- und Gesundheitswirtschaft die Kriterien erfüllen. Wer sich bewerben will, findet alle Infos auf der Website der Wirtschaftsagentur Wien.

