DeepSeek könnte von Investoren sieben Milliarden Dollar erhalten
Die chinesische KI-Firma DeepSeek könnte bald eine Finanzierungsrunde in Höhe von sieben Milliarden Dollar auf die Beine stellen, berichtet t3n. Sollte die Runde zustande kommen, würde sich die Bewertung des Startups auf bis zu 59 Milliarden Dollar erhöhen.
DeepSeek-Gründer als größter Investor
Interessant dabei ist, dass der mit Abstand größte Investor von DeepSeek der eigene Gründer Liang Wenfeng ist. Er hat mit seinem Hedgefonds High-Flyer viel Geld in das Startup gesteckt. Dadurch konnte die Jungfirma lange ohne Fremdkapital auskommen und hat dies auch vehement abgelehnt. Doch nun scheint DeepSeek den Kurs zu wechseln.
Auch bei der möglichen neuen Finanzierungsrunde will Liang Wenfeng als Investor agieren, was für solche Runden sehr unüblich ist. Der Gründer soll knapp drei Milliarden Dollar aus der eigenen Kasse zugesagt haben. Weitere 1,5 Milliarden Dollar kommen demnach von dem Tech-Konzern Tencent. Der Akkuhersteller CATL soll mit rund 750 Millionen Dollar dabei sein.
Finanzierung vergleichsweise niedrig
DeepSeek soll Berichten zufolge zudem mit dem staatlichen KI-Fonds Chinas, dem Spieleentwickler Netease sowie dem E-Commerce-Konzern JD.com in Gesprächen über eine mögliche Beteiligung sein. Insgesamt wolle man aber nicht mehr als zehn Firmen an Bord holen.
Im Vergleich zu den großen westlichen KI-Konkurrenten OpenAI und Anthropic ist die Runde allerdings eher bescheiden. OpenAI hatte im März 2026 rund 122 Milliarden Dollar eingesammelt. Eine im Mai 2026 geschlossene Finanzierungsrunde brachte Anthropic 65 Milliarden Dollar ein.
Anthropic Bewertung steigt auf 965 Milliarden Dollar, überholt OpenAI mit 852 Milliarden Dollar
US-Exportverbote als Herausforderung
Allerdings sind DeepSeek die Hände gebunden, was den westlichen Markt und westliches Kapital angeht. Die Exportverbote sorgen zudem dafür, dass das chinesische Startup keinen Zugang zur Top-Chiptechnologie aus den USA hat. Weil diese Technologie allerdings auch sehr teuer ist, müsse die Jungfirma bei der Entwicklung der eigenen Modelle nicht so tief in die Taschen greifen.
Dass das Jungunternehmen mit deutlich geringeren Rechenressourcen und Trainingsausgaben der US- und europäischen Konkurrenz ebenbürtige KI-Modelle entwickeln kann, zeigte sich Anfang 2025. mit seinem Modell R1 sorgte das Startup damals für Aufregung in der KI-Branche. Zuletzt setzte das Jungunternehmen die Rivalen mit einem aggressiven Preisnachlass für sein neues Spitzenmodell V4-Pro unter Druck.
Reuters zufolge will man die Finanzierungsrunde in den kommenden Wochen unter Dach und Fach bringen. Die zitierten Insider:innen weisen aber darauf hin, dass sich sowohl die finanziellen Details als auch die Investoren noch ändern könnten.
