Hone: Österreicher Moritz Stephan holt 60 Mio. Dollar für KI-Agenten
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Ein Seed in der Größe einer Series B: Das KI-Startup Hone aus San Francisco hat soeben 60 Millionen Dollar (rund 53 Millionen Euro) von den Silicon-Valley-Größen Benchmark und Index Ventures eingesammelt. Gründer und CEO ist der Österreicher Moritz Stephan, der das Startup gemeinsam mit Oliver Brady und Carlo Kobe aufgebaut hat. Laut Bloomberg wird Hone damit mit 285 Millionen Dollar (rund 254 Millionen Euro) bewertet.
KI-Agenten, die Ergebnisse liefern sollen
Hone baut sogenannte „Engines“, also KI-Agenten, die über Wochen oder Monate selbstständig ein ganzes Geschäftsziel verantworten. Ein Unternehmen gibt etwa vor, die Kundenbindung zu verbessern, die Einkaufskosten zu senken oder mehr Leads in Verkäufe zu verwandeln. Laut Hone lernt die Engine dann die Systeme, Abläufe und Mitarbeiter:innen der Firma kennen, entscheidet selbst, welche Schritte nötig sind, und holt bei Bedarf Kolleg:innen dazu. Gemessen werden soll sie am Ende an der Gewinn- und Verlustrechnung.
Weil solche Agenten Zugriff auf sensible Systeme brauchen, setzt Hone auf Leitplanken: Entscheidungen werden vorab simuliert, heikle Aktionen brauchen eine menschliche Freigabe, alles wird protokolliert. Zu den ersten Kunden zählen das KI-Coding-Startup Cognition und die KI-Infrastrukturfirma Modal. Mit Peter Fenton von Benchmark und Shardul Shah von Index ziehen zwei prominente Investoren in den Vorstand ein, außerdem sind Elad Gil und SV Angel an Bord. Auch Cognition-CEO Scott Wu hat privat investiert.
Vom Mars-Rover zu Devin
Stephan ist in der österreichischen Startup-Szene kein Unbekannter. Seine ersten Gehversuche als Gründer machte er noch als Schüler: Gemeinsam mit Konstantin Klingler startete er in Wien Lobu, das Bücher kleiner lokaler Buchhandlungen per Fahrradbote auslieferte und sich als Anti-Amazon verstand, und präsentierte die Idee auch in der Puls-4-Show „2 Minuten 2 Millionen“. Ebenfalls als Teenager gründete er mit Julian Rothenbuchner Tumbleweed, ein Projekt für einen windgetriebenen Mars-Rover, dessen Prototyp bei Analog-Missionen des Österreichischen Weltraum Forums getestet wurde und das heute als eigenständiges Raumfahrt-Startup weiterläuft. Für sein Informatikstudium ging er nach Stanford, wo er im Labor der KI-Forscherin Chelsea Finn an Agenten forschte.
In Stanford startete er 2021 gemeinsam mit Carlo Kobe die anonyme Campus-App Fizz, die es in den Startup-Accelerator Y Combinator schaffte. Später heuerte er bei Cognition an, dem Startup hinter dem KI-Programmierer Devin. Dort baute er als einer der ersten Mitarbeiter das Planungs- und Ausführungssystem von Devin mit und wurde schließlich Chief of Staff von CEO Scott Wu. Zudem war er für Trunk Tools tätig, das New Yorker Construction-Tech-Startup der Österreicherin Sarah Buchner, das zuletzt 40 Millionen Dollar eingesammelt hat.
Seine Mitgründer bringen ebenfalls Erfahrung aus gefragten KI-Startups mit. Oliver Brady war einer der ersten Engineers beim Legal-KI-Startup Harvey und baute danach beim KI-Recruiting-Startup Mercor das Geschäft mit Großkunden mit auf. Carlo Kobe, Stephans Mitgründer bei Fizz, ist Thiel Fellow, brach dafür sein Studium in Harvard ab und führte Fizz mehrere Jahre lang.
Dichtes Feld bei KI-Agenten
Hone tritt in einen umkämpften Markt ein. Mit Decagon und Sierra gibt es gut finanzierte Startups, die KI-Agenten für Unternehmen bauen, Salesforce vermarktet seine Plattform Agentforce, und OpenAI hat zuletzt mit Dots eigene Agenten für Büroarbeit vorgestellt. Ob Hone den Sprung von KI-affinen Early Adopters zu klassischen Großunternehmen schafft und konkrete Einsparungen nachweisen kann, muss sich erst zeigen. Zahlen zu Umsatz oder Ergebnissen bei Kund:innen hat das Startup bisher nicht genannt.

