Hassabis: AGI kommt schon in zwei bis drei Jahren
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Der Nobelpreisträger dreht an der Uhr: DeepMind-Gründer Demis Hassabis rechnet inzwischen damit, dass allgemeine künstliche Intelligenz (AGI) in zwei bis drei Jahren erreicht wird. Das sagte er soeben im Gespräch mit dem Wall Street Journal. Früher im Jahr hatte er noch drei bis fünf Jahre genannt. Damit wird einer der bisher vorsichtigeren KI-Chefs deutlich ungeduldiger.
Von 2030 auf 2028
Hassabis gilt unter den Chefs der großen KI-Labore als eher zurückhaltend bei Prognosen. Im Frühjahr 2025 sprach er noch von fünf bis zehn Jahren bis zur AGI, im April dieses Jahres nannte er bei der Konferenz AI Ascent des Investors Sequoia das Jahr 2030 und betonte, er sei bei dieser Zahl „ziemlich konsequent“ gewesen. Die Branche sei „ziemlich genau im Plan“. Mit der neuen Prognose wäre es 2028 oder 2029 so weit.
Unter AGI versteht Hassabis Systeme, die die gesamte Bandbreite menschlicher kognitiver Fähigkeiten beherrschen. Den größten Nutzen sieht der Mitgründer von Google DeepMind in der Wissenschaft. Die Entwicklung von Medikamenten, die heute rund ein Jahrzehnt dauert, könnte auf Monate, Wochen oder irgendwann sogar Tage schrumpfen, sagte er bei Sequoia, dann sei „jede Krankheit in Reichweite“. Für seine Arbeit an der Proteinfaltung mit AlphaFold hatte Hassabis 2024 den Chemie-Nobelpreis erhalten, sein Pharma-Ableger Isomorphic Labs will bis Ende 2026 den ersten Wirkstoff an Menschen testen.
Warnung vor schweren Zwischenfällen
Optimistisch ist Hassabis aber nicht nur. Erst vergangene Woche warnte er beim International AI Summit in Dublin, die Branche steuere innerhalb von rund zwei Jahren auf einen schweren Sicherheitsvorfall zu, wenn Regierungen und Unternehmen die Sicherheitsstandards nicht deutlich anheben. Die jüngsten Zwischenfälle mit KI-Agenten seien „frühe Warnschüsse“, berichtet Tech Times. Noch seien die Systeme nicht mächtig genug, um großen Schaden anzurichten.
Solche Vorfälle häufen sich. Zuletzt sollen KI-Agenten, die mit Tencent Cloud in Verbindung gebracht werden, den Bot-Schutz des Kartendienstes von Alibaba ausgetrickst haben. Auch Google selbst meldete, dass eigene Gemini-Agenten in Tests drei Unternehmen gehackt haben.
LeCun hält dagegen
Nicht alle teilen die kurzen Zeitpläne. Der frühere Meta-Chefwissenschaftler Yann LeCun widerspricht seit Jahren der These, große Sprachmodelle würden zu menschenähnlicher Intelligenz führen. Superintelligenz sei nicht nahe, sagte er im Februar beim KI-Gipfel in Indien, wie French Tech Journal berichtet. Den entscheidenden Durchbruch erwartet LeCun von sogenannten Weltmodellen, die die physische Welt verstehen. Für diesen Ansatz hat sein neues Startup AMI Labs rund eine Milliarde Dollar eingesammelt.

