Photon Bridge holt 10 Millionen Euro, Wiener APEX Ventures steigt ein
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Nach Chips und Strom droht der KI-Branche der nächste Engpass, und zwar beim Licht: Das niederländische Photonik-Startup Photon Bridge hat 10 Millionen Euro (rund 11,2 Millionen Dollar) eingesammelt, um Laser für KI-Rechenzentren in Millionenstückzahlen fertigbar zu machen. Angeführt wird die Runde vom Amadeus APEX Technology Fund, den die Wiener APEX Ventures gemeinsam mit Amadeus Capital Partners verwaltet, und dem europäischen VC 360 Capital.
Wiener Deep-Tech-VC als Co-Lead
Den Amadeus APEX Technology Fund hat APEX Anfang 2023 gemeinsam mit dem britischen Investor Amadeus Capital Partners aufgelegt, er investiert in Seed- und Series-A-Runden von Deep-Tech-Startups aus Bereichen wie Next-Gen Computing, KI, Raumfahrt und Energie. Neben den beiden neuen Lead-Investoren erhöhen auch die bestehenden Geldgeber Innovation Industries, Faber und die Entwicklungsagentur der Provinz Brabant (BOM) ihr Investment.
„Jede neue Welle an Rechenleistung schafft neue Engpässe weiter unten in der Lieferkette, und Laser sind der nächste“, sagt Ion Hauer, Investment Partner bei APEX Ventures. Photon Bridge verbinde tiefes Photonik-Know-how mit einem glaubwürdigen Weg zur Massenfertigung.
Warum KI Millionen Laser braucht
Hinter dem Investment steckt ein Wandel in KI-Rechenzentren. Je größer die Cluster aus tausenden bis hunderttausenden KI-Chips werden, desto mehr wird der Datentransport zwischen den Prozessoren zum Flaschenhals. Optische Verbindungen übertragen Daten schneller und effizienter als Kupferleitungen und wandern deshalb immer näher an die Chips heran. Bei sogenannter Co-Packaged Optics sitzt die optische Verbindung direkt neben dem Rechenchip.
Das Problem: Dafür braucht es Laser in bisher unbekannten Mengen. Die heutige Lieferkette für Hochleistungslaser wurde für Telekom- und Unterseekabel aufgebaut, wo die Stückzahlen viel kleiner sind. Laut dem Marktforscher Omdia sollen ab 2028 jährlich mehr als 20 Millionen KI-Beschleuniger für Rechenzentren ausgeliefert werden. Goldman Sachs Research erwartet, dass sich der Markt für optische Netzwerke bis 2028 auf 154 Milliarden Dollar (rund 137 Milliarden Euro) verneunfacht.
„Die Branche wird bald jedes Jahr Millionen dieser Laserquellen brauchen“, sagt Photon-Bridge-CEO Paul Marchal.
Viele schwache Laser statt eines starken
Photon Bridge setzt dabei nicht auf immer stärkere Einzellaser, sondern bündelt das Licht mehrerer schwächerer Halbleiterlaser. Weil die einzelnen Laser mit geringerer Leistungsdichte arbeiten, sind sie weniger anfällig für Fertigungsfehler, was die Ausbeute in der Produktion erhöht. Die Plattform soll bis zu 40 Milliwatt optische Leistung pro Wellenlänge und Faser liefern und sich bei mehreren Herstellern von Indiumphosphid-Chips fertigen lassen.
Das 2020 gegründete Unternehmen aus Eindhoven geht auf die dortige Technische Universität zurück. Mit dem frischen Geld will Photon Bridge die Produktentwicklung beschleunigen, 2027 erste Muster an Kund:innen liefern und ab 2028 in die Massenfertigung gehen. Das Team in Eindhoven soll dafür wachsen.
Konkurrenz aus den USA und der Schweiz
Photon Bridge ist nicht das einzige Startup, das sich auf Mehrwellenlängen-Laser für KI-Rechenzentren spezialisiert. Das US-Startup Xscape Photonics hat im Frühjahr 37 Millionen Dollar eingesammelt und einen Laser mit acht Wellenlängen vorgestellt, das Lausanner Startup Enlightra kommt auf 15 Millionen Dollar Finanzierung. In der Photonik für KI-Rechenzentren mischen in Europa außerdem das spanische iPronics, das erst im September 125 Millionen Dollar holte, und das französische Scintil Photonics mit, an dem auch Nvidia beteiligt ist. Auf der etablierten Seite dominieren Laserhersteller wie Lumentum und Coherent.

