Hex-Gründer Richard Heart in Istanbul festgenommen
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Bargeld, Cold Wallets und Waffen: Die türkische Polizei hat Richard Heart, den Gründer der umstrittenen Kryptoprojekte Hex und PulseChain, in Istanbul festgenommen. Der türkische Justizminister Akın Gürlek bestätigte die Festnahme am gestrigen Samstag auf X, wie The Block berichtet. Heart, der eigentlich Richard James Schueler heißt, war bereits am vergangenen Mittwoch gemeinsam mit seiner Frau im Stadtteil Beşiktaş in Gewahrsam genommen worden. Später nahm die Polizei drei weitere Personen fest, die sie als seine Leibwächter bezeichnet.
7 Millionen Dollar in bar
Die Liste der beschlagnahmten Gegenstände ist lang. Bei Durchsuchungen an 15 Adressen in Beşiktaş, Üsküdar und Sarıyer stellten die Ermittler:innen laut Gürlek sicher:
- Bargeld: 7,15 Millionen Dollar (rund 6,4 Millionen Euro) sowie 160.000 türkische Lira
- Krypto: sechs Cold Wallets und 19 Grafikkarten
- Waffen: vier Langwaffen, drei nicht registrierte Pistolen und 1.400 Schuss Munition
- Luxusgüter: 28 Uhren, 97 Schmuckstücke und 300 Taschen
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurden zudem neun Fahrzeuge beschlagnahmt, die auf Hearts Frau zugelassen sind. Geleitet wurde der Einsatz von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft, unterstützt vom türkischen Geheimdienst MİT. Die Ermittlungen und die Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände laufen noch.
Fahndung aus Finnland
Hintergrund ist eine Interpol-Fahndung (Red Notice), die seit Dezember 2024 auf Antrag Finnlands läuft. Die finnischen Behörden werfen Heart schwere Steuerhinterziehung und Körperverletzung vor. Justizminister Gürlek brachte die Fahndung zudem mit Vorwürfen in Verbindung, Heart habe in den USA und Finnland Krypto-Betrug im Umfang von einer Milliarde Dollar (rund 892 Millionen Euro) begangen. Ob ein Auslieferungsantrag vorliegt, sagte er nicht. Für Heart gilt die Unschuldsvermutung.
Die SEC scheiterte vor Gericht
Auch in den USA hatte Heart bereits mit den Behörden zu tun. Die Börsenaufsicht SEC hatte ihn 2023 verklagt, weil er mit Hex, PulseChain und PulseX über nicht registrierte Wertpapierangebote mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt haben soll. Zudem warf sie ihm vor, mindestens 12 Millionen Dollar (rund 10,7 Millionen Euro) an Anlegergeldern zweckentfremdet zu haben, berichtet CoinDesk. Ein US-Bundesrichter wies die Klage im Februar 2025 ab, weil die Projekte nicht gezielt US-Anleger:innen angesprochen hätten. Die SEC verzichtete im April 2025 darauf, die Klage neu einzureichen.
Am Kryptomarkt hinterlässt die Festnahme Spuren. Der Hex-Token verlor laut Daten von CoinGecko binnen 24 Stunden rund 14 Prozent an Wert.
Warum Hex und PulseChain umstritten sind
Hearts Projekte gelten in der Kryptoszene seit Jahren als zweifelhaft. PulseChain ist eine kleine Abspaltung von Ethereum, die in der Kryptowelt kaum eine Rolle spielt und es laut einem früheren Bericht von Trending Topics nicht einmal unter die Top 5.000 der Krypto-Assets schaffte. Wer dort Token kaufen will, muss sein Geld erst umständlich in Ether oder einen Stablecoin tauschen und dann über die sogenannte PulseBridge transferieren. Auch in Österreich tauchte die in Verruf geratene Blockchain auf: Der Vorarlberger Gründer Wolfgang Grabher bewarb Anfang 2025 nach seinem Auftritt in der Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen“ den SOIL-Token seiner Snack-Firma SUN. Der Token lief ausgerechnet auf PulseChain und wurde von keiner Kryptobörse gelistet.

