Tesla Roadster: 50.000 Euro Anzahlung, aber wofür?
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Kein Preis, kein Liefertermin, aber 50.000 Euro auf den Tisch: Seit der Enthüllung des neuen Tesla Roadster kann man den Elektro-Sportwagen auch in Österreich und Deutschland reservieren. Billig ist das nicht. Auf der Reservierungsseite von Tesla werden 5.000 Euro sofort fällig, weitere 45.000 Euro müssen innerhalb von zehn Tagen überwiesen werden. Geht die zweite Zahlung nicht rechtzeitig ein, kann Tesla die Reservierung stornieren.
Was man für das Geld bekommt
Im Grunde kauft man sich einen Platz in der Warteschlange. Reservieren lässt sich in Europa die straßenzugelassene Basisversion Performance mit zwei Sitzen, Saugventilatoren und aktiver Aerodynamik, die laut Tesla in unter 1,6 Sekunden auf 96 km/h beschleunigt. Die Version Thrust mit Kaltgas-Düsen am Heck ist limitiert, in den USA verlangt Tesla dafür 250.000 Dollar (rund 223.000 Euro) Anzahlung. Die fliegende Version Rocket gibt es nur auf Einladung.

Was man nicht bekommt: einen Kaufpreis. Den hat Tesla für keine der Versionen genannt. In den Reservierungsbedingungen bezeichnet Tesla den geschätzten Preis laut dem Portal Not a Tesla App ausdrücklich als „bloße Schätzung“, Ausstattung und Optionen würden noch festgelegt. Der endgültige Preis soll erst feststehen, wenn der Konfigurator online geht. 2017 lag der Basispreis bei 200.000 Dollar (rund 178.000 Euro), Beobachter:innen rechnen inzwischen mit deutlich mehr.
Auch einen festen Liefertermin gibt es nicht. Elon Musk hat den Produktionsstart für 2028 angekündigt, mehr nicht. Die 50.000 Euro liegen also voraussichtlich mindestens zwei Jahre bei Tesla, bevor überhaupt ein Kaufvertrag zustande kommt.
Europäer:innen zahlen mehr
Auffällig ist der Unterschied zu den USA. Dort kostet die Reservierung 50.000 Dollar, umgerechnet rund 44.600 Euro. Kund:innen in Europa zahlen für denselben Platz in der Warteschlange also rund 5.400 Euro mehr.
Bekommt man das Geld zurück?
Als vollständig rückerstattbar weist Tesla auf der deutschen Seite nur die erste Rate von 5.000 Euro aus. Was mit den übrigen 45.000 Euro passiert, wenn man es sich anders überlegt, geht aus der Seite nicht eindeutig hervor. In den US-Reservierungsbedingungen hieß es bisher, die Reservierung könne bis zur Unterzeichnung des Kaufvertrags jederzeit storniert werden, die Zahlung werde dann voll erstattet.
Dass das in der Praxis mühsam sein kann, zeigt der Fall des US-Youtubers Marques Brownlee. Er bekam bei einer früheren Roadster-Reservierung zunächst nur die 45.000 Dollar zurück, auf die restlichen 5.000 Dollar musste er wochenlang warten, berichtete The Autopian. Einen Stornoknopf in der App gab es für den Roadster nicht, Kund:innen mussten anrufen.

Die Lehren aus 2017
Wer zögert, hat gute Gründe. Bereits 2017 hatte Tesla für den Roadster 50.000 Dollar Anzahlung kassiert, für die limitierte Founders Series sogar den vollen Preis von 250.000 Dollar (rund 223.000 Euro) im Voraus. Versprochen war die Auslieferung für 2020. Seither wurde der Termin immer wieder verschoben, und das Auto, das jetzt kommen soll, unterscheidet sich deutlich vom damaligen Versprechen: zwei statt vier Sitze und rund 480 statt 1.000 Kilometer Reichweite.
Für Tesla bedeuten die Anzahlungen Geld, das schon Jahre vor der Auslieferung auf dem Konto liegt. Finanziell spielt der Roadster ohnehin eine kleine Rolle, Morningstar rechnet mit rund 2.000 verkauften Exemplaren pro Jahr. Musk selbst sagte, der Roadster bewege beim Umsatz „nicht massiv etwas“. Wichtiger ist er als Showcar für die Zusammenarbeit mit SpaceX, die zuletzt auch Gerüchte über eine Fusion befeuert hat.
Die Alternativen
Wer heute einen elektrischen Supersportwagen will, muss nicht bis 2028 warten. Der Porsche Taycan Turbo GT kostet rund 240.000 Euro, der Rimac Nevera rund 2,1 Millionen Euro, und Ferrari bietet mit dem Luce ab 550.000 Euro seinen ersten vollelektrischen Wagen an. Für diese Modelle gibt es, anders als beim Roadster, einen festen Preis.

