Banking

US-Banken sperren KI-Agenten aus

Hands holding a smartphone with a banking app open to transfer money
A banking app on a smartphone. © Atlantic Money / Unsplash

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Die KI darf mitlesen, aber nicht überweisen: Große US-Banken und Broker blockieren KI-Agenten, die im Namen ihrer Kund:innen Geld bewegen wollen. Allen voran trifft es Metas persönlichen Agenten Muse. Charles Schwab blockiere unautorisierte Agenten aktiv, sagte CEO Rick Wurster soeben im Interview mit Bloomberg TV. „Wir können es nicht kontrollieren, die Kund:innen können es nicht kontrollieren, etwas kann schiefgehen, und wer haftet dann?“, so Wurster.

Dutzende Sperren pro Woche

Das Problem aus Sicht der Banken: Kund:innen geben einem KI-Agenten ihre Zugangsdaten, und der Agent loggt sich dann in ihrem Namen ein. Schwab bekommt laut Wurster wöchentlich einen Bericht über blockierte Agenten. Die großen Anbieter würden jede Woche im zweistelligen Bereich gestoppt. Für ihn ist das ein Zeichen, dass die Kundschaft noch nicht bereit ist, ihre Konten an eine KI zu übergeben.

Ganz abschotten will sich Schwab aber nicht. Externe KI-Modelle sollen künftig über eigene MCP-Schnittstellen Kontostände abfragen und Analysen erstellen können. „Wir werden ihnen nicht erlauben, Geld zu bewegen“, betonte Wurster. Stattdessen setzt der Broker auf seinen hauseigenen KI-Assistenten Charley.

Dimon warnt vor „Rogue Agents“

Auch JPMorgan Chase lässt keine fremden KI-Agenten in die Konten seiner Kund:innen. „Man will keine abtrünnigen Agenten“, sagte CEO Jamie Dimon bei der Präsentation der Quartalszahlen, wie Fortune berichtet. Die Bank sperrt Agenten, die sich mit den Bank-Zugangsdaten der Kund:innen anmelden. Datenaustausch über autorisierte Open-Banking-Anbieter bleibt erlaubt.

Laut Financial Times ziehen auch Citigroup und die Bank of America nach. Citi lässt KI-Agenten keine Transaktionen mehr durchführen, Bank-of-America-Chef Brian Moynihan will, dass bei Geldabflüssen weiterhin ein Mensch zustimmt. Die Banken haben laut dem Bericht bereits Vertreter:innen der US-Notenbank Fed kontaktiert.

Was Muse eigentlich kann

Meta hat Muse im September als persönlichen Agenten für E-Mails, Reisen und Kalender gestartet. Über den Finanzdienstleister Plaid können Nutzer:innen auch ihre Bankkonten verbinden, um sich Kontostände, Transaktionen und Investments erklären zu lassen. Schon zuvor hatte Amazon den Muse-Agenten ausgesperrt, weil Meta an Einkäufen über den Agenten mitverdienen will. Ob Muse weiter bei Finanzen helfen kann, wenn mehr Banken mauern, ließ Meta offen. Gemeinsam mit dem KI-Startup Sierra arbeitet der Konzern an einem Protokoll, über das sich persönliche Agenten ausweisen und die Erlaubnis der Kund:innen einholen sollen. Mit Walmart hat Meta zudem das Personal Agent Protocol für Shopping-Agenten angestoßen.

Geht es wirklich nur um Sicherheit?

Kritiker:innen sehen hinter den Sperren auch handfeste Eigeninteressen. Die Sorge der Banken: KI-Agenten könnten das Geld ihrer Kund:innen automatisch auf besser verzinste Konten verschieben. Laut Apollo-Chefökonom Torsten Slok bringen solche Konten in den USA 3,3 bis 5 Prozent Zinsen im Jahr, ein durchschnittliches Girokonto dagegen 0,1 Prozent. JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo halten zusammen 1,6 Billionen Dollar (rund 1,43 Billionen Euro) an unverzinsten Einlagen. Müssten sie darauf 3 Prozent zahlen, würde sie das laut Financial Times rund 47 Milliarden Dollar (rund 42 Milliarden Euro) pro Jahr kosten, fast die Hälfte ihres gemeinsamen Jahresgewinns.

Für Sicherheitsbedenken gibt es allerdings ebenfalls Belege. Zuletzt häuften sich Vorfälle mit KI-Agenten, die Daten löschten oder eigenmächtig handelten. Und die Haftungsfrage ist in den USA ungeklärt: Wer zahlt, wenn ein Agent eine falsche Überweisung tätigt, wird im Kongress erst diskutiert.

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