„Idefix“ startet zum Marsmond Phobos – Japan schickt deutsch-französischen Rover ins All
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Eine japanische H3-Rakete hat die MMX-Raumsonde (Martian Moons eXploration) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Tanegashima ins All befördert, berichtet heise. An Bord: der deutsch-französische Rover „Idefix“, entwickelt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtbehörde CNES.
Mission soll erste Proben von Phobos holen
Die Mission zielt auf den Marsmond Phobos ab und soll 2031 erstmals Proben von einem Marsmond zur Erde bringen. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi schrieb auf X: „Wir wünschen diesem historischen Unterfangen Erfolg und eine gelungene Rückführung von Proben aus dem Mars-System.“
Die 5,3 Meter hohe und 4,4 Tonnen schwere Sonde erreicht nach einjährigem Flug 2027 die Mars-Umlaufbahn. 2029 soll „Idefix“ auf Phobos landen. Bei Phobos handelt es sich um einen unregelmäßig geformten Mond mit knapp 27 Kilometern Durchmesser, der den Mars in nur 6000 Kilometern Entfernung umkreist.
Projekt erforscht Entstehung des Mars
Die Mission soll klären, ob Phobos und sein kleinerer Nachbar Deimos eingefangene Asteroiden sind oder durch einen Meteoriteneinschlag auf dem Mars entstanden. JAXA-Präsident Hiroshi Yamakawa erklärte nach dem Start, die Mission gebe Aufschluss über die Entstehung des Mars und des Sonnensystems sowie die Ursprünge des Lebens. Mindestens zehn Gramm Probenmaterial aus zwei Zentimetern Tiefe sollen zurück zur Erde kommen.
„Idefix“ ist nur so groß wie eine Getränkekiste, wiegt rund 25 Kilogramm und muss Temperaturen von minus 170 bis plus 70 Grad Celsius standhalten. Die technische Herausforderung ist immens: Noch nie ist ein Rover auf einem Himmelskörper mit weniger als einem Tausendstel der Erdanziehungskraft gefahren.
„Absolutes robotisches Neuland“
„Auf Phobos zu landen und zu fahren ist absolutes robotisches Neuland“, sagt Markus Grebenstein, DLR-Projektleiter für „Idefix“. Das Fahrwerk und die Tragstruktur wurden bei Airbus Bremen und am DLR-Standort in der Hansestadt entwickelt. Die Muttersonde setzt den Rover aus 40 bis 100 Metern Höhe ab, danach richtet sich „Idefix“ selbstständig auf und erkundet 100 Tage lang die Oberfläche. Kontrollzentren in Köln und Toulouse steuern den Betrieb.
Die Vorerkundung durch „Idefix“ hilft der Muttersonde, optimal vorbereitet zur Probensammlung auf Phobos zu landen. Die Mission untersucht Topographie, Zusammensetzung und Schwerkraft des Mondes. Es ist Japans bisher größte Mission zur Erkundung des Sonnensystems und knüpft an „Hayabusa2“ an, die 2020 erfolgreich Proben vom Asteroiden Ryugu zur Erde brachte. Auch damals war das DLR mit dem Lander „Mascot“ beteiligt.
Xona: Startup will GPS mit eigenen Satelliten Konkurrenz machen
Wettlauf um Mars-Proben
MMX ist nicht allein im Rennen um Mars-Proben. Der NASA-Rover „Perseverance“ rollt seit 2021 über den Roten Planeten und hat mehr als 45 Kilometer zurückgelegt. Das bedeutet einen Rekord für ein menschengemachtes Fahrzeug auf einem anderen Planeten. Er sammelt Proben, doch die NASA hat ihr Rückführungsprogramm eingestellt. Perseverance forscht mindestens bis Ende 2028 weiter.
China landete ebenfalls 2021 den Rover „Tianwen 1“ auf dem Mars und plant mit „Tianwen 3“ für 2028 den Start einer Sample-Return-Mission. Der Rücktransport zur Erde ist um 2031 geplant, möglicherweise zeitgleich mit oder sogar vor der japanischen Mission.

