KinoGrid: Schweizer Startup zeigt dir, wo du 2.500 Filme legal gratis streamen kannst
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Netflix, Disney+, Prime Video, Wow: Wer heute Filme streamen will, landet schnell bei mehreren Abos. Dabei laufen Tausende Filme und Serien völlig legal kostenlos, verteilt über Mediatheken, werbefinanzierte Dienste und YouTube-Kanäle. Genau dieses Angebot will das Schweizer Digitalprojekt KinoGrid an einem Ort bündeln. Die Plattform beantwortet eine einzige Frage: Wo läuft dieser Film oder diese Serie gerade kostenlos und legal?
Ein Verzeichnis statt eines Streamingdienstes
Hinter KinoGrid steht Gründer Patrick Sommer aus Zürich. Die Plattform streamt selbst nichts, hostet keine Inhalte und betreibt keinen eigenen Player. Jeder Eintrag führt direkt zum jeweiligen Anbieter, abgespielt wird dort. Ein Benutzerkonto ist nicht nötig, eine Merkliste und Alarme für neu verfügbare Titel gibt es optional.
Derzeit listet KinoGrid nach eigenen Angaben rund 2.650 Titel, davon 2.456 Filme und 196 Serien, mit insgesamt mehr als 3.200 geprüften Angeboten von 16 Anbietern. Dazu zählen öffentlich-rechtliche Mediatheken wie ARD, ZDF, 3sat und ARTE, werbefinanzierte Dienste wie Pluto TV, Joyn, Rakuten TV Free und Netzkino, die werbefinanzierten Gratis-Titel bei Prime Video sowie lizenzierte YouTube-Kanäle. YouTube ist mit rund 1.170 Titeln die mit Abstand größte Quelle, gefolgt von Joyn mit knapp 400.
Das Angebot richtet sich an Nutzer:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Was in anderen Ländern verfügbar ist, prüft KinoGrid nicht.
Alle zwei Stunden eine Prüfrunde
Der Kern der Plattform ist die Aktualität. Filme verschwinden oft schon nach wenigen Wochen wieder aus den Mediatheken, weil die Lizenzen der Sender auslaufen. KinoGrid lässt deshalb alle zwei Stunden eine automatische Prüfrunde laufen. Kontrolliert wird, ob ein Link noch funktioniert und, wo der Anbieter das hergibt, ob der Titel weiterhin gratis ist. Fällt ein Angebot dreimal hintereinander aus, verschwindet es aus der Anzeige. An jedem Eintrag steht, wo der Titel läuft, ob Werbung dazugehört, ob ein Konto nötig ist und wann zuletzt geprüft wurde.
Die Stammdaten wie Titel, Besetzung und Poster stammen aus der offenen Filmdatenbank TMDB. Die Verfügbarkeit prüft KinoGrid dagegen nach eigenen Angaben direkt beim Anbieter und übernimmt keine Daten von anderen Suchdiensten. Gratis-Testabos, die danach Geld kosten, führt die Plattform bewusst getrennt in einer eigenen Rubrik und nie unter „kostenlos“.
Offene Fragen
Wie sich KinoGrid finanzieren will, geht aus der Website nicht hervor. Die Plattform ist kostenlos, verlangt kein Konto und steht nach eigenen Angaben in keiner geschäftlichen Verbindung zu den gelisteten Anbietern, wird von ihnen also auch nicht bezahlt. Ein Geschäftsmodell nennt KinoGrid bisher nicht. Es handelt sich eher um ein junges Digitalprojekt als um ein etabliertes Startup.
Die Konkurrenz
Der bekannteste Mitbewerber ist die Berliner Streaming-Suchmaschine JustWatch, die zeigt, bei welchen Diensten ein Titel verfügbar ist, und sich dabei auch nach Gratis-Angeboten filtern lässt. Ähnlich funktioniert Werstreamt.es. Beide decken aber vor allem das Angebot der Bezahldienste ab. Wer gezielt in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken sucht, kann dafür auch Tools wie MediathekView nutzen, das allerdings keine werbefinanzierten Dienste und keine YouTube-Kanäle einbezieht.

