OpenAI

OpenAI sucht 30 Milliarden Dollar, nachdem IPO abgeblasen wurde

OpenAI CEO Sam Altman speaking on stage at DevDay
OpenAI CEO Sam Altman at DevDay. © OpenAI

Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.

Wer nicht an die Börse will, muss eben wieder privat sammeln gehen. OpenAI strebt eine neue Finanzierungsrunde über mindestens 30 Milliarden Dollar (rund 25,6 Milliarden Euro) bei einer Bewertung von etwa 1,4 Billionen Dollar (rund 1,2 Billionen Euro) an, wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet. Die Runde gilt als Brücke zum Börsengang, den das Unternehmen erst kürzlich auf frühestens 2027 verschoben hat. OpenAI selbst wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Bewertung steigt weiter

Zuletzt hatte OpenAI im März eine Rekordrunde über 122 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar abgeschlossen, angeführt von Softbank, Amazon und Nvidia. Eigentlich hätte das die letzte private Runde vor dem Börsengang sein sollen. Noch vor wenigen Tagen war von Gesprächen bei einer Bewertung von 1,2 Billionen Dollar die Rede, nun sollen es 1,4 Billionen werden. Der annualisierte Umsatz liegt inzwischen bei mehr als 40 Milliarden Dollar und ist seit Juli um rund 70 Prozent gewachsen, getrieben vor allem durch das Geschäft mit KI fürs Programmieren.

Das frische Geld braucht OpenAI für den Ausbau seiner Rechenzentren. Laut einer internen Präsentation, aus der die Financial Times zitierte, rechnet das Unternehmen bis Ende 2030 mit einem kumulierten negativen Free Cashflow von 278 Milliarden Dollar. Ein Börsengang hätte diese Lücke teilweise schließen können. Sam Altman begründete die Verschiebung allerdings nicht mit der Marktlage, sondern mit der Debatte um KI-Sicherheit: Ein Listing wäre derzeit ein „unüberlegter Zeitpunkt“.

Sam Altman on stage at OpenAI DevDay in front of a screen showing 1.2 billion weekly ChatGPT users
Sam Altman presenting at OpenAI’s DevDay. © OpenAI

Das IPO-Fenster schließt sich

Die Finanzierungsrunde fällt in eine Phase, in der der Börsenmarkt deutlich an Schwung verliert. Eigentlich war ein Rekordherbst für Neuemissionen erwartet worden, doch mehrere Kandidaten ziehen zurück. Der Smart-Ring-Hersteller Oura hat seinen Nasdaq-Gang trotz fertiger Preisspanne und nach eigenen Angaben starker Nachfrage verschoben und begründet das mit der „Unsicherheit am IPO-Markt“. Auch das Softbank-Rechenzentrumsunternehmen SB Energy hat seinen Börsengang aufgeschoben. Beim britischen Cloud-Anbieter Nscale rechnen Analyst:innen nun damit, dass die Roadshow für Investor:innen verschoben wird, wie das Wall Street Journal berichtet.

Die Gründe sind vielfältig. Anleger:innen müssen die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank, geopolitische Spannungen und die starken Schwankungen bei KI-Aktien verdauen. Dazu kommt die Sorge, dass Mega-Börsengänge den Markt austrocknen könnten: SpaceX hat bei seinem Rekord-Börsengang im Juni 85,7 Milliarden Dollar eingesammelt, Anthropic könnte bis zu 100 Milliarden Dollar aufnehmen. Zusammen sind das mehr als 180 Milliarden Dollar (rund 158 Milliarden Euro), Geld, das dann für kleinere Kandidaten fehlt. Es gibt allerdings auch die Gegenposition: Der Anlageexperte Robert R. Johnson verweist darauf, dass selbst Mega-Börsengänge gemessen am Gesamtwert des US-Aktienmarkts nur einen kleinen Teil des Kapitals binden.

Gegen den Trend hält Anthropic an seinen Plänen fest. Der Claude-Hersteller will noch heuer nach den US-Zwischenwahlen an die Nasdaq, seine Investor:innen rechnen mit einer Bewertung von mehr als 2 Billionen Dollar (rund 1,7 Billionen Euro). Im Börsenprospekt warnte Anthropic zuletzt sogar vor „existenziellen Risiken für die Menschheit“. Bei der letzten privaten Runde lag Anthropic mit einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar bereits vor OpenAI.

Softbank hängt besonders stark an OpenAI

Besonders eng mit OpenAIs Kapitalhunger verknüpft ist Softbank. Der japanische Konzern ist der größte Einzelinvestor von OpenAI und hat im Rahmen der März-Runde bis zu 30 Milliarden Dollar zugesagt, die in Tranchen fließen. Finanziert wird das zum Teil auf Pump: Softbank hat für die dritte Tranche zuletzt Anleihen über 11,15 Milliarden Dollar begeben, die Ratingagentur Fitch stuft die Papiere mit „BB+“ im spekulativen Bereich ein.

Auch die verschobene Börsennotierung von SB Energy hängt direkt an OpenAI. Das Unternehmen baut Rechenzentren in den USA und ist stark von OpenAI als Kunden abhängig, was im Börsenprospekt als wesentliches Risiko genannt wird. Investor:innen stießen sich an der angestrebten Bewertung von mehr als 50 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro), zumal SB Energy im ersten Halbjahr bei einem Umsatz von knapp 139 Millionen Dollar einen Nettoverlust von 3,2 Milliarden Dollar schrieb und noch kein Rechenzentrum in Betrieb hat. Ein Börsengang von OpenAI hätte Softbank die Chance gegeben, den Wert seiner Beteiligung am Markt zu belegen. Diese Aussicht rückt nun ins nächste Jahr.

Die Konkurrenz sammelt ebenfalls

OpenAI ist mit seinem Kapitalbedarf nicht allein. Neben Anthropic, das an die Börse drängt, finanziert Elon Musk seine KI-Ambitionen über SpaceXAI und damit über einen Konzern, der seit dem Börsengang im Juni direkten Zugang zum Kapitalmarkt hat. Google wiederum kann den Ausbau von Gemini aus dem laufenden Geschäft bezahlen und betreibt mit seinen TPUs die eigene Infrastruktur, für die OpenAI Milliarden am Kapitalmarkt aufnehmen muss.

Rank My Startup: Erobere die Liga der Top Founder!
Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

Wasner + Steinschaden | Der KI Podcast

News, Modelle, Strategien
#glaubandich CHALLENGE: SVAN triumphiert in Klagenfurt

#glaubandich CHALLENGE 2027

Österreichs größter Startup-Wettbewerb - Top-Investoren mit an Bord
© Wiener Börse

IPO Spotlight

powered by Wiener Börse

RankMyStartup.com

Steig' in die Liga der Top Founder auf!

2 Minuten 2 Millionen | Staffel 13

Alle Startups | Alle Deals | Alle Hintergründe

Future{hacks}

Zwischen Hype und Realität

Trending Topics Tech Talk

Der Podcast mit smarten Köpfen für smarte Köpfe

Weiterlesen

Newsletter

Founders Dispatch

Zwei Mal pro Woche kostenlos in die Inbox: die wichtigsten Startups, Deals und Tech-Entwicklungen aus Europa, handgeschrieben von der Redaktion.

Jederzeit abbestellbar. Mehr über den Newsletter