Moxi: Herzogenburger Startup macht Familienvans in 3 Minuten zum Camper
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Ein Auto für den Alltag, ein zweites fürs Wochenende? Das soll mit Moxi nicht mehr nötig sein: Das Startup aus Herzogenburg bei St. Pölten hat ein Klicksystem aus Holzmodulen entwickelt, das große Familienvans werkzeuglos in rund drei Minuten in Reisefahrzeuge mit Küche, Kochstelle und Spüle verwandelt. Auf moxi.at läuft gerade die Early-Bird-Phase, der Marktstart ist für das erste Quartal 2027 geplant.
So funktioniert das System
Basis ist ein fahrzeugspezifischer Systemboden, der fix im Van bleibt und zwei Stauraumfächer schafft. Darauf werden die einzelnen Module, die sogenannten „Moxis“, per Klick-Mechanik befestigt, ohne Werkzeug. Dafür sorgen 20 eloxierte Aluminium-Montageschuhe und fünf Zurrösen. Braucht man den Van im Alltag wieder für bis zu acht Personen oder als Transporter, kommen die Module einfach wieder heraus. Sie lassen sich auch draußen nutzen, etwa unter einer Markise. Laut Moxi ergeben sich aus dem Rastermaß mehr als 18.000 mögliche Innenraum-Layouts.
Die Module sind aus 18 Millimeter dickem, geöltem Leichtbau-Massivholz im reduzierten Japandi-Design gefertigt. Die Verbindungstechnik orientiert sich an der Ladungssicherungsnorm ÖNORM EN 12195-1, damit nichts durch den Innenraum fliegt, wenn man einmal scharf bremsen muss. Die Klick-Mechanik hat das Österreichische Patentamt als Gebrauchsmuster registriert. Ein Bett ist allerdings nicht dabei: Zum Schlafen braucht es eine eigene Lösung, etwa eine Bettbank, ein Dachzelt oder ein Aufstelldach.

Die Module und ihre Preise
Moxi verkauft die Module einzeln oder im Set. Die Preise laut Website, jeweils ungefähr und brutto:
- Systemboden: rund 1.700 Euro, 30 Kilogramm schwer.
- Lagermoxi: rund 700 Euro für das Staumodul inklusive zwei Stoffboxen.
- Kochmoxi: rund 900 Euro, mit Kocher des Herstellers Onlyfire.
- Küchenmoxi: rund 900 Euro, mit drei Schubladen, Schneidbrett aus Buche und Faltschüssel.
- Kühlmoxi: rund 900 Euro, mit einer 17-Liter-Kühlbox für 12 und 230 Volt.
- Spülmoxi: rund 1.200 Euro, mit Edelstahlbecken, Ausziehhahn, Wasserkanister und Akku mit Starthilfe-Funktion.
- Base-Camp Set Plus: rund 3.900 Euro für Systemboden, Küchen-, Koch- und Lagermoxi.

Wer jetzt bestellt, bekommt einen garantierten Platz in der ersten, limitierten Produktionsserie, eine 30-Liter-Kühltasche zum Lagermoxi dazu sowie eine kostenlose Layout-Beratung per Videocall oder vor Ort in Herzogenburg. Ein Mietmodell gibt es nicht.
Für welche Autos
Zum Start passt Moxi ausschließlich auf Vans der Stellantis-Plattform EMP2 in der mittleren Länge von 4,96 Metern:
- Citroën: SpaceTourer
- Peugeot: Traveller
- Opel: Zafira Life
- Fiat: Ulysse
- Toyota: Proace Verso, der auf derselben Plattform gebaut wird
Voraussetzung ist das originale Sitzschienensystem im Fahrzeugboden. Moxi ist laut eigenen Angaben registrierter Umbaupartner von Stellantis und arbeitet nach den Vorgaben des Konzerns. Modelle von Ford und Volkswagen sollen später folgen.
Autohäuser als Vertriebspartner gesucht
Verkaufen will Moxi vor allem über den Autohandel. Händler sollen Neu- und Gebrauchtwagen mit wenig Aufwand für eine freizeitorientierte Kundschaft aufwerten können, ohne aufwendige Spezialausbauten. „Für Autohäuser und Vertriebspartner bietet unser System eine attraktive Möglichkeit, Neu- und Gebrauchtfahrzeuge mit geringem Mehraufwand für eine freizeitorientierte Kundschaft aufzuwerten“, sagt Co-Gründer Ronald Wytek.
Konkrete Partner-Autohäuser gibt es allerdings noch nicht. Derzeit sucht das Team das Gespräch mit Händlern in Niederösterreich und Wien, die Modelle der EMP2-Plattform führen, um gemeinsam Showroom- und Pilotfahrzeuge aufzubauen.

Zwei Gründer, kein Risikokapital
Hinter Moxi stehen Ronald Wytek, zuständig für Produktmanagement, Vertrieb und Finanzen, und Benjamin Krisa, der die technische Entwicklung verantwortet. Entwickelt wird seit 2019, derzeit noch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die Firmengründung ist in Vorbereitung. Externe Investor:innen gibt es keine, Moxi setzt auf Bootstrapping. Gefertigt werden sollen Systemboden und Module gemeinsam mit CNC-Präzisionsbetrieben. „Wer ein einziges Fahrzeug flexibel an Alltag, Beruf und Freizeit anpassen kann, spart bares Geld, reduziert Wartungsaufwand und benötigt weniger Stellplatz“, sagt Krisa.

Die Konkurrenz
Ganz allein ist Moxi mit der Idee nicht. Herausnehmbare Campingboxen gibt es etwa vom deutschen Anbieter Ququq, der seine Boxen für Kombis und Kastenwagen schon seit Jahren verkauft. Dazu kommen fertige Campingvarianten der Hersteller selbst, etwa auf Basis des Toyota Proace Verso oder des Opel Zafira Life, sowie zahlreiche kleine Ausbaubetriebe. Moxi setzt sich mit dem modularen Rastersystem, dem Holzdesign und der Händlerstrategie davon ab. Ob die Rechnung aufgeht, zeigt sich nach dem Marktstart.

