Microsoft: 60.000 Mitarbeiter:innen dürfen mit Abfindung gehen
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Wer will, darf gehen, und zwar mit Geld: Microsoft bietet rund 60.000 Mitarbeiter:innen ein freiwilliges Ausstiegspaket an. Das ist mehr als ein Viertel der weltweit rund 223.000 Beschäftigten. Personalchefin Amy Coleman hat das neue Programm namens „Voluntary Exit Offer“ am Montag intern angekündigt und das Memo danach auch im offiziellen Microsoft-Blog veröffentlicht. Die Zahl von 60.000 berechtigten Mitarbeiter:innen hat Microsoft gegenüber TechCrunch bestätigt, zuerst berichtet hatte Business Insider.
Wer das Angebot bekommt
Die wichtigsten Eckdaten des Programms:
- Länder: Das Angebot gilt für Mitarbeiter:innen in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien.
- Hierarchie: Berechtigt sind Beschäftigte bis zum Level 70, also bis zur Ebene der Vice Presidents.
- Abteilungen: Nur ausgewählte Teams machen mit. Laut Bloomberg zählen Xbox, Windows, Copilot und die Finanzabteilung dazu. Ausgenommen sind unter anderem Teile von Vertrieb und Marketing sowie die Rechenzentren.
- Konditionen: Das Paket soll sich an der regulären Abfindung von Microsoft orientieren und umfasst laut Coleman finanzielle Unterstützung sowie Hilfe bei der Karriereplanung.
- Frist: Wer zugreift, muss sich bis Anfang Dezember entscheiden und verlässt das Unternehmen dann mit Jahresende.
Coleman verkauft das Angebot als neue Wahlmöglichkeit. Wer ohnehin mit einer Zukunft außerhalb des Konzerns liebäugle, könne den Schritt jetzt mit Unterstützung machen. Gleichzeitig bekämen die Abteilungen ein weiteres Werkzeug, um ihre Belegschaft an veränderte Anforderungen anzupassen. „Das Voluntary Exit Offer ist neu für uns. Wir werden daraus lernen“, schreibt die Personalchefin.
Die dritte Abbau-Runde in diesem Jahr
Ganz neu ist das Modell allerdings nicht. Bereits im Frühjahr hat Microsoft erstmals in seiner Geschichte langjährigen US-Mitarbeiter:innen einen freiwilligen Vorruhestand angeboten. Mehr als 30 Prozent der Berechtigten haben das Angebot angenommen, wie Coleman im Sommer mitteilte. Im Juli folgte dann der klassische Weg: Microsoft strich rund 4.800 Stellen, vor allem in der Xbox-Sparte und im Firmenkundenvertrieb. Im Jahr davor hatte der Konzern bereits rund 15.000 Jobs in zwei Wellen abgebaut.
Damals betonte Coleman, dass die gestrichenen Stellen nicht durch KI ersetzt würden. Gleichzeitig verändere KI aber die Art, wie gearbeitet wird, und manche Aufgaben ließen sich inzwischen automatisieren. Weitere Veränderungen kündigte sie damals bereits an, auch andere Teile des Geschäfts müssten ähnliche Schritte setzen.
KI-Milliarden drücken auf die Kosten
Der Hintergrund ist vor allem ein finanzieller. Microsoft steckt gewaltige Summen in Rechenzentren und Chips für den KI-Boom. Für das Kalenderjahr 2026 rechnet der Konzern mit Investitionen von rund 175 Milliarden Dollar (etwa 156 Milliarden Euro). Mit freiwilligen Abgängen kann Microsoft Personalkosten senken, ohne eine große Kündigungswelle auszurufen, die Schlagzeilen und Unruhe in der Belegschaft verursacht.
Pikanter Zeitpunkt: Bereits am Mittwoch legt Microsoft nach Börsenschluss seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Anleger:innen dürften dann vor allem darauf schauen, wie sich die Rekordinvestitionen in KI und die Sparmaßnahmen bei den Mitarbeiter:innen in der Bilanz niederschlagen.
Die Konkurrenz spart ebenfalls
Microsoft steht mit dem Personalumbau nicht allein da. Auch Oracle hat im Frühjahr den Abbau tausender Stellen eingeleitet, um den Investitionsdruck durch KI abzufedern. Salesforce hat bereits im Vorjahr 4.000 Jobs im Kundenservice abgebaut, weil KI-Agenten deren Aufgaben übernehmen. Und in Europa will etwa die Deutsche Telekom mit KI bis 2030 rund 2,5 Milliarden Euro einsparen. Freiwillige Abfindungen in dieser Größenordnung sind in der Tech-Branche allerdings bislang die Ausnahme.

