„Altmodisch“: Tierschützer:innen von Peta schießen gegen Warhounds Gentechnik-Hunde
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200 Millionen Dollar, eine Milliardenbewertung und prominente Geldgeber helfen nicht gegen Kritik von Tierschützer:innen: Die Tierrechtsorganisation Peta hat das neue Defense-Startup Warhound scharf angegriffen. Das Unternehmen will geklonte und genetisch optimierte Hunde für das US-Militär liefern. „Es ist schade, dass manche Menschen mit enormen Geldsummen sehr wenig gesunden Menschenverstand haben“, sagt Colleen O’Brien, Senior Vice President von Peta, in einer Stellungnahme an Trending Topics.
„Erstaunlich altmodische Idee“
Hunde für gefährliche Militäreinsätze genetisch zu verändern, sei „eine erstaunlich altmodische Idee“, so O’Brien weiter. Und das zu einer Zeit, in der andere Behörden Hunde zunehmend durch Robotik, KI und andere moderne Technik ersetzen, die eingesetzt werden kann, ohne Tiere in Gefahr zu bringen.
Peta verweist darauf, dass Roboterhunde bereits in aktiven Kampfgebieten unterwegs sind und viele Aufgaben klassischer Militär- und Polizeihunde übernehmen können. Die Ukraine etwa setzt schon seit 2024 Roboterhunde an der Front ein, unter anderem zur Aufklärung. Echte Hunde würden dagegen im Einsatz erschossen, in die Luft gesprengt, stranguliert oder stürben langsam an Hitzschlag, argumentiert Peta.
200 Millionen Dollar zum Start
Die Kritik trifft ein Startup, das erst vergangene Woche mit einem Paukenschlag an die Öffentlichkeit gegangen ist. Hinter Warhound stehen Colossal-Biosciences-Chef Ben Lamm, bekannt für die Pläne zur Rückkehr von Mammut und Dodo, und Anduril-Gründer Palmer Luckey. Die Eckdaten der Finanzierungsrunde:
- Volumen: 200 Millionen Dollar (rund 178 Millionen Euro) gleich zum Start.
- Bewertung: 1,2 Milliarden Dollar (rund 1,07 Milliarden Euro), Warhound ist damit vom Fleck weg ein Unicorn.
- Investor:innen: Unter anderem In-Q-Tel, der Investmentarm der CIA, sowie Sequoia Capital und 8VC.
- Partner: Die Colossal-Tochter ViaGen soll die Hunde klonen, Anduril liefert Ausrüstung wie Schutzwesten und Sensoren. Die ersten Welpen sollen Anfang 2027 zur Welt kommen.
Peta spricht in seiner Stellungnahme von „Palmer Luckeys neuem Startup“. Laut Lamm ist Luckey zwar Partner, hält aber ebenso wie Anduril keine Anteile an Warhound.
Die Gegenposition: „Genauso ein Tierschutz-Projekt“
Warhound selbst sieht sich keineswegs als Gegner des Tierschutzes. Das Projekt sei „genauso ein Tierschutz-Projekt wie ein Lieferketten-Projekt“, sagt Lamm im Interview mit GamesBeat. Bisher stammen mehr als 80 Prozent der Diensthunde des US-Militärs aus europäischen Zuchten, und weniger als die Hälfte besteht die Ausbildung, oft wegen genetischer Probleme wie Hüftdysplasie oder Krebsrisiken. Per Gen-Editing will Warhound gesündere Hunde züchten, damit weniger Tiere aussortiert werden. Die Ausrüstung von Anduril werde „auf dem Hund“ getragen, nicht im Hund verbaut.
Die Tierschutzorganisation American Humane soll das Trainingsprogramm zertifizieren und ausgemusterte Hunde an ihre früheren Hundeführer:innen vermitteln. „Wir schulden diesen Hunden eine Verpflichtung für ihr Wohlergehen, die ihrem Dienst für uns entspricht“, sagt American-Humane-Chefin Robin Ganzert. Und auch beim Thema Roboter sehen Fachleute Grenzen: Hunde können einer Geruchsspur bis zur Quelle folgen, während Sensoren sie meist nur registrieren. Die meisten Roboterhunde müssen zudem von einem Menschen gesteuert werden. Ein Roboter wie der Vision 60 von Ghost Robotics kostet außerdem rund 165.000 Dollar (etwa 147.000 Euro) pro Stück.

