Ripple erhält US-Banklizenz als Treuhandbank
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Vom Krypto-Rebellen zur Bank mit US-Aufsicht: Ripple, das Unternehmen hinter der Kryptowährung XRP, hat die finale Genehmigung der US-Bankenaufsicht OCC (Office of the Comptroller of the Currency) für die Gründung der Ripple National Trust Bank erhalten. Das hat das Unternehmen am Montag bekanntgegeben. Die vorläufige Zusage hatte die Behörde bereits im Dezember 2025 erteilt, nun ist der Zulassungsprozess abgeschlossen.
Was die Ripple-Bank darf
Eine Vollbank wird Ripple damit allerdings nicht. Eine sogenannte National Trust Bank darf keine Einlagen annehmen und keine Kredite vergeben, die Konten sind auch nicht über die US-Einlagensicherung FDIC abgesichert. Die genehmigten Tätigkeiten der Ripple National Trust Bank:
- Reserven: Die Bank verwaltet die getrennt gehaltenen Reserven hinter dem Stablecoin Ripple USD (RLUSD).
- Treuhand: Sie agiert als Treuhänderin für diese Reserven zugunsten der RLUSD-Besitzer:innen.
- Verwahrung: Unternehmen können ihre digitalen Assets bei der Bank verwahren lassen.
Ausgegeben wird RLUSD weiterhin von der Standard Custody & Trust Company, einer Ripple-Tochter unter Aufsicht der New Yorker Finanzbehörde NYDFS. Mit der neuen Bank kommt nun die Bundesaufsicht dazu. Der Stablecoin ist seit Dezember 2024 am Markt und kommt laut Ripple mittlerweile auf eine Marktkapitalisierung von 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,23 Milliarden Euro). Hauptverwahrerin der Reserven ist die US-Großbank BNY.
„Wir sagen seit Jahren, dass Krypto und Banken zusammen besser funktionieren. Die finale Genehmigung für die Ripple National Trust Bank zeigt, wie das in der Praxis aussieht“, sagt Ripple-CEO Brad Garlinghouse. Der Charter gebe dem Unternehmen ein noch stärkeres Fundament für RLUSD und seine Produkte für Zahlungen, Verwahrung und Kapitalmärkte.
Lizenz-Sammlung für den Stablecoin-Markt
Für Ripple ist die Zulassung ein weiterer Baustein in einer langen Lizenz-Sammlung. Nach eigenen Angaben hält das Unternehmen mittlerweile mehr als 85 Lizenzen weltweit, im Sommer kam etwa die MiCA-Lizenz für Krypto-Dienste in der EU dazu. Im Frühjahr hat Ripple außerdem einen Aktienrückkauf bei einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar gestartet.
Mit der Bundeszulassung kann RLUSD nun Vorgaben erfüllen, nach denen die Reserven von Stablecoins bei regulierten Verwahrstellen liegen müssen. Das macht den Stablecoin für Banken, Vermögensverwalter:innen und Unternehmen leichter einsetzbar, gerade jetzt, wo die USA den Rechtsrahmen des Stablecoin-Gesetzes GENIUS Act umsetzen. Die Kryptowährung XRP ist von der Bankzulassung nicht direkt betroffen. Sie notiert derzeit bei rund 1,30 Dollar (etwa 1,16 Euro) und ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 82 Milliarden Dollar (etwa 73 Milliarden Euro) die fünftgrößte Kryptowährung der Welt.
Die Konkurrenz und die Kritik
Ripple ist nicht der einzige Krypto-Konzern mit US-Banklizenz. Der USDC-Herausgeber Circle hat seine finale Zulassung als National Trust Bank bereits im Juli bekommen, BitGo schon im Dezember 2025. Coinbase, Crypto.com und die zu Stripe gehörende Stablecoin-Firma Bridge haben vorläufige Zusagen erhalten, ebenso World Liberty Financial, das Krypto-Unternehmen der Familie von US-Präsident Donald Trump.
Genau diese Welle an Zulassungen stößt bei klassischen Banken und Teilen der Politik auf heftigen Widerstand. Der Verband der US-Regionalbanken ICBA hat Anfang Oktober Klage gegen die OCC eingereicht. Der Vorwurf: Die Behörde habe gar nicht die Befugnis, Krypto-Firmen solche Lizenzen zu erteilen. „Der Kongress hat die National Trust Charter nicht als Hintertür ins Bankensystem für Krypto-Firmen geschaffen“, sagt ICBA-Chefin Rebeca Romero Rainey. Die Krypto-Firmen bekämen so die Glaubwürdigkeit einer Bundeszulassung, ohne die Kapital-, Liquiditäts- und Aufsichtsregeln klassischer Banken erfüllen zu müssen. Auch die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sieht in den Zulassungen einen Verstoß gegen den National Bank Act und ein Risiko für das Finanzsystem.
Die Krypto-Lobby hält dagegen. Die Digital Chamber argumentiert, dass die Trust-Lizenzen ohnehin auf Treuhand- und Verwahrgeschäfte beschränkt seien und sich die Firmen freiwillig der Bundesaufsicht unterwerfen. Ripples Chefjurist Stuart Alderoty betont, man habe sich bewusst entschieden, innerhalb des regulatorischen Rahmens zu bauen.

