Finanzierungsrunde

NewOrbit erhält 18,5 Millionen Dollar für kommerzielle VLEO-Satelliten

© NewOrbit
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Das in Großbritannien beheimatete Raumfahrt-Startup NewOrbit hat eine Series A-Finanzierung über 18,5 Millionen Dollar abgeschlossen. Die überzeichnete Runde hat Voyager Ventures angeführt, mit Beteiligung prominenter Angel-Investoren wie David Kirk, dem ehemaligen Chief Scientist von NVIDIA, und Lawrence Leuschner, Co-Founder und Ex-CEO des europäischen Mobility-Unicorns TIER Mobility.

NewOrbit will VLEO-Raum erstmals kommerzialisieren

NewOrbit hat es sich zum Ziel gemacht, als erster kommerzieller Anbieter Satelliten in der Very Low Earth Orbit (VLEO) zwischen 200 und 300 Kilometern Höhe zu betreiben. Dabei handelt es sich um eine bislang ungenutzte Zone zwischen Verkehrsflugzeugen auf 10 Kilometern und konventionellen Satelliten oberhalb von 400 Kilometern.

VLEO galt seit Beginn der Raumfahrt als kommerziell nicht nutzbar. Drei Faktoren haben das verhindert: aerodynamischer Luftwiderstand, der Satelliten innerhalb weniger Wochen zurück zur Erde zieht, atomarer Sauerstoff, der Oberflächen korrodiert, und aerodynamische Drehmomente, die die Ausrichtung destabilisieren. NewOrbit hat speziell konstruierte Satelliten mit eigenem Antriebssystem entwickelt, die diesen Bedingungen standhalten und bis zu fünf Jahre in VLEO operieren können.

„Wertvollste leere Immobilie im Weltraum“

Je niedriger ein Satellit fliegt, desto besser kann er die Erde beobachten und vernetzen. Aus 200 bis 300 Kilometern Höhe kann NewOrbit die heute verfügbare höchste Satellitenbildqualität 20-mal günstiger anbieten als konventionelle Satelliten. Gleichzeitig sind die Datengeschwindigkeiten wesentlich höher. Die Technologie ermöglicht neue Anwendungen wie 5G-Direct-to-Device-Konnektivität aus dem All und Live-HD-Video.

CEO und Co-Founder Anatolii Papulov erklärt: „Seit sechzig Jahren wurde VLEO als zu feindliche Umgebung für kommerzielle Satelliten behandelt – aber es ist tatsächlich die wertvollste leere Immobilie im Weltraum. Heute hat niemand in der Branche eine zuverlässige, erschwingliche und schnelle Möglichkeit, Nutzlasten in sehr niedriger Erdumlaufbahn zu fliegen. Wir haben unseren NEO-1-Satelliten gebaut, um genau das zu tun.“

Erster Launch für 2028 geplant

Das Series A-Kapital finanziert den NEO Production Complex in Reading, der 2027 eröffnet und bei voller Auslastung mehrere Satelliten pro Woche produzieren soll. Die Anlage soll den ersten kommerziellen Satelliten für den Launch 2028 integrieren. Dies soll der erste kommerzielle Flug von Kundennutzlasten zwischen 200 und 300 Kilometern überhaupt sein.

Ein Vertrag über 200.000 Euro mit SPRIND, Deutschlands Bundesagentur für Sprunginnovationen, und geplante Produktion in Deutschland erweitern den Footprint. Christian Bogatu, Investment Director bei SPRIND, kommentiert: „NewOrbits Ansatz für VLEO ist äußerst vielversprechend. Wir sind besonders begeistert von ihrer Absicht, die Produktion in Deutschland aufzubauen und damit das europäische Weltraum-Ökosystem zu stärken.“

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„Verbesserungen in der Erdbeobachtung“

Matthew Blain, Partner bei Voyager Ventures, sieht einen fundamentalen Shift: „VLEO ist die nächste grundlegende Verschiebung in der globalen Raumfahrtindustrie. Die Technologie wird Verbesserungen in der Erdbeobachtung um Größenordnungen zu einem Bruchteil der heutigen Kosten ermöglichen. Wir sind stolz darauf, NewOrbit auf ihrem Weg zum führenden Anbieter kommerzieller VLEO-Satelliten weltweit zu begleiten.“

Jean-Jacques Dordain, ehemaliger Generaldirektor der European Space Agency, ordnet die strategische Bedeutung ein: „VLEO ist eine der wenigen wirklich neuen kommerziellen Kategorien, die im Weltraum verbleiben, und ihre Erschließung erfordert eine seltene Kombination aus technischer Exzellenz und institutioneller Disziplin. NewOrbit hat beides, und die Tatsache, dass diese Kategorie von Europa aus definiert wird, ist bedeutend für die europäische Raumfahrt.“

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