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Qualcomm gewinnt gegen Arm und bekommt 2 Dollar Schadenersatz

Arm AGI CPU. © Arm
Arm AGI CPU. © Arm

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Gewonnen und trotzdem leer ausgegangen: Im Lizenzstreit zwischen den Chip-Giganten Qualcomm und Arm hat eine Jury in Delaware Qualcomm teilweise recht gegeben, ihm aber nur 2 Dollar Schadenersatz zugesprochen. Beide Seiten feiern das Urteil als Erfolg, berichtet Engadget. Entschieden ist der Streit damit allerdings noch lange nicht.

Das Urteil

Nach einem fünftägigen Prozess in Wilmington stellte die Jury fest, dass Arm seinen Lizenzvertrag mit Qualcomm gebrochen hat. Arm habe Software-Patches und Werkzeuge für seine Chip-Designs zurückgehalten. Außerdem habe Arm vorsätzlich in Qualcomms Geschäftsbeziehung mit Meta eingegriffen. Qualcomm wirft Arm vor, 2024 gezielt an Bloomberg durchgestochen zu haben, dass Qualcomm einen Lizenzvertrag verletzt habe, und zwar genau dann, als ein Deal mit Meta kurz vor dem Abschluss stand. Der Deal verzögerte sich daraufhin.

Bei vier weiteren Vorwürfen gab die Jury Arm recht. Und für die zwei Punkte, in denen Qualcomm gewann, gab es jeweils nur einen symbolischen Dollar.

Beide Seiten jubeln

Qualcomm zeigte sich „erfreut“, dass die Jury den Vertragsbruch durch Arm bestätigt hat. Das Urteil zeige, dass Arm Qualcomm und dessen Ökosystem schaden wolle. Arm wiederum sieht sich durch den Mini-Schadenersatz bestätigt: Die 2 Dollar würden zeigen, dass Arm in gutem Glauben gehandelt habe, so Arm in einer Stellungnahme. Qualcomm habe mit der Klage versucht, Arm um Milliarden aus den Lizenzverträgen zu bringen. An der Börse fiel die Arm-Aktie nach dem Urteil um rund 1 Prozent, Qualcomm legte um etwa 1 Prozent zu.

Es geht um Milliarden

Der eigentliche Kampf steht noch bevor. Richterin Maryellen Noreika muss nun über weitere Streitpunkte entscheiden, allen voran eine Vertragsklausel: Qualcomm argumentiert, dass es bei einem nachgewiesenen Vertragsbruch fünf Jahre lang keine Lizenzgebühren an Arm zahlen muss. Arm hält diese Klausel für nicht durchsetzbar. Für Arm steht viel auf dem Spiel: Qualcomm war im vergangenen Geschäftsjahr für rund 9 Prozent des Arm-Umsatzes von 4,92 Milliarden Dollar verantwortlich, also rund 443 Millionen Dollar (etwa 395 Millionen Euro) pro Jahr. Die unterlegene Seite dürfte in Berufung gehen.

Der Konflikt schwelt seit Jahren. 2022 hatte Arm Qualcomm verklagt, nachdem Qualcomm das Chip-Startup Nuvia gekauft hatte. Arm argumentierte, Qualcomm hätte dessen Arm-Lizenzen nicht einfach übernehmen dürfen, verlor aber. Hinter dem Streit steht ein grundlegender Wandel: Arm, mehrheitlich im Besitz der japanischen SoftBank, lizenziert seine Chip-Architektur, baut inzwischen aber auch eigene Chips und wird damit zum Konkurrenten seiner Kund:innen.

Die Alternative RISC-V

Der Dauerstreit stärkt eine Alternative: die offene Chip-Architektur RISC-V, für die keine Lizenzgebühren anfallen. Qualcomm investiert bereits in RISC-V-Designs, um unabhängiger von Arm zu werden. Auch Unternehmen wie Google, Meta und zahlreiche chinesische Chiphersteller setzen zunehmend auf die offene Architektur.

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